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Was sich nicht immer alles jährt! In diesem Jahr ist es neben dem Wittenberger Thesenanschlag Martin Luthers, dem Wartburgfest, der Oktoberrevolution und anderen mehr das Aufgehen der Herzogtümer Schleswig und Holstein als Provinzen im Königreich Preußen im Jahr 1867.

Wie es zu dieser Kriegsbeute kam, was der bisherige dänische Landesherr dazu sagte, wie sich die Landeskinder zum Obrigkeitswechsel stellten und welches Schicksal das oft unterschlagene dritte Herzogtum Lauenburg erwartete, das sind Fragen, denen eine Konferenz in Friedrichsruh nachgehen wird.Von Bismarcks Annexion bis zur Kieler Jamaika-Koalition sozusagen. Das Programm finden Sie hier.

Als Kooperationverstaltung der Abteilung Regionalgschichte der Universität Kiel und der Otto-von-Bismarck-Stiftung wird die Tagung am 1. Dezember 2017 in den Räumen der Stiftung in Friedrichsruh stattfinden. Interessenten sind herzlich eingeladen, um Anmeldung wird gebeten.

Veranstaltungen

Als Carl Theodor Graf von Scheel-Plessen, der mit Otto von Bismarck freundschaftlichen Kontakt pflegte und lange Zeit in dänischen Diensten gestanden hatte, 1866 zum Oberpräsidenten der nun preußischen Provinz Schleswig-Holstein ernannt wurde, erfreute er sich in der Bevölkerung keiner großen Beliebtheit. Der geborene Kieler stand weiterhin in dem Ruf, ein Freund der Dänen zu sein, zudem zeigte er kein Verständnis für die Unabhängigkeitsbestrebungen in den beiden Herzogtümern – er war, unabhängig davon, in wessen Diensten er stand, ein Konservativer durch und durch. Prof. Dr. Oliver Auge (Universität Kiel) analysiert in seinem Vortrag die Regierungszeit Graf von Scheel-Plessens bis 1879, in der er den dänisch-preußisch/deutschen Übergang Schleswig-Holsteins maßgeblich mitgestaltete.

Foto oben: Blick auf das Kieler Schloss, das während des Zweiten Weltkriegs vollständig ausbrannte. Graf von Scheel-Plessen residierte dort als Oberpräsident von Schleswig-Holstein und reichte sein Abschiedsgesuch ein, als er von dort in das neu errichtete Regierungsgebäude in Schleswig umziehen sollte. (Bildnachweis: Alte Photographische Sammlung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte / Public Domain Mark 1.0) Das Porträt ist dem Buch „Carl Baron von Scheel-Plessen. Eine biografische Studie“ entnommen, 1938 in Neumünster erschienen.