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Wenige Wochen, nachdem er Deutscher Kaiser geworden war, besuchte Wilhelm II. Ende Oktober 1888 Reichskanzler Otto von Bismarck in Friedrichsruh. Ihr spannungsreiches Verhältnis und Bismarcks Entlassung aus allen Ämtern, die 1890 folgte, werden in der Dauerausstellung im Historischen Bahnhof Friedrichsruh mit dieser Fotografie, der Karikatur „Der Lotse geht von Bord“ und einem Gemälde des Malers Franz von Lenbach illustriert.

Bei dieser öffentlichen Führung wird aufgezeigt, dass die Politik Bismarcks nur vor dem Hintergrund vielfältiger Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu verstehen ist. Zur Bilanz des langjährigen preußischen Ministerpräsidenten und ersten Reichskanzlers zählen Erfolge wie die Nationalstaatsbildung und die Einführung der Sozialversicherungen, aber auch Fehlleistungen wie die Unterdrückung der Sozialdemokratie, des politischen Katholizismus und der ethnischen Minderheiten.

In dieser Dauerausstellung zu entdecken sind unter anderem Bismarcks Pass für die Reise nach St. Petersburg im Jahr 1859, die goldene Feder, mit der er 1871 den Friedensvertrag mit Frankreich unterzeichnete, Zeugnisse der deutschen Kolonialpolitik und Nippes, der den Bismarck-Mythos veranschaulicht.

Der Eintritt ist frei.

Otto von Bismarck liebte Spaziergänge und war oft mit seinen Hunden in Friedrichsruh und im Sachsenwald unterwegs. Oft passten ihn dabei seine Verehrerinnen und Verehrer für einen Plausch ab, manchmal lag auch ein Fotograf auf der Lauer. Auf dem Rundgang „Friedrichsruh entdecken“ folgen wir aber nicht nur seinen Wegen. Zu entdecken ist die lokale Geschichte von der Frühindustrialisierung und den Anfängen des Tourismus bis in die Gegenwart: Heute ist Friedrichsruh ein Ort der Erinnerung an den ersten Reichskanzler und die deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert.

Der dreistündige Rundgang unter der Leitung von Nikolaj Müller-Wusterwitz startet um 15 Uhr im Bismarck-Museum, eingeplant ist eine Pause im Café Vanessa (Eintritt in den Schmetterlingsgarten für diese Pause frei). Die Teilnahme ist kostenlos.


Abb.: „Begrüßung“, Fotografie aus der Reihe „Bismarckbilder aus dem Sachsenwalde“, Verlag der Literarischen Gesellschaft, Leipzig 1892

Eine Erkundung mit Nikolaj Müller-Wusterwitz.

Frühindustrialisierung, Forstwirtschaft, Tourismus, Immobilienprojekt – der Sachsenwald hat bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ganz unterschiedliche wirtschaftliche Zyklen erlebt. Bei diesem Rundgang werden die Orte erkundet, die mit dieser Geschichte verbunden sind. Besondere Aufmerksamkeit wird dem einstigen Waldbesitzer Otto von Bismarck gelten.

Der Rundgang beginnt am Historischen Bahnhof Friedrichsruh, führt durch den Sachsenwald nach Aumühle und zurück. Dauer: ca. 2,5 Stunden, festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Wir nehmen mit dieser Erkundung und zwei weiteren Veranstaltungen am Kultursommer am Kanal teil:

Sonntag, 21. Juni – Sonntag, 19. Juli
Genius loci – Forstorte im Sachsenwald
Eine Ausstellung mit Fotografien von Harald Lemke

Donnerstag, 2. Juli, 19:30 Uhr
Queen Victoria
Eine Lesung mit Elisa Jakob
Historischer Bahnhof Friedrichsruh


Abb.: Aumühle (bei Friedrichsruh), Lithografie von Wilhelm Heuer (1813 – 1890), © Otto-von-Bismarck-Stiftung

Auch einige persönliche Gegenstände Otto von Bismarcks sind in der Dauerausstellung im Historischen Bahnhof Friedrichsruh zu sehen. Dazu zählt eine Pillenschachtel der Berliner „Apotheke zum König Salomon“, die auf den 28. April 1897 datiert ist.

Bei dieser öffentlichen Führung werden „bittere Pillen“ der Politik Bismarcks aufgezeigt, wie die Unterdrückung der Sozialdemokratie, des politischen Katholizismus und der ethnischen Minderheiten. Hervorgehoben werden allerdings auch seine Erfolge, zu denen die Nationalstaatsgründung und die Einführung der Sozialversicherung zählen. Dabei veranschaulicht die Dauerausstellung, dass die Leistungen und Fehlleistungen des langjährigen preußischen Ministerpräsidenten und ersten Reichskanzlers nur im Kontext der vielfältigen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Deutschland des 19. Jahrhunderts zu verstehen sind.

In dieser Dauerausstellung zu entdecken sind unter anderem Bismarcks Pass für die Reise nach St. Petersburg im Jahr 1859, die goldene Feder, mit der er 1871 den Friedensvertrag mit Frankreich unterzeichnete, Zeugnisse der deutschen Kolonialpolitik und Nippes, der den Bismarck-Mythos veranschaulicht.

Der Eintritt ist frei.

Eine geflügelte Putte mit Pickelhaube, eine andere mit leerem Sektglas und ein finster blickender Kaiser Barbarossa gehören zu den vielen Details, die sich auf dem Ehrenbürgerbrief Berlins für Otto von Bismarck entdecken lassen. Diese Urkunde war 1871 als Auftragsarbeit an Adolph Menzel (1815 – 1905) vergeben worden, der die Gouache auf Pergament voller Anspielungen und nicht ohne Ironie ausführte.

Menzel war seit 1856 Professor der Königlichen Akademie der Künste in Berlin und hatte wiederholt Aufträge des preußischen Königshauses angenommen. Seine Aufmerksamkeit galt allerdings auch politischen und sozialen Themen. 1848 malte er das Gemälde „Aufbahrung der Märzgefallenen“, das als eines der ersten Werke politisch engagierter Malerei in Deutschland gilt. Ebenso wie die Revolution blieb es unvollendet. 1875 schuf er „Das Eisenwalzwerk“, für die Studien hatte er die Königshütte in Oberschlesien besucht.

Dr. Claudia Czok (Geheimes Staatsarchiv Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin) wird ihren Vortrag Menzel, Bismarck und den aufschlussreichen und keineswegs zufälligen Details des Ehrenbürgerbriefs widmen. Dieser befindet sich im Besitz der Otto-von-Bismarck-Stiftung und wird als vergrößerte Reproduktion zu sehen sein.

Der Eintritt ist frei.