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Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 erreichte Otto von Bismarck ein aufsehenerregendes Geschenk: Die chinesische Kaiserin Cixi ließ ihm einen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn zukommen, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Dieses besondere Werk ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Exponate des Bismarck-Museums.

Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 erreichte Otto von Bismarck ein aufsehenerregendes Geschenk: Die chinesische Kaiserin Cixi ließ ihm einen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn zukommen, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Dieses besondere Werk ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Exponate des Bismarck-Museums.

Die Vorbereitungen des Besuchs von Vize-Staatspräsident Wang Qishan im Mai 2019 haben der Otto-von-Bismarck-Stiftung die Gelegenheit geboten, genauere Erkundigungen über diesen Elefantenstoßzahn einzuholen. Auf Vermittlung des chinesischen Generalkonsulats in Hamburg erhielt sie die Kurzexpertise eines Historikers, der im Museum der Verbotenen Stadt in Beijing tätig ist.

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Objekt: Christus-Orden, mit Brillanten Material: Gold, Email, Steine, Textil Kleinod (98x43x11), Schulterband (107×830), Inventar-Nr.: O 022 (258)

Der dem reichen Inventar des Bismarck-Museums zugehörige Orden der Christusritter, lat. Ordo Supremus Militia Domini Nostri Iesu Christi, ist ein einklassiger Ritterorden des Heiligen Stuhls und der höchste päpstliche Orden für Zivil- und Militärverdienste. Papst Leo XIII. verlieh am 31. Dezember 1885 den Christus-Orden Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dem bis dato einzigen protestantischen Träger dieses Ordens.

Der Christus-Orden entstand aus dem ehemaligen portugiesischen Tempelherren-Orden. Dieser wurde nach der Verfolgung der Tempelherren-Ordensmitglieder durch König Philipp den Schönen von Frankreich von Papst Clemens V. im Jahre 1312 aufgehoben. 1317 stiftete König Dionysius von Portugal den Tempelherren-Orden als „Christus-Orden“ neu. Unter der Bedingung, dass neben dem portugiesischen König der Papst ebenfalls das Recht habe, den Orden zu verleihen[1], bestätigte Papst Johannes XXII. die Neustiftung des Ordens am 14. März 1319.[2] Die von Portugal gänzlich unabhängige Existenz des päpstlichen Zweiges begann mit der Gründung einer branca genannten und auch Nichtadelige aufnehmenden Künstlergemeinschaft unter den Päpsten Paul V. (Pontifikat 1605-1621) und Gregor XV. (Pontifikat 1621-1623).[3] Im Zuge einer am 7. Februar 1905 vollzogenen Reorganisation des gesamten päpstlichen Ordenswesens bestätigte Pius X. (Pontifikat 1903-1914) den Orden als – bereits von Leo XIII. (Pontifikat 1878-1903) anerkannten – höchsten päpstlichen Orden. Seitdem ist eine Verleihung für Staatsoberhäupter, hervorragende Staatsmänner und höchste päpstliche Würdenträger vorgesehen.[4] Nach einer weiteren Reform im Jahre 1966 unter Paul VI. (Pontifikat 1963-1978) wird der Orden ausschließlich an Staatsoberhäupter christlichen Glaubens während einer vom Papst persönlich beigewohnten Investitur-Zeremoniale verliehen. In dieser legt der Ordensritter das ausführliche Glaubensbekenntnis ab und verspricht, ein tugend- und beispielhaftes Leben zu führen.[5]

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Entlassungszeugnis Otto Eduard Leopold von Bismarcks vom 3. April 1832 (Reproduktion); Material: Papier, Maße: 210 x 297 mm (DIN A4); Inventarnummer: Altbestand, ausgestellt in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh

Wenn an Otto von Bismarck erinnert wird, stehen seine großen Erfolge wie auch Misserfolge im Vordergrund: Bismarck der „Reichsgründer“, die von ihm initiierte Sozialgesetzgebung oder seine Rolle im Kulturkampf. Das sind prägende Ergebnisse der Politik des ersten Reichskanzlers, die einen großen Baustein der deutschen Geschichte bilden und noch bis heute Auswirkungen haben. Aber wer hätte gedacht, dass dieser erfolgreiche und einflussreiche Staatsmann in seiner Schulzeit eher durch Fehlzeiten und Arbeitsscheu auffiel als durch großen Fleiß? Dies belegt sein Entlassungszeugnis vom 3. April 1832 zu seinem Abitur im Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin.

Ein Jahr nach Bismarcks Geburt am 1. April 1815 zog seine Familie von Schönhausen auf das ererbte Gut Kniephof in Pommern. Diese sehr ländliche und idyllische Umgebung lag dem jungen Otto sehr am Herzen, weshalb er umso erboster war, als er mit sechs Jahren von seiner Mutter Wilhelmine Mencken in die von ihm als „Zuchthaus“ beschriebene Plamannsche Lehranstalt in Berlin geschickt wurde. Wilhelmine stammte aus dem Bildungsbürgertum und entsandte ihre Kinder deshalb auf ein bürgerliches Internat, statt, wie für aristokratische Verhältnisse üblich, Hausunterricht erteilen zu lassen. Den dadurch entstandenen Umbruch in Ottos Leben beschreibt er selbst mit folgenden Worten: „Ich bin in meinem elterlichen Hause in frühester Kindheit fremd und nie wieder völlig darin heimisch geworden.[1]

Die Plamannsche Lehranstalt war renommiert, ihr Lehrkörper bestand überwiegend aus Mitgliedern der liberalen und nationalen Turnerbewegung. Dazu zählte auch der berühmte „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn. Die Lehrer und deren Erziehungsweise waren Otto von Bismarck zufolge gegen den Adel und dessen geistige Grundlagen ausgerichtet.  Die von ihm verwendete Beschreibung „Zuchthaus“ ist durch die Wahrnehmung der strengen Züchtigung und der schmalen Kost zu erklären. Dadurch kontrastierte die kindliche und ländliche Freiheit auf dem Gut Kniephof mit der von Bismarck gefühlten „Gefangenschaft“ in der Plamannschen Lehranstalt.

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Kräuterbitter, Hersteller: H. E. Jacobus; Pommern, Schivelbein, Ende des 19. Jahrhunderts, Material: Glas, Maße: 9,3 cm (B) x 7,1 cm (T) x 28,5 cm (H), aufbewahrt in Friedrichsruh

Während seiner Amtszeit versuchte Bismarck dem grassierenden Alkoholismus mit hohen Steuern beizukommen. Privat war der Reichskanzler einem guten Tropfen jedoch nicht abgeneigt. Gelangte sein Abbild deshalb auf das Etikett dieses Kräuter-Bitters aus dem 19. Jahrhundert?

Der Historiker Golo Mann sagte einmal, Geschichte entstehe durch die Auseinandersetzung mit der vergangenen Wirklichkeit und ihrer hinterlassenen Spuren in den historischen Quellen.1 Als Anhaltspunkt für die Geschichte über die vergangene Wirklichkeit dient eine eher außergewöhnliche Quelle. Sind es meist Urkunden oder andere schriftliche Dokumente, manchmal ein Gemälde oder eine Büste, die als Ausgangspunkt für Forschungen dienen, so ist es hier ein Fundstück, das eine Dame aus der Nähe von Hof im Keller ihrer Großmutter fand.

Es handelt sich um eine ungeöffnete Flasche Kräuter-Bitter namens „Bismarck Bitter“, die aus grünem Glas besteht. Das Etikett gibt erste Hinweise auf seine Verwendung:

„Dieser von mir erfundene Magen-Bitter ist aus den heilsamsten Kräutern bereitet und hat sich seiner vortrefflichen Wirkung wegen überall gut bewährt zur Stärkung des Magens als Vorbeugungsmittel gegen Diarrhoe, Cholera und Kolik. Opium ist nicht darin enthalten und kann daher jede Dosis nach Bedürfnis genossen werden.“

Zudem benennt sich ein gewisser „H. E. Jacobus“ auf der Flasche als Hersteller des Getränks und vermerkt als Herkunft der Abfüllung „Schivelbein 1849“. Verziert ist die Flasche mit einem Bildnis Bismarcks in Uniform, an auffallender Stelle mit dem Eisernen Kreuz behangen. Die Flasche wird als „Deutsches Erzeugnis“ gekennzeichnet und eine noch teilweise erhaltene Banderole zeichnet den Likör als „Originalabfüllung“ aus. Die Flasche ist ungeöffnet und mit einem Korkkorken verstopft.

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Preußische Königskrone Wilhelms I., Nachbildung nach Originalmaßen aus Metall (vergoldet), Samt sowie Edelstein- und Perlennachbildungen, Maße: 20 x 16/21,5 cm, Gewicht: 1323g – Ort: Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh

von Jan Markert

Prunkvolle Königskrönungen, wie sie beispielsweise die britische Monarchie noch heute kennt (auch wenn dies zuletzt 1952 der Fall war), finden sich in der preußisch-deutschen Geschichte nur wenige. Genaugenommen fanden zu Zeiten der Hohenzollernherrschaft in Berlin nur zwei Krönungsfeiern statt (und das bei neun Königen im Zeitraum 1701 bis 1918): Zum einen am 18. Januar 1701, als sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg in Königsberg zu König Friedrich I. in Preußen krönte (Könige von Preußen wurden die Hohenzollern erst 1772). Und dann zum zweiten und gleichzeitig letzten Mal am 18. Oktober 1861, abermals in Königsberg, wo sich Wilhelm I. die Königskrone auf den (mit 64 Jahren bereits recht kahlen) Kopf setzte. Zwar spielte Wilhelm II. 1889 noch einmal kurzzeitig mit dem Gedanken, sich als preußischer König demonstrativ krönen zu lassen – und ließ für diesen Anlass sogar eine eigene Krone anfertigen –, allerdings verlief sich dieses neoabsolutistisch-anachronistische Projekt genauso schnell wieder im Sande wie zahlreiche andere Gedankenspiele des letzten Hohenzollernmonarchen.

Auch wenn die preußischen Kronjuwelen seit 1918 nicht mehr als Symbole politischer Macht und Legitimation fungieren, könnte man doch annehmen, dass sie – ähnlich wie ihre britischen Gegenparts die meiste Zeit – zumindest hübsche Ausstellungstücke abgeben würden. Doch leider hat die deutsche Geschichte des 20. Jahrhundert nicht nur an ihren einstigen Trägern ihre Spuren hinterlassen, sondern auch an den Kronen selbst: Die Königskrone Friedrichs I. wurde bereits 1889 ihrer Juwelen entledigt, da man diese für das neue Exemplar Wilhelms II. wiederverwertete; das Goldskelett der 1701er Krone befindet sich heute im Berliner Schloss Charlottenburg. Die juwelenbesetzte 1889er Krone Wilhelms II. – der sie selbst nie trug – ist in der Schatzkammer der Burg Hohenzollern bei Hechingen ausgestellt. Die 1861er Krone Wilhelms I. ging jedoch in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren, und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht.

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Kanonenkugel auf steinernem Sockel mit der Inschrift „Rolf Krake, 28.3.1864“ aus Eisen und Stein, Maße: 55 x 132 x 107 cm, Inventar-Nummer: A 206, Bismarck-Museum, Friedrichsruh

Der Schreibtisch Otto von Bismarcks in dessen nachgestelltem Arbeitszimmer im Bismarck-Museum von Friedrichsruh wird von einem mächtigen Bilderrahmen, einer Standuhr, zwei Lampen und einer großen Ledermappe, welche den Eindruck erweckt, als würde der Reichskanzler gleich wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, dominiert.

Während der flüchtige Blick nur diese Objekte wahrnimmt, offenbaren sich dem aufmerksamen Besucher eine Vielzahl weiterer interessanter Gegenstände, die jedoch aufgrund ihrer Größe unscheinbarer wirken. Eines dieser Objekte ist eine kleine schlichte Metallkugel, die auf eine steinerne Platte montiert wurde, welche die Gravur „Rolf Krake 28.3.1864“ trägt. Das Objekt gehört zu den wenigen Exponaten des Museums, die einen unmittelbaren Bezug zum Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 haben. Auffällig an der Kugel ist der Umstand, dass der obere Teil abgeschliffen wurde. Trotz ihrer Schlichtheit und Unauffälligkeit zeugt dieses Objekt von einer der blutigsten Episoden des Deutsch-Dänischen Krieges, dem Ringen um die Düppeler Schanzen.

Der Name „Rolf Krake“ war vor 152 Jahren weit über die Grenzen Dänemarks hinaus bekannt. Schließlich trug nicht nur ein legendärer nordischer Sagenkönig diesen Namen, sondern auch das erste moderne Panzerschiff Europas. In dänischem Auftrag in Glasgow gebaut und im Sommer 1863 vom Stapel gelaufen, stellte die „Rolf Krake“ ein Novum in der europäischen Seekriegsführung dar. Denn obgleich schon eiserne Panzerschiffe im amerikanischen Sezessionskrieg (1861 – 1865) zum Einsatz gekommen waren, hatte diese Technik bis dahin noch keinen Einzug in Europa gehalten.[1]

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Erste Seite des Friedensvertrages zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich, Frankfurt/M., 10. Mai 1871 (Faksimile aus Papier und Textil), zu sehen in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung

Unter den „Einigungskriegen“ zwischen 1864 und 1871 zeichnete sich vor allem der Deutsch-Französische Krieg durch seine überaus große Bedeutung im Zusammenhang mit der Reichsgründung aus. Bismarcks Rechnung ging auf: Die Kriegserklärung Frankreichs war insofern ein ihm gelegenes Manöver, weil sie eine Welle von nationaler Begeisterung in den deutschen Staaten auslöste, welche im Hinblick auf die spätere Reichsgründung eine nicht zu unterschätzende Rolle einnahm.

Nachdem sich Kaiser Napoleon III. nach der Schlacht von Sedan Anfang September 1870 ergeben hatte, leistete die neugebildete provisorische Regierung in Paris weiterhin Widerstand. Besonders Jules Favre, der Außenminister der kurz zuvor ausgerufenen Republik, war ein entschiedener Befürworter des Widerstands, doch wie auf dem hier präsentierten Exponat zu sehen ist, war er am Ende doch gezwungen, einen Friedensvertrag zu Bismarcks Bedingungen zu unterzeichnen. Zum Ärger einiger deutscher Militärs bevorzugte Otto von Bismarck eine politische Lösung des Konflikts, die jedoch vorerst nicht zu Stande kam, weil die republikanische Regierung in Paris die von deutscher Seite geforderten Gebietsabtretungen nicht hinnehmen wollte. Doch die innenpolitische Lage in Frankreich verschärfte sich parallel zum immer noch andauernden Krieg. So kapitulierte die von den Deutschen eingeschlossene Hauptstadt Paris schließlich, und die republikanische Regierung war gezwungen, zunächst einen Waffenstillstand zu vereinbaren, woraufhin eine Nationalversammlung gewählt wurde, die den deutschen Forderungen zustimmte. Somit wurde eine Grundlage für den Vorfrieden von Versailles (26. Februar 1871) geschaffen. Hierbei wurde verbindlich festgelegt, welche Gebiete die dritte Französische Republik an das neugegründete deutsche Kaiserreich abtreten sollte. Außerdem wurden Reparationen in Höhe von fünf Milliarden Francs festgelegt. Ein interessantes Detail ist, dass eine derart hohe Summe selbst aus Bismarcks Sicht im Grunde unangemessen war, weil sie den tatsächlichen Kosten der materiellen Kriegsschäden nicht entsprochen habe.

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Juan Prim y Prats, Fotografie auf Papier/Karton, hergestellt in Madrid um 1860/65, Maße: Breite: 6,3 cm; Höhe:10,5 cm, heute im Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung Inventar-Nr.: Bestand 14/7/1, ohne Inventarnummer

Die aus der fotografischen Sammlung des Archivs der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh stammende Abbildung des spanischen Generals und Politikers Juan Prim y Prats führt zurück in die Zeit vor Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71.

Die Fotografie, die um 1860[1] von Jean Laurent aufgenommen wurde, zeigt Juan Prim y Prats, der seit 1868 Innenminister und seit 1869 Ministerpräsident und Kriegsminister in Spanien war.[2] Prim wurde ist 1814 in Reus (Katalonien) geboren und im Alter von 56 Jahren ermordet.

Der französische Fotograf Jean Laurent lebte von 1816 bis 1886 und hatte seit 1843 seinen Wohnsitz in Madrid. 1856 errichtete er sein Fotostudio in der Nähe des Abgeordnetenhauses und machte seine Leidenschaft zur Profession. Die Adresse des Studios ist auf der Rückseite der Fotografie, bei der es sich um eine Carte de Visite handelt, angegeben (39, Carrera de S. Geronimo, Madrid). Laurent fertigte vor allem Landschafts- und Städteaufnahmen an, aber auch von interessanten oder populären Persönlichkeiten existieren Fotografien. Darauf lässt auch der ihm zwischen 1861 und 1868 verliehene Titel „Fotógrafo de Su Majestad la Reina“, die ihn als Hoffotografen Königin Isabellas II. ausweisen, schließen. Seine im Auftrag der Regierung angefertigten Fotografien von öffentlichen Bauten wie Straßen, Brücken, Bahnhöfen, Häfen und Kanälen in Spanien wurden sogar auf der Pariser Weltausstellung 1867 präsentiert. Er gilt als einer der bedeutendsten Fotografen aus dem Spanien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dessen Fotografien noch heute öffentlich präsentiert und gewürdigt werden.[3] Im Jahr 1868 eröffnete er in Paris ein Geschäft, das dem Verkauf seiner Fotografien diente, (27, rue Richelieu, à Paris).

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Eichenstamm mit eisernem Amboss, dazu sieben Werkzeuge und diverse Verziehrungen, beschriftet mit „Nord-Süd“, hergestellt in der Bergischen Schmiede von Remscheid (Hans Friedel); Material: Eiche, Buche, Eisen, Gold, Metalle, Emaille, Leder, Maße: 1,41 x 80 x 70cm; zu sehen im Bismarck-Museum, Friedrichsruh, Inventar-Nummer: A 052

Betritt man den vierten Raum des Bismarck-Museums in Friedrichsruh, so fällt neben dem riesigen Gemälde, welches die Kaiserproklamation von 1871 zeigt, vor allem ein Exponat sofort ins Auge: Ein eiserner Amboss auf einem massiven Eichenstamm. Reich sind die Verzierungen dieses Geschenks, welches der Altreichskanzler Otto von Bismarck zu seinem 80. Geburtstag am 1. April 1895 von den Bergischen Schmieden in Remscheid überreicht bekam.

So wird der Amboss zum einen von einem vergoldeten Lorbeerkranz geschmückt – ein Sinnbild für Sieg und Patriotismus. Zum anderen findet man einen Eichenzweig und natürlich den Eichenstamm, der das Gerüst des Exponats bildet: Die Eiche ist seit jeher ein Symbol der deutschen Mentalität und steht für Stärke, Beständigkeit und Treue. Auch der Ledergurt, welcher um den Eichenstamm gespannt wurde und einige der sieben Werkzeuge hält, steht symbolisch für Haltbarkeit. Weiterhin findet man auf dem Museumsstück eine kleine Kaiserkrone und das Abbild eines Reichsadlers, welche sehr zentral auf dem Objekt angeordnet sind.

Der Amboss und die Werkzeuge, auf die das Augenmerk hauptsächlich fällt, vertritt die wichtigste Symbolik des Exponats: Bismarck als „Schmied des Deutschen Kaiserreiches“. Auch die Schriftzüge „Nord“ und „Süd“, die sich auf den Hälften einer Eisenstange auf dem Exponat befinden, und die Wappen der sieben deutschen Bundesstaaten symbolisieren den Zusammenschluss der süddeutschen Staaten und dem Norddeutschen Bund zu einem vereinigten Kaiserreich.

Die Bezeichnung Bismarcks als „Reichsschmied“ ist ein schon von den Zeitgenossen häufig benutzter Begriff und spielt auf die Tatsache an, dass es vor allen Dingen der Politik des Altreichskanzlers zu verdanken ist, dass 1871 aus Deutschland, welches wenige Jahre zuvor noch aus verschiedenen Territorialstaaten bestand, das Deutsche Kaiserreich hervorging. Bereits 1866, nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg, aus dem Preußen als Sieger hervorging, hatte Bismarck für die Annexion der deutschen Staaten gesorgt, die auf der Seite Österreichs gestanden hatten. Die mit Preußen verbündeten norddeutschen Staaten bildeten seit 1867 mit der Hohenzollern-Monarchie den Norddeutschen Bund. Dieser gilt als Vorläufer des deutschen Nationalstaates.

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Stulpenstiefel auf Spannern ( 89 x 17 x 31cm³), getragen um 1890, unbekannter Hersteller, Zustand: Leder abgenutzt, Schäfte beidseitig beschädigt, Zu sehen im Bismarck-Museum, Friedrichsruh (Inventar-Nr.: A 092)

Zugegeben: Ein Schuhwerk des ersten deutschen Reichskanzlers zum Exponat des Monats zu erheben, mag dem Leser des Blogs seltsam vorkommen, wenn nicht sogar ein irritiertes Kopfschütteln hervorrufen: „Haben Archiv, Stiftung und Museum wirklich nicht mehr zu bieten, als ein paar alte Lederstiefel?“

„Doch, haben sie“, muss die eindeutige Antwort auf diese Frage lauten. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, auch auf die unscheinbareren Objekte im Bismarck-Museum aufmerksam zu machen, die sonst Gefahr laufen, beispielsweise von Orden überstrahlt oder vom Gewicht der Mitrailleuse erdrückt zu werden. Außerdem bildet der Artikel über die imposante Fußbekleidung den Auftakt zu einer kleinen Reihe über den militärischen Anputz des Fürsten, frei nach dem Motto „Des Kanzlers alte Kleider“.

Eine dieser ʻkleinerenʼ im Museum ausgestellten Objekte sind die zur Kürassier-Uniform Otto von Bismarcks gehörenden schwarzen Stulpenstiefel, welche knapp einen Meter messen und damit beeindruckend hoch sind. In jener vollen Höhe mit hochgekrempelter Stulpe wurden diese allerdings nur im Gefecht getragen. Die für gewöhnlich aus mehrlagigem Rindsleder gefertigten Stiefel fanden in vielen berittenen Einheiten Verwendung, wo sie auch in der hier ungepanzerten Version ohne Stahlplatte noch einen gewissen Schutz – beispielsweise vor z.B. Hieben – boten. Auf Höhe der Ferse ist ein der Befestigung des Sporns dienender Metallbügel zu erkennen, der wiederum durch einen auf dem Spann liegenden Lederriemen zusammengehalten wird. Otto von Bismarck gehörte zwar nur ehrenhalber zum Kürassier-Regiment v.Seydlitz (Magdeburgisches) Nr.7, war aber aufgrund dieser Tatsache zum Tragen der Regimentsuniform berechtigt, was die Stiefel mit einschloss; die hier abgebildeten Exemplare wurden um 1890 vom Altreichskanzler getragen.

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