
Otto von Bismarck pflegte zu einigen ihm unliebsamen Reichstagsabgeordneten ein verbal robustes Verhältnis und schreckte auch nicht davor zurück, sie zu diskreditieren. Nicht immer waren seine Machtspiele erfolgreich. So unterlag sein Sohn Herbert 1878 ausgerechnet im heimatlichen Wahlkreis Lauenburg dem liberalen Gegenkandidaten. Es lief also nicht immer alles nach den Vorstellungen des ersten Reichskanzlers, der dennoch – ohne alle Folgen vorhergesehen zu haben – die Entwicklung des deutschen Parlamentarismus im 19. Jahrhundert entscheidend vorantrieb. Bismarck hatte das allgemeine, gleiche Männerwahlrecht auf Reichsebene durchgesetzt, dass das Parlament – den Reichstag – zu einem wichtigen Ort der Politik werden ließ.




