Schlagwortarchiv für: Emanzipation

Das zeitgenössische Schaubild zeigt Einnahmen, Ausgaben und Leistungen der Sozialversicherungen des Deutschen Reiches in den Jahren von 1885 bis 1909. Zu sehen ist diese Darstellung in der Dauerausstellung „Otto von Bismarck und seine Zeit“ im Historischen Bahnhof Friedrichsruh. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung)

Was hat ein häufig als monarchischer Obrigkeitsstaat bezeichnetes politisches System mit Demokratie zu tun? Diese Frage stellt Markus Lang in seiner Einleitung zu einem lesenswerten Sammelband, in dem die Forschungen zum Kaiserreich und zur deutschen Demokratiegeschichte ertragreich miteinander verbunden werden. Die gerade erschienene Aufsatzsammlung ist Ergebnis der Online-Tagung „Einigkeit und Recht – doch Freiheit?“, zu der die Otto-von-Bismarck-Stiftung in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte, der Forschungsstelle Weimarer Republik der Universität Jena und Weimarer Republik e.V. eingeladen hatte. 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten im Oktober 2020 diese Möglichkeit, sich mit Blick auf den nahenden 150. Jahrestag der Reichsgründung 1871 über neue Forschungsansätze und Erkenntnisse auszutauschen.

Die Antworten auf die eingangs gestellte Frage zeichnen ein facettenreiches Bild der Rolle, die das Kaiserreich in der deutschen Demokratiegeschichte spielt. Die Beiträge sind fünf Themenbereichen zugeordnet, die die unterschiedlichen Ebenen von der Kommune bis zur Reichsregierung ebenso in den Blick nehmen wie die verschiedenen Akteure: Verfassung und politisches System; Massendemokratie und Gesellschaft, Parlament und Parteien; Kommunalpolitik und Demokratie; Intellektuelle und religiöse Milieus sowie Erinnerungskultur.

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Im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. em. Dr. Joachim Radkau (Universität Bielefeld) steht mit Malwida von Meysenbug (1816 – 1903) eine für ihre Zeit ungewöhnliche Frau: Sie unterstützte die Revolution von 1848/49 und trat in den folgenden Jahrzehnten für die Gleichberechtigung der Frauen ein; sie vernetzte sich im Londoner und Pariser Exil mit Künstlern, Publizisten und Politikern und wurde zurück in Deutschland eine enge Vertraute von Richard Wagner und Friedrich Nietzsche. 1876 veröffentlichte sie den Bestseller „Memoiren einer Idealistin“, in dem sie den Anspruch auf gleiche Rechte für die Frauen ausformulierte und am eigenen Beispiel ein erfülltes Leben aus eigener Kraft aufzeigte.

Literatur
Joachim Radkau
Malwida von Meysenbug. Revolutionärin, Dichterin, Freundin: eine Frau im 19. Jahrhundert
München 2022

Malwida von Meysenbug
Memoiren einer Idealistin
1876, online bei Gutenberg-Projekt.org

 

Abb.: Malwida von Meysenbug, Zeichnung von Franz von Lenbach, um 1890


Ihre Anmeldung nehmen wir gerne ab dem 6. Mai telefonisch unter der Nummer 04104 / 97710 oder per E-Mail an info@bismarck-stiftung.de entgegen. Der Eintritt ist frei.