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Das besondere Exponat

Kanonenkugel auf steinernem Sockel mit der Inschrift „Rolf Krake, 28.3.1864“ aus Eisen und Stein, Maße: 55 x 132 x 107 cm, Inventar-Nummer: A 206, Bismarck-Museum, Friedrichsruh

Der Schreibtisch Otto von Bismarcks in dessen nachgestelltem Arbeitszimmer im Bismarck-Museum von Friedrichsruh wird von einem mächtigen Bilderrahmen, einer Standuhr, zwei Lampen und einer großen Ledermappe, welche den Eindruck erweckt, als würde der Reichskanzler gleich wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, dominiert.

Während der flüchtige Blick nur diese Objekte wahrnimmt, offenbaren sich dem aufmerksamen Besucher eine Vielzahl weiterer interessanter Gegenstände, die jedoch aufgrund ihrer Größe unscheinbarer wirken. Eines dieser Objekte ist eine kleine schlichte Metallkugel, die auf eine steinerne Platte montiert wurde, welche die Gravur „Rolf Krake 28.3.1864“ trägt. Das Objekt gehört zu den wenigen Exponaten des Museums, die einen unmittelbaren Bezug zum Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 haben. Auffällig an der Kugel ist der Umstand, dass der obere Teil abgeschliffen wurde. Trotz ihrer Schlichtheit und Unauffälligkeit zeugt dieses Objekt von einer der blutigsten Episoden des Deutsch-Dänischen Krieges, dem Ringen um die Düppeler Schanzen.

Der Name „Rolf Krake“ war vor 152 Jahren weit über die Grenzen Dänemarks hinaus bekannt. Schließlich trug nicht nur ein legendärer nordischer Sagenkönig diesen Namen, sondern auch das erste moderne Panzerschiff Europas. In dänischem Auftrag in Glasgow gebaut und im Sommer 1863 vom Stapel gelaufen, stellte die „Rolf Krake“ ein Novum in der europäischen Seekriegsführung dar. Denn obgleich schon eiserne Panzerschiffe im amerikanischen Sezessionskrieg (1861 – 1865) zum Einsatz gekommen waren, hatte diese Technik bis dahin noch keinen Einzug in Europa gehalten.[1]

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Erste Seite des Friedensvertrages zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich, Frankfurt/M., 10. Mai 1871 (Faksimile aus Papier und Textil), zu sehen in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung

Text: Melith Esmer

Unter den „Einigungskriegen“ zwischen 1864 und 1871 zeichnete sich vor allem der Deutsch-Französische Krieg durch seine überaus große Bedeutung im Zusammenhang mit der Reichsgründung aus. Bismarcks Rechnung ging auf: Die Kriegserklärung Frankreichs war insofern ein ihm gelegenes Manöver, weil sie eine Welle von nationaler Begeisterung in den deutschen Staaten auslöste, welche im Hinblick auf die spätere Reichsgründung eine nicht zu unterschätzende Rolle einnahm.

Nachdem sich Kaiser Napoleon III. nach der Schlacht von Sedan Anfang September 1870 ergeben hatte, leistete die neugebildete provisorische Regierung in Paris weiterhin Widerstand. Besonders Jules Favre, der Außenminister der kurz zuvor ausgerufenen Republik, war ein entschiedener Befürworter des Widerstands, doch wie auf dem hier präsentierten Exponat zu sehen ist, war er am Ende doch gezwungen, einen Friedensvertrag zu Bismarcks Bedingungen zu unterzeichnen. Zum Ärger einiger deutscher Militärs bevorzugte Otto von Bismarck eine politische Lösung des Konflikts, die jedoch vorerst nicht zu Stande kam, weil die republikanische Regierung in Paris die von deutscher Seite geforderten Gebietsabtretungen nicht hinnehmen wollte. Doch die innenpolitische Lage in Frankreich verschärfte sich parallel zum immer noch andauernden Krieg. So kapitulierte die von den Deutschen eingeschlossene Hauptstadt Paris schließlich, und die republikanische Regierung war gezwungen, zunächst einen Waffenstillstand zu vereinbaren, woraufhin eine Nationalversammlung gewählt wurde, die den deutschen Forderungen zustimmte. Somit wurde eine Grundlage für den Vorfrieden von Versailles (26. Februar 1871) geschaffen. Hierbei wurde verbindlich festgelegt, welche Gebiete die dritte Französische Republik an das neugegründete deutsche Kaiserreich abtreten sollte. Außerdem wurden Reparationen in Höhe von fünf Milliarden Francs festgelegt. Ein interessantes Detail ist, dass eine derart hohe Summe selbst aus Bismarcks Sicht im Grunde unangemessen war, weil sie den tatsächlichen Kosten der materiellen Kriegsschäden nicht entsprochen habe.

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Juan Prim y Prats, Fotografie auf Papier/Karton, hergestellt in Madrid um 1860/65, Maße: Breite: 6,3 cm; Höhe:10,5 cm, heute im Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung Inventar-Nr.: Bestand 14/7/1, ohne Inventarnummer

Text: Ina Redwanz

Die aus der fotografischen Sammlung des Archivs der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh stammende Abbildung des spanischen Generals und Politikers Juan Prim y Prats führt zurück in die Zeit vor Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71.

Die Fotografie, die um 1860[1] von Jean Laurent aufgenommen wurde, zeigt Juan Prim y Prats, der seit 1868 Innenminister und seit 1869 Ministerpräsident und Kriegsminister in Spanien war.[2] Prim wurde ist 1814 in Reus (Katalonien) geboren und im Alter von 56 Jahren ermordet.

Der französische Fotograf Jean Laurent lebte von 1816 bis 1886 und hatte seit 1843 seinen Wohnsitz in Madrid. 1856 errichtete er sein Fotostudio in der Nähe des Abgeordnetenhauses und machte seine Leidenschaft zur Profession. Die Adresse des Studios ist auf der Rückseite der Fotografie, bei der es sich um eine Carte de Visite handelt, angegeben (39, Carrera de S. Geronimo, Madrid). Laurent fertigte vor allem Landschafts- und Städteaufnahmen an, aber auch von interessanten oder populären Persönlichkeiten existieren Fotografien. Darauf lässt auch der ihm zwischen 1861 und 1868 verliehene Titel „Fotógrafo de Su Majestad la Reina“, die ihn als Hoffotografen Königin Isabellas II. ausweisen, schließen. Seine im Auftrag der Regierung angefertigten Fotografien von öffentlichen Bauten wie Straßen, Brücken, Bahnhöfen, Häfen und Kanälen in Spanien wurden sogar auf der Pariser Weltausstellung 1867 präsentiert. Er gilt als einer der bedeutendsten Fotografen aus dem Spanien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dessen Fotografien noch heute öffentlich präsentiert und gewürdigt werden.[3] Im Jahr 1868 eröffnete er in Paris ein Geschäft, das dem Verkauf seiner Fotografien diente, (27, rue Richelieu, à Paris).

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