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Das besondere Exponat

Neben den Stiefeln, die gewissermaßen die Basis für eine jede Uniform bilden und bereits in unserer Reihe Das besondere Exponat ihren „Auf-Tritt“ hatten, darf auch der namensgebende Kürass als Bestandteil der Reitermontur nicht fehlen. Der Begriff selbst geht auf das französische Wort ‚cuirasse‘ für den Lederpanzer zurück. Die Truppengattung der Kürassiere war aus den mittelalterlichen Rittern hervorgegangen und zählte zur schweren Kavallerie. Die Rüstung aber wurde in den folgenden Jahrhunderten zugunsten der Beweglichkeit deutlich abgeschwächt, bis nur noch der traditionelle Kürass – hier in Form eines sowohl Brust als auch Rücken bedeckenden Doppelkürasses – zum Schutz des Brustkorbs in der Reitertruppe verblieb. Ab 1888 wurde er dann nur noch zu Paradezwecken getragen.

Otto von Bismarck war, obwohl er seine kurze „freiwillige“ Zeit beim Militär nur widerwillig erfüllt hatte, wie im Beitrag „Bismarck als Soldat“ zu lesen ist, schon seit dem 18. Oktober 18681 Offizier à la suite2 des Magdeburgischen Kürassier-Regiments Nr. 7 (ab dem 27. Januar 1889 Kürassier-Regiment „von Seydlitz“ [Magdeburgisches] Nr. 7). Nachdem der Ruheständler im Januar 1894 – zu diesem Zeitpunkt schon im Rang eines Generaloberst – anlässlich eines „Versöhnungstreffens“ mit Wilhelm II. per kaiserlicher Ordre zum Chef des Regiments ernannt worden war3, erhielt er von eben diesem zu seinem 80. Geburtstag am 1. April 1895 jenen hier zum besonderen Exponat erkorenen Doppelkürass.

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Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 erreichte Otto von Bismarck ein aufsehenerregendes Geschenk: Die chinesische Kaiserin Cixi ließ ihm einen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn zukommen, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Dieses besondere Werk ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Exponate des Bismarck-Museums.

Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 erreichte Otto von Bismarck ein aufsehenerregendes Geschenk: Die chinesische Kaiserin Cixi ließ ihm einen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn zukommen, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Dieses besondere Werk ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Exponate des Bismarck-Museums.

Die Vorbereitungen des Besuchs von Vize-Staatspräsident Wang Qishan im Mai 2019 haben der Otto-von-Bismarck-Stiftung die Gelegenheit geboten, genauere Erkundigungen über diesen Elefantenstoßzahn einzuholen. Auf Vermittlung des chinesischen Generalkonsulats in Hamburg erhielt sie die Kurzexpertise eines Historikers, der im Museum der Verbotenen Stadt in Beijing tätig ist.

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Objekt: Christus-Orden, mit Brillanten Material: Gold, Email, Steine, Textil Kleinod (98x43x11), Schulterband (107×830), Inventar-Nr.: O 022 (258)

Text: Maximilian Schiermoch

Der dem reichen Inventar des Bismarck-Museums zugehörige Orden der Christusritter, lat. Ordo Supremus Militia Domini Nostri Iesu Christi, ist ein einklassiger Ritterorden des Heiligen Stuhls und der höchste päpstliche Orden für Zivil- und Militärverdienste. Papst Leo XIII. verlieh am 31. Dezember 1885 den Christus-Orden Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dem bis dato einzigen protestantischen Träger dieses Ordens.

Der Christus-Orden entstand aus dem ehemaligen portugiesischen Tempelherren-Orden. Dieser wurde nach der Verfolgung der Tempelherren-Ordensmitglieder durch König Philipp den Schönen von Frankreich von Papst Clemens V. im Jahre 1312 aufgehoben. 1317 stiftete König Dionysius von Portugal den Tempelherren-Orden als „Christus-Orden“ neu. Unter der Bedingung, dass neben dem portugiesischen König der Papst ebenfalls das Recht habe, den Orden zu verleihen[1], bestätigte Papst Johannes XXII. die Neustiftung des Ordens am 14. März 1319.[2] Die von Portugal gänzlich unabhängige Existenz des päpstlichen Zweiges begann mit der Gründung einer branca genannten und auch Nichtadelige aufnehmenden Künstlergemeinschaft unter den Päpsten Paul V. (Pontifikat 1605-1621) und Gregor XV. (Pontifikat 1621-1623).[3] Im Zuge einer am 7. Februar 1905 vollzogenen Reorganisation des gesamten päpstlichen Ordenswesens bestätigte Pius X. (Pontifikat 1903-1914) den Orden als – bereits von Leo XIII. (Pontifikat 1878-1903) anerkannten – höchsten päpstlichen Orden. Seitdem ist eine Verleihung für Staatsoberhäupter, hervorragende Staatsmänner und höchste päpstliche Würdenträger vorgesehen.[4] Nach einer weiteren Reform im Jahre 1966 unter Paul VI. (Pontifikat 1963-1978) wird der Orden ausschließlich an Staatsoberhäupter christlichen Glaubens während einer vom Papst persönlich beigewohnten Investitur-Zeremoniale verliehen. In dieser legt der Ordensritter das ausführliche Glaubensbekenntnis ab und verspricht, ein tugend- und beispielhaftes Leben zu führen.[5]

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