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Die „Menschen im Museum“ zeigen sich auch an der Fassade. Rechts im Bild ist die Kirche zu sehen, in der Otto von Bismarck getauft wurde. (Fotos: Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen)

Leben und politisches Wirken des ersten Reichskanzlers zeigen sich im Bismarck-Museum in Schönhausen vor allem anhand zahlreicher Geschenke, mit denen er geradezu überhäuft worden war. Wer aber waren diejenigen, die ihn beschenkten? Welche Künstlerinnen und Künstler widmeten ihm Werke? Aber auch: Wer gab damals das Porzellan und die Gemälde an der Tür des Bismarck’schen Gutshauses ab? Auf wen – außer Otto von Bismarck – also treffen die Besucherinnen und Besucher bei einem Museumsbesuch?

Die Sonderausstellung verknüpft die Geschichten von Menschen und Museumsobjekten.

Antworten vermittelt eine Sonderausstellung, die seit Kurzem in die Schönhauser Dauerausstellung integriert ist. In ihr werden die Biografien einiger Menschen vorgestellt, die mit dem Museum und seiner Geschichte besonders verbunden sind. Dazu zählen keineswegs nur Familienangehörige wie Herbert von Bismarck und seine Frau Marguerite. Auch die Zofe Charlotte Schilling (1921 – 2004) findet nun ihren Platz, ebenso wie der Schönhauser Postbeamte Friedrich Schulze (1856 – 1945) oder der 1896 verstorbene erste Museumsverwalter Joly. Als Schenkende treten unter anderen der Hamburger Kunsthandwerker und Lederwarenfabrikant Georg Hulbe (1851 – 1917) und die schottische Schriftstellerin Catherine Jane Bradby Gordon of Fyvie (1819 – 1891) auf. Der Maler Franz von Lenbach (1836 – 1904) und die Malerin Else Lüddemann (geb. um 1860) repräsentieren die Künstler, die sich mit Bismarck beschäftigten.

Die kurzen biografischen Angaben zu den ausgewählten Personen werden jeweils einem Objekt zugeordnet. Das Schönhauser Team freue sich ganz besonders, erläuterte die Leiterin der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen, Dr. Andrea Hopp, in ihrer Einladung zur Sonderschau, dass es gelungen sei, historische Akteurinnen und Akteure aus Schönhausen in ihren Bezügen sowohl zum Museum als auch zur Familie von Bismarck sichtbar zu machen.

Mit der Sonderausstellung wird zugleich an die Eröffnung des ersten Bismarck-Museums vor 130 Jahren, am 29. September 1891, erinnert. Eingerichtet wurde es damals im zweiten, 1885 zurückerworbenen Herrenhaus der Familie, das mittlerweile als Bürgerhaus dient. Teile der damaligen Sammlung sind heute gleich in zwei Häusern zu sehen: im Bismarck-Museum, das sich seit 1998 im erhaltenen Seitenflügel des Geburtshauses des ersten Reichskanzlers in Schönhausen befindet, sowie im Bismarck-Museum Friedrichsruh.

Das Bismarck-Museum in Schönhausen ist Dienstag bis Sonntag 10 – 16 Uhr geöffnet, Eintritt drei Euro oder ermäßigt.