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Der Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad Kissingen

Insgesamt 71 Wochen seines Lebens kurte Otto von Bismarck in Bad Kissingen und hoffte dabei auf Linderung seiner gesundheitlichen Beschwerden ebenso wie auf ein gewisses „geistiges Stumpfwerden“ zwecks allgemeiner Entspannung. Dabei war er ein so gerngesehener Gast, dass er einmal nach seiner Ankunft klagte, die jubelnde Bevölkerung habe ihn zu „armermüdender Grüßarbeit“ genötigt.

Ganz ohne Arbeit kamen diese Kuraufenthalte ohnehin nicht aus. Solange Bismarck seine Regierungsämter innehatte, erledigte er seine Aufgaben überall dort, wo er sich gerade aufhielt. Der Stadt Bad Kissingen wurde dabei die besondere Ehre zuteil, Namensgeberin eines seiner wichtigsten Dokumente zu werden: Im „Kissinger Diktat“ hielt er 1877 Leitlinien seiner künftigen Außenpolitik fest.

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Veranstaltungen

Mit einem historischen Rückblick auf das intensive Verhältnis, das Otto von Bismarck und Bad Kissingen über lange Jahre zueinander pflegten, eröffnet Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung, die Sonderausstellung des Ehrenbürgerbriefs, der dem Reichskanzler am 19. Februar 1885 verliehen wurde. Geehrt wurde damit ein gerngesehener, häufiger Kurgast: Insgesamt 71 Wochen seines Lebens verbrachte Bismarck in der Stadt und hoffte dabei auf Linderung seiner gesundheitlichen Beschwerden ebenso wie auf ein gewisses „geistiges Stumpfwerden“ zwecks allgemeiner Entspannung. Dennoch erledigte er während seiner Kuraufenthalte dringende Amtsgeschäfte und entwickelte seine politische Ideen weiter, so 1877 mit Blick auf die Maximen seiner künftigen Außenpolitik in einem Dokument, das als „Kissinger Diktat“ berühmt werden sollte.