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Unter dem Titel „Bismarck in Badehose“ laden wir zusammen mit unserem Förderverein am Freitag, 10. Januar, um 19 Uhr zum Neujahrsempfang im Historischen Bahnhof Friedrichsruh ein. Das Thema des Abendvortrags von Dr. Pauline Puppel wird aber ein durchaus ernstes sein: die diplomatie thermale in den europäischen Kurorten des 19. Jahrhunderts, an der Bismarck regen Anteil nahm.

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In der Presse spiegelte sich die zeitgenössische Kritik am deutschen und europäischen Eigennutz der Berliner Afrika-Konferenz. „Unser Stolz. Wie stehen wir nun in der Welt da?“, Karikatur zur „Congo-Konferenz“, 1884, in: Kladderadatsch, Bismarck-Album, S. 162 (l.), „A chacun sa part, si l’on est bien sage“ (Jedem sein Teil, wenn er brav ist), in: L’illustration, Januar 1885.

Die Berliner Afrika-Konferenz 1884/85 sei ein „Mosaikstein“ auf dem langen Weg gewesen, den die europäischen Mächte beim Aufbau ihrer Kolonialreiche verfolgt hätten. Allerdings sei fraglich, wie einflussreich diese Konferenz auf die konkrete Politik der Teilnehmerländer tatsächlich gewesen sei. Ihre große Bedeutung aber liege in ihrem Symbolcharakter: Sie stehe für die willkürliche Aufteilung Afrikas. Mit diesem knappen Überblick fasste der Historiker Stig Förster in der Abschlussrunde der Tagung „Die Berliner Afrika-Konferenz 1884/85: Impulse zu einem umstrittenen globalen Ereignis“ den diskutierten Forschungsstand knapp zusammen.

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Auch Konrad Adenauer ist ein Beitrag gewidmet. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bundeskanzler 1963 blieb er als Parlamentarier und CDU-Vorsitzender politisch aktiv, das Regierungsgeschehen unter seinem Nachfolger Ludwig Erhard kommentierte er wiederholt polemisch. Foto: Adenauer besuchte auf seiner Wahlkampfreise 1953 auch Friedrichsruh (© Otto-von-Bismarck-Stiftung).

Otto von Bismarck, Willy Brandt und Michail Gorbatschow weisen eine Gemeinsamkeit auf: Sie verzichteten mehr oder weniger unfreiwillig auf ihr Amt. Sie stehen damit in einer Reihe namhafter Politiker des 19. und 20. Jahrhunderts, die nach dem Verlust der Macht für sich eine neue Rolle finden mussten. Aus ihnen wurden ungebetene Ratgeber, Intriganten und Elder Statesmen – mit zahlreichen Zwischenstufen, wie die Herausgeber Michael Epkenhans und Ewald Frie in der Einleitung des Sammelbandes „Politiker ohne Amt. Von Metternich bis Helmut Schmidt“ schreiben. In insgesamt 14 Beiträgen werden die Wege ausgewählter Staatsmänner im Unruhestand aus individualbiografischer Perspektive erörtert. Dem Band zugrunde liegt eine Konferenz der Otto-von-Bismarck-Stiftung im Jahr 2017.

Die Betrachtungen eint ein roter Faden aus einigen Leitfragen: Warum glaubten Politiker ohne Amt, sich weiterhin einmischen zu müssen? Welcher Strategien bedienten sie sich dabei? Auf welche Kreise in Politik und Gesellschaft konnten sie sich stützen? Welche Reaktionen riefen ihre Aktivitäten hervor und waren diese überhaupt erfolgreich?

Die Studien verdeutlichen nachdrücklich, dass die Motive der Staatsmänner außer Diensten ebenso wie deren Wahrnehmung durch Politik und Gesellschaft hochgradig variierten. Otto von Bismarck, der nach Meinung der Herausgeber dem Typus des Politikers ohne Amt für das 20. Jahrhundert Konturen verlieh, wird von Dr. Christoph Nonn, Professor für Neueste Geschichte an der Universität Düsseldorf, wenig schmeichelhaft charakterisiert: „Der von Geltungs- und Rachsucht getriebene Altkanzler im Unruhestand lieferte ein Paradebeispiel und Vorbild für diese Praxis politischer Untugend, wenn er sich auf vernichtende Kritik in der Presse beschränkte, sein Reichstagsmandat aber nie ausübte.“ (51) Politische Kurskorrekturen in seinem Sinne habe er so nicht erzielen können.

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Was sich nicht immer alles jährt! In diesem Jahr ist es neben dem Wittenberger Thesenanschlag Martin Luthers, dem Wartburgfest, der Oktoberrevolution und anderen mehr das Aufgehen der Herzogtümer Schleswig und Holstein als Provinzen im Königreich Preußen im Jahr 1867.

Wie es zu dieser Kriegsbeute kam, was der bisherige dänische Landesherr dazu sagte, wie sich die Landeskinder zum Obrigkeitswechsel stellten und welches Schicksal das oft unterschlagene dritte Herzogtum Lauenburg erwartete, das sind Fragen, denen eine Konferenz in Friedrichsruh nachgehen wird.Von Bismarcks Annexion bis zur Kieler Jamaika-Koalition sozusagen. Das Programm finden Sie hier.

Als Kooperationverstaltung der Abteilung Regionalgschichte der Universität Kiel und der Otto-von-Bismarck-Stiftung wird die Tagung am 1. Dezember 2017 in den Räumen der Stiftung in Friedrichsruh stattfinden. Interessenten sind herzlich eingeladen, um Anmeldung wird gebeten.

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Wir laden am 5. und 6. November 2026 zu einer wissenschaftlichen Tagung in den Historischen Bahnhof Friedrichsruh ein.

Bitte beachten Sie: Eine vorherige Anmeldung ist per E-Mail erforderlich, die Tagungsgebühr beträgt 25 Euro. Die Teilnahme am öffentlichen Abendvortrag ist kostenlos.

 

Programm

 

Donnerstag, 5. November 2026

10.00 Uhr Anmeldung
10.30 Uhr Begrüßung durch den Geschäftsführer sowie Willkommen und Einführung Sabine Mangold-Will und Daniel Stienen

11.00 Uhr Einführung
Ulf Morgenstern: „Von irgendetwas muss der Schornstein ja rauchen!“ Maßloses Essen und Trinken als Teil des Bismarck-Mythos

11.30 Uhr 1. Sektion: Reichskanzler
Moderation: Lennart Bohnenkamp
Wilke Tepelmann: „Im intimen Circle wird nur Rotwein serviert“ – Betrachtungen zum Ess- und Trinkverhalten der Reichskanzler
Daniel Benedikt Stienen: Zwischen Bier und Bowle – Die parlamentarischen Abende beim Reichskanzler

13.00 Uhr Pause

14.30 Uhr 2. Sektion: Parlamente
Moderation: Daniel Benedikt Stienen
Lennart Bohnenkamp: Tief ins Glas schauen – Die Fraktionskneipe als Dunkelkammer des preußisch-deutschen Parlamentarismus
Lukas Yavari: „In der Reichstagsküche herrscht Poesie“ – Das Parlamentsrestaurant als Ort parlamentarischer Kultur und Praxis

16.00 Uhr Pause

16.30 Uhr 3. Sektion: Höfe I – Die höfische Tafel
Moderation: Ulf Morgenstern
Ulrike Marlow: Kulinarische Repräsentation – Menükarten und Speisen preußischer Hoffeste
Sabine Mangold-Will: Wilhelm II. zwischen Hoffesten und Erbsensuppe

18.00 Uhr Pause

19.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
Josef Matzerath: „… das unerwartet frühe Erscheinen von Braten und Salat“ – Otto von Bismarck und die Tafelkultur des 19. Jahrhunderts

Freitag, 6. November 2026

9.30 Uhr 4. Sektion: Höfe II – Oberste Hofbehörden
Moderation: Luisa von Korff
Maximilian Vissers: Glanzvoll regiert, präzise serviert. Der Obersthofmarschallstab und die Kunst der Repräsentation am Münchner Hof unter Ludwig II. (1864 – 1886)
Alexander Will: Königlich Sächsische Genußfabrik – Das Dresdner Oberhofmarschallamt als professionelles Eventunternehmen des Kaiserreichs

11.00 Uhr Pause

11.30 Uhr 5. Sektion: Diplomatie
Moderation: Sabine Mangold-Will
Lara Kramer: Culinary Diplomacy und der Berliner Kongress 1878
Daniel Deckers: „… doch ihre Weine trinkt er gern“. Weindiplomatie im langen 19. Jahrhundert zwischen nationalen Ressentiments und kulturellen Affinitäten

13.00 Uhr Abschlussgespräch

Änderungen vorbehalten


Abb.: Stillleben, Gemälde von Rudolf Levy (1875 – 1944), © Staatliche Museen zu Berlin / Neue Nationalgalerie / Roman März Public CCO 1.0