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Die Otto-von-Bismarck-Stiftung veröffentlicht seit ihrer Gründung in der Reihe „Friedrichsruher Beiträge“ in loser Folge einzelne Aufsätze zur Bismarck-Forschung.

Meist gründen diese auf Vorträgen, die Experten aus Deutschland und der Welt in Friedrichsruh gehalten haben. An der Schnittstelle von Wissenschaft und historisch-politischer Bildungsarbeit ist so ein überschaubares Publikationsformat entstanden, dessen mittlerweile knapp 50 Bände ein reges Interesse gefunden haben.

Da etliche Titel vergriffen sind, hat sich die Stiftung entschlossen einen Sammelband mit den wichtigsten Beiträgen herauszugeben. Auf Sehepunkte ist nun eine erfreuliche Besprechung dieses Querschnitt-Bandes erschienen.

Darin wird unsere Ansicht geteilt, dass sich die Mühen der Herausgabe gelohnt haben. Erhältlich ist das Buch überall im Buchhandel oder direkt bei uns, schreiben Sie einfach eine Nachricht an das Geschäftszimmer (info@bismarck-stiftung.de).

Kräuterbitter, Hersteller: H. E. Jacobus; Pommern, Schivelbein, Ende des 19. Jahrhunderts, Material: Glas, Maße: 9,3 cm (B) x 7,1 cm (T) x 28,5 cm (H), aufbewahrt in Friedrichsruh

Während seiner Amtszeit versuchte Bismarck dem grassierenden Alkoholismus mit hohen Steuern beizukommen. Privat war der Reichskanzler einem guten Tropfen jedoch nicht abgeneigt. Gelangte sein Abbild deshalb auf das Etikett dieses Kräuter-Bitters aus dem 19. Jahrhundert?

Der Historiker Golo Mann sagte einmal, Geschichte entstehe durch die Auseinandersetzung mit der vergangenen Wirklichkeit und ihrer hinterlassenen Spuren in den historischen Quellen.1 Als Anhaltspunkt für die Geschichte über die vergangene Wirklichkeit dient eine eher außergewöhnliche Quelle. Sind es meist Urkunden oder andere schriftliche Dokumente, manchmal ein Gemälde oder eine Büste, die als Ausgangspunkt für Forschungen dienen, so ist es hier ein Fundstück, das eine Dame aus der Nähe von Hof im Keller ihrer Großmutter fand.

Es handelt sich um eine ungeöffnete Flasche Kräuter-Bitter namens „Bismarck Bitter“, die aus grünem Glas besteht. Das Etikett gibt erste Hinweise auf seine Verwendung:

„Dieser von mir erfundene Magen-Bitter ist aus den heilsamsten Kräutern bereitet und hat sich seiner vortrefflichen Wirkung wegen überall gut bewährt zur Stärkung des Magens als Vorbeugungsmittel gegen Diarrhoe, Cholera und Kolik. Opium ist nicht darin enthalten und kann daher jede Dosis nach Bedürfnis genossen werden.“

Zudem benennt sich ein gewisser „H. E. Jacobus“ auf der Flasche als Hersteller des Getränks und vermerkt als Herkunft der Abfüllung „Schivelbein 1849“. Verziert ist die Flasche mit einem Bildnis Bismarcks in Uniform, an auffallender Stelle mit dem Eisernen Kreuz behangen. Die Flasche wird als „Deutsches Erzeugnis“ gekennzeichnet und eine noch teilweise erhaltene Banderole zeichnet den Likör als „Originalabfüllung“ aus. Die Flasche ist ungeöffnet und mit einem Korkkorken verstopft.

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 Unter diesem markigen Titel lädt die Pariser „Maison Heinrich Heine“ zu einer prominent besetzten Podiumsdiskussion. Wer also am 16. Oktober zufällig einen freien Abend in Paris hat, dem sei eine sicher spannende Veranstaltung ans Herz gelegt.

Dass die Otto-von-Bismarck-Stiftung in der Regierungszeit des Bundeskanzlers Kohl gegründet wurde und er sich im Juni 2006 vor Ort in Friedrichsruh als Ruheständler einen Eindruck von ihrer Arbeit verschaffte, zeigt sein entspanntes Verhältnis zu der historischen Figur Bismarck. Bei allen Unterschieden des politischen Stils.

Und dass der eine Kanzler der Einheit dem anderen milde über die Schulter schaut, ist dem Zufall der Aufstellung geschuldet.

Was sich nicht immer alles jährt! In diesem Jahr ist es neben dem Wittenberger Thesenanschlag Martin Luthers, dem Wartburgfest, der Oktoberrevolution und anderen mehr das Aufgehen der Herzogtümer Schleswig und Holstein als Provinzen im Königreich Preußen im Jahr 1867.

Wie es zu dieser Kriegsbeute kam, was der bisherige dänische Landesherr dazu sagte, wie sich die Landeskinder zum Obrigkeitswechsel stellten und welches Schicksal das oft unterschlagene dritte Herzogtum Lauenburg erwartete, das sind Fragen, denen eine Konferenz in Friedrichsruh nachgehen wird.Von Bismarcks Annexion bis zur Kieler Jamaika-Koalition sozusagen. Das Programm finden Sie hier.

Als Kooperationverstaltung der Abteilung Regionalgschichte der Universität Kiel und der Otto-von-Bismarck-Stiftung wird die Tagung am 1. Dezember 2017 in den Räumen der Stiftung in Friedrichsruh stattfinden. Interessenten sind herzlich eingeladen, um Anmeldung wird gebeten.