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Unser Kalender zeigt für den April den Druck „Die Kapitulation von Sedan. Die Verhandlungen in Donchery vom 1. zum 2. September 1870“, nach einer Farbskizze Anton von Werners (um 1895), Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 689.

Nach dem Sieg der deutschen Truppen in der größten Schlacht dieses Krieges bei Gravelotte am 18. August 1870 zogen sich starke französische Verbände in die Festung Metz zurück. Zwei französische Armeen scheiterten nahe der Grenze zu Belgien mit dem Versuch, die Eingeschlossenen zu entsetzen. Der 3. und der 4. Armee gelang es in der Folge, rund 130.000 auf Metz vorrückende französische Soldaten bei Sedan einzukesseln. Die Schlacht von Sedan am 1./2. September 1870 endete mit einer vollständigen Niederlage der Franzosen.

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Unser Kalender zeigt für den März das Gemälde „MARS-LA-TOUR den 16. August 1870“, gemalt von Emil Hünten, Öl auf Leinwand, aus dem Jahr 1878, zu sehen im Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 041.

Nach den ersten, unter hohen Verlusten errungenen deutschen Erfolgen bei Weißenburg, Wörth und den Spicherer Höhen gelang der 2. Armee unter dem Kommando des Prinzen Karl Friedrich von Preußen am 16. August 1870 in der Schlacht bei Mars-la-Tour / Vionville (auch Schlacht von Rezonville) ein erster entscheidender Sieg über das französische Heer. Im Verlauf der Schlacht wurden Einheiten der preußischen Garde-Kavallerie-Division zur Unterstützung bedrängter Infanterie mehrfach in den Kampf geworfen. Die Angriffe der Kavalleristen an verschiedenen Punkten des Geschehens brachten die französischen Truppen zum Stehen, dabei erlitten sie jedoch hohe Verluste. Beispielhaft erwähnt sei hier der „Todesritt der Brigade Bredow“, eine blutige Attacke der 12. Kavallerie-Brigade unter dem Befehl von Adalbert von Bredow.

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Solinger Bürger schenkten Otto von Bismarck diesen aufwendig bearbeiteten Offizierspallasch.

Neben den imposanten Stulpenstiefeln und dem namensgebenden Schutzpanzer darf natürlich auch der Pallasch als charakteristische Waffe der Kürassiere in dieser kleinen Kleider- und Ausrüstungs-Trilogie nicht fehlen. Bevor aber einer der beiden Ehrenpallasche, die in derselben Vitrine wie sein Körperpanzer hängen – Otto von Bismarck hatte selbstverständlich nicht nur einen zu seiner Ausrüstung gehörenden Offizierspallasch, sondern mehrere Waffen dieser Art – genauer betrachtet werden soll, wird die Traditionswaffe der schweren Kavallerie vorgestellt.

Der Begriff Pallasch stammt aus dem türkisch-ungarischen Raum, dessen Bedeutung der Duden mit „schwerer (Korb-)Säbel“ angibt. Verwandt ist die Waffe sowohl mit Säbel als auch Degen, wobei auf eine genaue Auflistung der Unterschiede bzw. Darstellung der Entwicklung des Pallaschs verzichtet werden soll.

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Deutschland, 1922, Öl auf Leinwand, rechts unten signiert Ernst Wichert (1885 – 1953), auf dem Keilrahmen betitelt „Geburtsort Bismarcks“, 78 x 98 cm (mit Rahmen), Dauerleihgabe Christian Thielemann, Berlin.

Die Otto-von-Bismarck-Stiftung wird immer wieder mit Schenkungen oder Dauerleihgaben von Kunstwerken und Büchern bedacht, die inhaltlich einen Bezug zum ersten Reichskanzler aufweisen. Die jüngste Dauerleihgabe, die Friedrichsruh erreichte, ist ein Gemälde, das einen Blick auf Schönhausen bietet.

Das 1922 entstandene Bild zeigt das zwischen 1695 und 1700 durch August II. von Bismarck (1666 – 1732) auf den Grundmauern eines 1642 abgebrannten Vorgängerbaus errichtete Geburtshaus des späteren Reichskanzlers Otto von Bismarck in Schönhausen/Elbe in der Altmark. Das Gebäude wurde 1958 auf Anordnung der SED gesprengt. Der Blick des Betrachters geht vom Rand des Schlossparks aus auf das Hauptgebäude des Schlosses, vorbei an einem von mehreren im Park aufgestellten Geschützen mit französischen Bronzerohren aus dem 18. Jahrhundert.

An das Hauptgebäude schließt sich links ein Seitenflügel an, der die Sprengung von 1958 überstanden hat und in dem sich seit 1998 ein Bismarck-Museum befindet. Es wird von der Gemeinde Schönhausen unterhalten und im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Gemeinde sowie dem Land Sachsen-Anhalt von der Otto-von-Bismarck-Stiftung wissenschaftlich betreut.

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Unser Kalender zeigt für den Februar einen Druck nach einem Gemälde von Anton von Werner (um 1900), „Kaiser Friedrich als Kronprinz an der Leiche des Generals Abel Douay am Abend des 4. August 1870“, Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: Altbestand.

Am Abend des 3. August 1870 erreichte die 2. Division des 1. Französischen Armeekorps unter dem Kommando des Generals Charles-Abel Douay die unmittelbare Umgebung der Festungs- und Grenzstadt Weißenburg (Wissembourg) im Elsass. Am folgenden Tag trafen die Franzosen auf vorrückende Einheiten der 3. Armee, die erstmalig aus preußischen und süddeutschen Einheiten zusammengesetzt war und dem Kommando des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen unterstand. Die Schlacht von Weißenburg endete mit einer Niederlage der Franzosen. General Douay fiel am späten Vormittag des 4. August in seiner Stellung auf dem Geisberg beim Ausrichten einer Mitrailleuse durch deutschen Artilleriebeschuss. Der Leichnam des Generals wurde geborgen und in das Gehöft Schafbusch verbracht, das als Notlazarett diente.

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Unser Kalender zeigt für den Januar eine Farblithografie nach einer Zeichnung von Otto Wisnieski (1870), Verlag, Druck und Kolorit von Hermann Oeser, Neusalza, Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: L 1999/076.

Als Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes, preußischer Ministerpräsident und Außenminister war Otto von Bismarck Leiter der zentralen zivilen politischen Entscheidungsinstanzen und damit Angehöriger des Großen Hauptquartiers, der mobilen strategischen Kommandozentrale des preußischen Heeres und der Streitkräfte der verbündeten süddeutschen Staaten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Daher befanden sich Bismarck und seine ihn begleitenden Mitarbeiter während des gesamten Feldzugs in unmittelbarer Nähe Wilhelms I. sowie des preußischen Generalstabs. Je nach Standort des Großen Hauptquartiers musste auch für das „Bundeskanzleramt im Felde“ eine Unterkunft gefunden werden, die häufig nur den einfachsten Ansprüchen genügte. Während dem „Chef“ (Bismarck) in der Regel ein eigenes Arbeits- und Schlafzimmer zur Verfügung stand, mussten sich dessen Begleiter nicht selten Räumlichkeiten teilen, in denen gearbeitet, gegessen und geschlafen wurde. Die Gesamtzahl der Personen des mobilisierten Bundeskanzler- und Auswärtigen Amts betrug zum Ende des Krieges um die zwanzig Mitarbeiter, angefangen von den Räten bis hin zu den Kanzleidienern.

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Neben den Stiefeln, die gewissermaßen die Basis für eine jede Uniform bilden und bereits in unserer Reihe Das besondere Exponat ihren „Auf-Tritt“ hatten, darf auch der namensgebende Kürass als Bestandteil der Reitermontur nicht fehlen. Der Begriff selbst geht auf das französische Wort ‚cuirasse‘ für den Lederpanzer zurück. Die Truppengattung der Kürassiere war aus den mittelalterlichen Rittern hervorgegangen und zählte zur schweren Kavallerie. Die Rüstung aber wurde in den folgenden Jahrhunderten zugunsten der Beweglichkeit deutlich abgeschwächt, bis nur noch der traditionelle Kürass – hier in Form eines sowohl Brust als auch Rücken bedeckenden Doppelkürasses – zum Schutz des Brustkorbs in der Reitertruppe verblieb. Ab 1888 wurde er dann nur noch zu Paradezwecken getragen.

Otto von Bismarck war, obwohl er seine kurze „freiwillige“ Zeit beim Militär nur widerwillig erfüllt hatte, wie im Beitrag „Bismarck als Soldat“ zu lesen ist, schon seit dem 18. Oktober 18681 Offizier à la suite2 des Magdeburgischen Kürassier-Regiments Nr. 7 (ab dem 27. Januar 1889 Kürassier-Regiment „von Seydlitz“ [Magdeburgisches] Nr. 7). Nachdem der Ruheständler im Januar 1894 – zu diesem Zeitpunkt schon im Rang eines Generaloberst – anlässlich eines „Versöhnungstreffens“ mit Wilhelm II. per kaiserlicher Ordre zum Chef des Regiments ernannt worden war3, erhielt er von eben diesem zu seinem 80. Geburtstag am 1. April 1895 jenen hier zum besonderen Exponat erkorenen Doppelkürass.

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Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 erreichte Otto von Bismarck ein aufsehenerregendes Geschenk: Die chinesische Kaiserin Cixi ließ ihm einen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn zukommen, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Dieses besondere Werk ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Exponate des Bismarck-Museums.

Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 erreichte Otto von Bismarck ein aufsehenerregendes Geschenk: Die chinesische Kaiserin Cixi ließ ihm einen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn zukommen, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Dieses besondere Werk ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Exponate des Bismarck-Museums.

Die Vorbereitungen des Besuchs von Vize-Staatspräsident Wang Qishan im Mai 2019 haben der Otto-von-Bismarck-Stiftung die Gelegenheit geboten, genauere Erkundigungen über diesen Elefantenstoßzahn einzuholen. Auf Vermittlung des chinesischen Generalkonsulats in Hamburg erhielt sie die Kurzexpertise eines Historikers, der im Museum der Verbotenen Stadt in Beijing tätig ist.

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Objekt: Christus-Orden, mit Brillanten Material: Gold, Email, Steine, Textil Kleinod (98x43x11), Schulterband (107×830), Inventar-Nr.: O 022 (258)

Text: Maximilian Schiermoch

Der dem reichen Inventar des Bismarck-Museums zugehörige Orden der Christusritter, lat. Ordo Supremus Militia Domini Nostri Iesu Christi, ist ein einklassiger Ritterorden des Heiligen Stuhls und der höchste päpstliche Orden für Zivil- und Militärverdienste. Papst Leo XIII. verlieh am 31. Dezember 1885 den Christus-Orden Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dem bis dato einzigen protestantischen Träger dieses Ordens.

Der Christus-Orden entstand aus dem ehemaligen portugiesischen Tempelherren-Orden. Dieser wurde nach der Verfolgung der Tempelherren-Ordensmitglieder durch König Philipp den Schönen von Frankreich von Papst Clemens V. im Jahre 1312 aufgehoben. 1317 stiftete König Dionysius von Portugal den Tempelherren-Orden als „Christus-Orden“ neu. Unter der Bedingung, dass neben dem portugiesischen König der Papst ebenfalls das Recht habe, den Orden zu verleihen[1], bestätigte Papst Johannes XXII. die Neustiftung des Ordens am 14. März 1319.[2] Die von Portugal gänzlich unabhängige Existenz des päpstlichen Zweiges begann mit der Gründung einer branca genannten und auch Nichtadelige aufnehmenden Künstlergemeinschaft unter den Päpsten Paul V. (Pontifikat 1605-1621) und Gregor XV. (Pontifikat 1621-1623).[3] Im Zuge einer am 7. Februar 1905 vollzogenen Reorganisation des gesamten päpstlichen Ordenswesens bestätigte Pius X. (Pontifikat 1903-1914) den Orden als – bereits von Leo XIII. (Pontifikat 1878-1903) anerkannten – höchsten päpstlichen Orden. Seitdem ist eine Verleihung für Staatsoberhäupter, hervorragende Staatsmänner und höchste päpstliche Würdenträger vorgesehen.[4] Nach einer weiteren Reform im Jahre 1966 unter Paul VI. (Pontifikat 1963-1978) wird der Orden ausschließlich an Staatsoberhäupter christlichen Glaubens während einer vom Papst persönlich beigewohnten Investitur-Zeremoniale verliehen. In dieser legt der Ordensritter das ausführliche Glaubensbekenntnis ab und verspricht, ein tugend- und beispielhaftes Leben zu führen.[5]

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Entlassungszeugnis Otto Eduard Leopold von Bismarcks vom 3. April 1832 (Reproduktion); Material: Papier, Maße: 210 x 297 mm (DIN A4); Inventarnummer: Altbestand, ausgestellt in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh

Wenn an Otto von Bismarck erinnert wird, stehen seine großen Erfolge wie auch Misserfolge im Vordergrund: Bismarck der „Reichsgründer“, die von ihm initiierte Sozialgesetzgebung oder seine Rolle im Kulturkampf. Das sind prägende Ergebnisse der Politik des ersten Reichskanzlers, die einen großen Baustein der deutschen Geschichte bilden und noch bis heute Auswirkungen haben. Aber wer hätte gedacht, dass dieser erfolgreiche und einflussreiche Staatsmann in seiner Schulzeit eher durch Fehlzeiten und Arbeitsscheu auffiel als durch großen Fleiß? Dies belegt sein Entlassungszeugnis vom 3. April 1832 zu seinem Abitur im Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin.

Ein Jahr nach Bismarcks Geburt am 1. April 1815 zog seine Familie von Schönhausen auf das ererbte Gut Kniephof in Pommern. Diese sehr ländliche und idyllische Umgebung lag dem jungen Otto sehr am Herzen, weshalb er umso erboster war, als er mit sechs Jahren von seiner Mutter Wilhelmine Mencken in die von ihm als „Zuchthaus“ beschriebene Plamannsche Lehranstalt in Berlin geschickt wurde. Wilhelmine stammte aus dem Bildungsbürgertum und entsandte ihre Kinder deshalb auf ein bürgerliches Internat, statt, wie für aristokratische Verhältnisse üblich, Hausunterricht erteilen zu lassen. Den dadurch entstandenen Umbruch in Ottos Leben beschreibt er selbst mit folgenden Worten: „Ich bin in meinem elterlichen Hause in frühester Kindheit fremd und nie wieder völlig darin heimisch geworden.[1]

Die Plamannsche Lehranstalt war renommiert, ihr Lehrkörper bestand überwiegend aus Mitgliedern der liberalen und nationalen Turnerbewegung. Dazu zählte auch der berühmte „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn. Die Lehrer und deren Erziehungsweise waren Otto von Bismarck zufolge gegen den Adel und dessen geistige Grundlagen ausgerichtet.  Die von ihm verwendete Beschreibung „Zuchthaus“ ist durch die Wahrnehmung der strengen Züchtigung und der schmalen Kost zu erklären. Dadurch kontrastierte die kindliche und ländliche Freiheit auf dem Gut Kniephof mit der von Bismarck gefühlten „Gefangenschaft“ in der Plamannschen Lehranstalt.

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