
Die Arbeiten am Bismarck-Denkmal in Hamburg haben begonnen, der Sockel ist bereits eingerüstet.
Mit der Reinigung hat die Sanierung begonnen. Seit einigen Jahren wird die Instandsetzung eines der größten Denkmäler in Deutschland vorbereitet, nun geht es los. Seit 1906 steht eine Rolandfigur Bismarcks mit Blick auf die Elbe zwischen Michel und Heiliggeistfeld in Hamburg. Trotz solider Bauweise ist das Denkmal inzwischen so sehr in die Jahre gekommen, dass es grundlegend saniert werden muss. Dazu haben sich die Stadt Hamburg und der Bund entschlossen, auch wenn das zu rettende Objekt nicht unumstritten ist.
Die martialische Erscheinung, die unguten, wenn auch gelegentlich etwas ungenauen historischen Assoziationen, der längst verblasste Imperialismus des späten Kaiserreichs, all das hat zu einer gewissen Entfremdung zwischen einem Teil der Hamburger und der von ihren Vorfahren gestifteten Riesenfigur geführt. Über Jahrzehnte hat man sie von Bäumen und Sträuchern einwachsen lassen und lebte ganz gut mit ihrer „Renaturierung“. Für andere Hamburger gehört das Denkmal aber bis heute zur historischen Identität der Stadt – unabhängig von heutigen Distanzierungen gegenüber dem Bismarck-Kult und dem Streben nach Weltgeltung in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg.


Am 29. März 1890 veröffentlichte die Londoner Satirezeitschrift „Punch“ die wohl international bekannteste Bismarck-Karikatur: „Dropping the pilot“. John Tenniel (1820 – 1914) popularisierte damit eine Bildsprache, die bis heute lebendig ist. Die sprichwörtlich gewordene deutsche Übersetzung „Der Lotse geht von Bord“ trifft allerdings weder die Aussage des Zeichners noch das historische Geschehen auf den Punkt. Es ist zu vermuten, dass die „preußische Zensur damals bei der Übersetzung leise die Feder mitgeführt haben“
der Fachsprache der Seefahrt lässt man damit jemanden von Bord gehen.








