Eine Sitzung des Reichstags, Bismarck sitzt links im Bild auf der Regierungsbank. Nach der Natur aufgenommen von H. Lüders, als Schwarz-Weiß-Zeichnung erschienen in: Die Gartenlaube, 1874; der kolorierte Druck ist in der Dauerausstellung „Otto von Bismarck und seine Zeit“ zu sehen.

Emotionen, Zeitmanagement und Wissensvorsprung waren einige der Stichworte, mit denen in der vergangenen Woche auf einer zweitägigen wissenschaftlichen Konferenz in Friedrichsruh Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen von politischen Entscheidungen während der Regierungszeit Otto von Bismarcks untersucht wurden. Veranstaltet wurde die Konferenz unter dem Titel „Entscheidungskulturen der Bismarck-Ära“ von der Otto-von-Bismarck-Stiftung und dem Historischen Institut der Universität Stuttgart unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Friedrichsruh) und Prof. Dr. Wolfram Pyta (Stuttgart).

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Der Garten von Versailles. Kolorierter Stahlstich, James Davis, nach William Callow (1812 – 1908), Großbritannien, 1839, Papier (© Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2829)

Aus dem Bassin de Latone, dem Latonabrunnen, sprudelt das Wasser in die Höhe, einige Damen schützen sich trotz leichter Bewölkung mit Schirmen vor der Sonne, die zwei Herren vorne im Bild haben sich zum Plausch getroffen. Das Bild strahlt die Leichtigkeit eines sommerlichen Tages aus und verrät nichts von den Mühen, unter denen der Garten von Versailles entstanden ist.
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Französische Erinnerungsmedaille an die Mexiko-Expedition, hergestellt von Albert Désiré Barre (1818 – 1878), Frankreich, 1863, Silber, Seidenrips (© Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: O 2021/009)

Die silberne Erinnerungsmedaille wurde am 29. August 1863 von Kaiser Napoleon III. gestiftet und als Auszeichnung für die militärische Teilnahme am Feldzug in Mexiko in den Jahren 1862/63 verliehen. Insgesamt wurden rund 38.000 Angehörige des französischen Expeditionskorps, darunter auch Freiwillige aus Österreich sowie Ausländer, die in den entsprechenden Einheiten der Fremdenlegion kämpften, damit ausgezeichnet.
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Silvester im Hause Bismarck mit Marie (mittlere Dame am Tisch), ihrer Mutter Johanna (rechts von ihr) und Schwägerin Marguerite (schräg hinter Otto von Bismarck stehend), Fotografie von Karl Hahn, Friedrichsruh, 31. Dezember 1891 (© Otto-von-Bismarck-Stiftung)

In der geschichtswissenschaftlichen Forschung spielen die Frauen aus dem familiären Umfeld eines Politikers zumeist keine Rolle. Dr. Andrea Hopp (Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen) schließt mit ihrem Buch „Im Schatten des Staatsmannes“ diese Lücke beispielhaft mit den Biografien von Johanna, Marie und Marguerite von Bismarck. Die Ehefrau Otto von Bismarcks, seine Tochter und seine Schwiegertochter gehören drei aufeinander folgenden Generationen an und zeigen sich dennoch in ihren Briefen und überlieferten Gesprächen durch eine grundsätzliche Lebenseinstellung miteinander verbunden.

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Das Quartett „Saitenwechsel“ mit Peter Schober (Kontrabass), Katrin Schober (Saxophon), Eleonora von Bergen (Violine) und Rolf von Bergen (Gitarre) sorgte auf dem Sommerempfang mit leichter Jazzmusik für eine schöne Atmosphäre.

Etwa 100 veröffentlichte Bücher und Schriften, 1.000 Veranstaltungen und ca. 400.000 Besucherinnen und Besucher – mit diesen Zahlen hat das Team der Otto-von-Bismarck-Stiftung am vergangenen Freitag gut gelaunt auf die ersten 25 Jahre seiner Arbeit zurückgeblickt. Vorgestellt wurden sie von Nobert Brackmann, der seit Kurzem den Vorstand die Stiftung leitet. Er begrüßte auf dem Sommerempfang zur Feier des Jubiläums im und vor dem Historischen Bahnhof Friedrichsruh die Gäste. In seiner kurzen Rede zeigte er auf, dass die Stiftung ihre Tätigkeiten seit ihrer Gründung 1997 kontinuierlich ausgebaut hat, und dankte unter anderem auch dem Förderverein, der mit einer erfreulich stabilen Anzahl an Mitgliedern der Stiftung zur Seite steht.

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Wir haben dem Namensgeber unserer Stiftung jetzt eine eigene Website gewidmet: Diese Online-Biografie stellt das Leben des preußisch-deutschen Staatsmannes vor, zeigt die Meilensteine seiner Politik auf und folgt ihm auf seinen Reisen durch Europa. Zum Gesamtbild gehört auch die Erinnerung an einen Politiker, der schon zu seinen Lebzeiten zum Mythos verklärt wurde. Abgerundet wird das Informationsangebot mit einer umfangreichen Quellensammlung.

Zu entdecken ist die frei zugängliche Website ab sofort unter www.bismarck-biografie.de.

Bruststern und Kleinod zum Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion, Frankreich, 1865, Gold, Silber, Emaille, Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar-Nr.: O 003 (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

Otto von Bismarck befürwortete eine flexible Politik Preußens gegenüber dem Zweiten Französischen Kaiserreich. Dies trug ihm allerdings die Kritik konservativer Politiker ein, die in Frankreich eine Bedrohung für den Frieden und die monarchische Ordnung in Europa sahen. Am 25. April 1865 verlieh Kaiser Napoleon III. dem preußischen Ministerpräsidenten aus Anlass der Ratifikation des Handelsvertrags zwischen Frankreich und dem Deutschen Zollverein vom 2. August 1862 das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion. Bismarck war dem Kaiser 1855 während eines Balls in Versailles zum ersten Mal begegnet. Die Annahme des ausländischen Ordens durch den Geehrten wurde am 20. Mai 1865 von König Wilhelm I. genehmigt.
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Henry Kissinger, Fotografie von Bernard Gotfryd, New York City 1982 (Library of Congress, gemeinfrei)

Als streitbar und umstritten gilt er, der frühere US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger1. Dennoch finden seine nicht selten monumentalen Bücher ein aufmerksames Publikum. Seit nunmehr 60 Jahren befasst er sich darin mit den „Herausforderungen der Macht“ und den „Antworten der Staatskunst“2 – zunächst als Historiker an der Harvard University, dann als politischer Akteur der US-amerikanischen Administration und Memoirenschreiber, schließlich als Elder Statesman3. Nun liegt sein neuestes Werk vor: „Staatskunst“4.

Der Titel führt ein wenig in die Irre, geht es in den „sechs Lektionen für das 21. Jahrhunderts“ nicht eigentlich um die breite analytische Durchdringung dessen, was „Staatskunst“ ist oder Kissinger dafür hält, sondern um einige von ihm ausgewählte Staatenlenker und eine Staatenlenkerin der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Allerdings webt Kissinger in die biografischen Beschreibungen immer wieder Erörterungen darüber ein, was er unter „großer Staatskunst“ versteht: „die Fähigkeit, langfristig zu inspirieren und eine Vision am Leben zu erhalten“ (S. 76); die Kraft, „geerbt[e] Umstände“ zu überwinden und „Gesellschaften an die Grenzen des Möglichen“ zu führen (S. 25); das Geschick, „sich nicht von der Stimmung des Augenblicks mitreißen zu lassen“ (S. 375).

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Königliche Oper des Schlosses von Versailles. Kolorierter Stahlstich, Letitia Byrne (1779 – 1849), nach John Nash (1752 – 1835), Großbritannien, 1829, Papier (© Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2731)

Gute Unterhaltung erleben und zugleich mit glanzvollen Veranstaltungen Macht demonstrieren – diese Absicht führte im absolutistischen Frankreich musikalisch wie architektonisch zu innovativen Entwicklungen, von denen die Geschichte der Königlichen Oper erzählt.

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