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Reichsratsgebäude in Wien, Fotografie, Österreich-Ungarn, um 1885, Abzug auf Papier, Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2025/030

Die beiden Kammern des österreichischen Parlaments, der vom Volk gewählte Nationalrat und der Bundesrat als Vertretung der Bundesländer, tagen im Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße. Das Gebäude zählt zu den größten und bedeutendsten Parlamentsbauten der Welt und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Es wurde für den aus dem Herrenhaus und dem Abgeordnetenhaus bestehenden Reichsrat erbaut. Dabei handelte es sich um das Zweikammerparlament der österreichischen Hälfte der seit 1867 bestehenden Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Bis zum Ende der Monarchie im November 1918 wurde der Parlamentsbau als k. k. (kaiserlich-königliches) Reichsratsgebäude bezeichnet.

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In seinem Vortrag im Historischen Bahnhof Friedrichsruh erinnert Dr. Ralf Zerback an Robert Blum. Der Publizist, Barrikadenkämpfer und Abgeordnete der ersten deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848 sei heute fast vergessen, obwohl er zu den geistigen „Urvätern“ der Bundesrepublik zähle – Blum sei „ein Freiheitspionier, ein Demokratie-Kraftwerk und ein Europa-Enthusiast“ gewesen. Dr. Zerback zeichnet den Lebensweg des Revolutionärs nach, der aus armen Verhältnissen stammte, sich autodidaktisch ausbildete und Zeitgenossen als der „beste Mann“ in der Nationalversammlung galt. Seinen Tod fand er am 9. November 1848 vor einem Erschießungskommando, nachdem er vergeblich versucht hatte, in Wien die Revolution gegen die reaktionäre österreichische Monarchie zu verteidigen.


Der Vortrag fand am 9. November 2023 statt. Titelbild unter Verwendung von „Robert Blum’s letzter Kampf für Deutschland’s Freiheit zu Wien, den 28ten October 1848“, Lithografie von Louis Schmitt, 1849