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Endlich sind sie da: 94 neu erworbene Ehrenbürgerbriefe für Bismarck! Einst sind sie Bismarck von Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland als kunstvoll gestaltete Urkunden der verliehenen Ehrenbürgerwürden geschenkt worden. Nun kehren sie nach Friedrichsruh zurück.

Nach Bismarcks Tod 1898 wurden der Großteil der Ehrenbürgerbriefe im Bismarck-Museum in Schönhausen ausgestellt bzw. magaziniert. Während der sowjetischen Besatzung wurden sie wie viele andere Objekte verstreut. Ein Teil blieb im Besitz der Familie und gelangte ins Bismarck-Museum in Friedrichsruh, ein anderer Teil wurde in Wernigerode im „Feudalmuseum“ der DDR aufbewahrt.

Diese 94 Objekte sind nach ihrer Restitution an den Familienverband der Nachkommen Otto von Bismarcks durch Mittel der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien für die Otto-von-Bismarck-Stiftung angekauft worden und heute hier eingetroffen. Der Bestand ist nach Jahrzehnten wieder zusammengeführt.

Wir freuen uns über diese Rückkehr nach Friedrichsruh, die einen bedeutenden Zuwachs unserer Bestände bedeutet. Wen stört da der graue Himmel über dem Sachsenwald?!

Objekt: Christus-Orden, mit Brillanten Material: Gold, Email, Steine, Textil Kleinod (98x43x11), Schulterband (107×830), Inventar-Nr.: O 022 (258)

Der dem reichen Inventar des Bismarck-Museums zugehörige Orden der Christusritter, lat. Ordo Supremus Militia Domini Nostri Iesu Christi, ist ein einklassiger Ritterorden des Heiligen Stuhls und der höchste päpstliche Orden für Zivil- und Militärverdienste. Papst Leo XIII. verlieh am 31. Dezember 1885 den Christus-Orden Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dem bis dato einzigen protestantischen Träger dieses Ordens.

Der Christus-Orden entstand aus dem ehemaligen portugiesischen Tempelherren-Orden. Dieser wurde nach der Verfolgung der Tempelherren-Ordensmitglieder durch König Philipp den Schönen von Frankreich von Papst Clemens V. im Jahre 1312 aufgehoben. 1317 stiftete König Dionysius von Portugal den Tempelherren-Orden als „Christus-Orden“ neu. Unter der Bedingung, dass neben dem portugiesischen König der Papst ebenfalls das Recht habe, den Orden zu verleihen[1], bestätigte Papst Johannes XXII. die Neustiftung des Ordens am 14. März 1319.[2] Die von Portugal gänzlich unabhängige Existenz des päpstlichen Zweiges begann mit der Gründung einer branca genannten und auch Nichtadelige aufnehmenden Künstlergemeinschaft unter den Päpsten Paul V. (Pontifikat 1605-1621) und Gregor XV. (Pontifikat 1621-1623).[3] Im Zuge einer am 7. Februar 1905 vollzogenen Reorganisation des gesamten päpstlichen Ordenswesens bestätigte Pius X. (Pontifikat 1903-1914) den Orden als – bereits von Leo XIII. (Pontifikat 1878-1903) anerkannten – höchsten päpstlichen Orden. Seitdem ist eine Verleihung für Staatsoberhäupter, hervorragende Staatsmänner und höchste päpstliche Würdenträger vorgesehen.[4] Nach einer weiteren Reform im Jahre 1966 unter Paul VI. (Pontifikat 1963-1978) wird der Orden ausschließlich an Staatsoberhäupter christlichen Glaubens während einer vom Papst persönlich beigewohnten Investitur-Zeremoniale verliehen. In dieser legt der Ordensritter das ausführliche Glaubensbekenntnis ab und verspricht, ein tugend- und beispielhaftes Leben zu führen.[5]

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In der beliebten Sendung „Bares für Rares“ wird so ziemlich alles verkauft, was alt und vermeintlich wertvoll ist.

In der letzten Ausgabe wechselte eine Bismarck-Büste den (historisch nicht übermäßig informierten) Besitzer.

Wer Näheres über das Objekt und den Preis wissen möchte, kann in der ZDF-Mediathek den Beitrag nachschauen.

Kleiner Tipp: Das Objekt ist seit mehr als 100 Jahren wertstabil.

Unsere Abbildung zeigt natürlich nicht Bismarck, sondern einen anderen Bartträger mit hohem Wiedererkennungswert, den Moderator der Sendung Horst Lichter. Auch ihn könnte man als Büste verewigen ….

 

Das zumindest beabsichtigte 1866 ein junger Mann, der ein Attentat auf Otto von Bismarck verübte.

Was seine Gründe und Ziele waren, wie der Anschlag verlief und welchen Stellenwert die Erinnerung an die Tat bei dem überlebenden Opfer hatte, das ist das Thema eines kurzweiligen NDR-Zeitreise-Beitrags vom 25. November 2018.

Viel Spaß bei Nachschauen!

Das Kulturportal der Stiftung Herzogtum Lauenburg bringt ein aktuelles Interview mit Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer und Vorstand der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Lesenswert!

Ein ertragreicher Workshop der Otto-von-Bismarck-Stiftung vom September 2018 über Wilhelm I. und seine Gattin Augusta wird bei HSozuKult besprochen.

Das freut uns!

Was bei vielen den Geruch von Staub und das Gefühl von Langeweile aufkommen lässt, bedeutet für Verwaltungsbeamte, Archivare und vor allem für Historiker das höchste Lob: „intime Vertrautheit mit den Akten“!

Diese bescheinigt eine Rezension unserem wissenschaftlichen Beirat und Herausgeber der Neuen Friedrichsruher Ausgabe Konrad Canis für sein neues Buch über Österreich-Ungarn nach 1867.

Obwohl nicht unkritisch und auf Schwächen hinweisend, ist die Besprechung voller Anerkennung für die auf enormer Quellenarbeit  basierende Syntheseleistung.

Wir finden: Eine lesenswerte Rezension eines lesenswerten Buches.

Auch nach knapp einer Woche freuen wir uns sehr über ein außergewöhnliches Geschenk. Ernst von Bismarck (links), der Vorsitzende des Familienverbandes, händigte die Spende an den Vorsitzenden des Vorstands der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Dr. Rüdiger Kass, aus.

Ernst von Bismarck überbrachte die Briefe im Namen des mit ihm befreundeten großzügigen Spenders Jost Reinhold. Dieser hatte die Briefe ersteigert und nun der Bismarck-Stiftung übereignet, wo sie Archiv und Sammlung bereichern. Selbstverständlich werden die Dokumente in unsere Bismarck-Edition, die Neue Friedrichsruher Ausgabe, einbezogen.

Zunächst: Herzlichen Dank!!!!

Im Einzelnen handelt es sich im 13 Stücke. Zwölf Briefe an seinen Jugendfreund Scharlach zeigen einen Blick in die Gedankenwelt und Schreibpraxis des jungen Bismarck. Ein Geburtstagsbrief an die Kaiserwitwe aus dem Jahr 1888 offenbart den diplomatischen Routinier im Alter.

Während die Jugendbriefe am Beginn des 20. Jahrhunderts einmal in gedruckter Form in die Öffentlichkeit kamen und dann für mehr als ein Jahrhundert in wechselndem Privatbesitz verschwanden, ist der ebenfalls eigenhändige Brief an Augusta bisher unbekannt.

Allesamt also Leckerbissen für die Bismarck-Forschung! Daher nochmals: Herzlichen Dank!

In einem freundlichen Beitrag, weist die Magdeburger Volksstimme auf die Umgestaltung eines Ausstellungsraums des Bismarck-Museums in Schönhausen hin.

Dort wurden Leerstellen im Abschnitt zur Reichskanzlerschaft geschlossen, die nach einer Restitution entstanden waren. Zu sehen sind nun historische Fotografien, auf denen Bismarck und andere Parlamentarier abgebildet sind.

Wir finden: Ein Grund mehr, eine Reise in Altmark zu machen!

Entlassungszeugnis Otto Eduard Leopold von Bismarcks vom 3. April 1832 (Reproduktion); Material: Papier, Maße: 210 x 297 mm (DIN A4); Inventarnummer: Altbestand, ausgestellt in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh

Wenn an Otto von Bismarck erinnert wird, stehen seine großen Erfolge wie auch Misserfolge im Vordergrund: Bismarck der „Reichsgründer“, die von ihm initiierte Sozialgesetzgebung oder seine Rolle im Kulturkampf. Das sind prägende Ergebnisse der Politik des ersten Reichskanzlers, die einen großen Baustein der deutschen Geschichte bilden und noch bis heute Auswirkungen haben. Aber wer hätte gedacht, dass dieser erfolgreiche und einflussreiche Staatsmann in seiner Schulzeit eher durch Fehlzeiten und Arbeitsscheu auffiel als durch großen Fleiß? Dies belegt sein Entlassungszeugnis vom 3. April 1832 zu seinem Abitur im Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin.

Ein Jahr nach Bismarcks Geburt am 1. April 1815 zog seine Familie von Schönhausen auf das ererbte Gut Kniephof in Pommern. Diese sehr ländliche und idyllische Umgebung lag dem jungen Otto sehr am Herzen, weshalb er umso erboster war, als er mit sechs Jahren von seiner Mutter Wilhelmine Mencken in die von ihm als „Zuchthaus“ beschriebene Plamannsche Lehranstalt in Berlin geschickt wurde. Wilhelmine stammte aus dem Bildungsbürgertum und entsandte ihre Kinder deshalb auf ein bürgerliches Internat, statt, wie für aristokratische Verhältnisse üblich, Hausunterricht erteilen zu lassen. Den dadurch entstandenen Umbruch in Ottos Leben beschreibt er selbst mit folgenden Worten: „Ich bin in meinem elterlichen Hause in frühester Kindheit fremd und nie wieder völlig darin heimisch geworden.[1]

Die Plamannsche Lehranstalt war renommiert, ihr Lehrkörper bestand überwiegend aus Mitgliedern der liberalen und nationalen Turnerbewegung. Dazu zählte auch der berühmte „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn. Die Lehrer und deren Erziehungsweise waren Otto von Bismarck zufolge gegen den Adel und dessen geistige Grundlagen ausgerichtet.  Die von ihm verwendete Beschreibung „Zuchthaus“ ist durch die Wahrnehmung der strengen Züchtigung und der schmalen Kost zu erklären. Dadurch kontrastierte die kindliche und ländliche Freiheit auf dem Gut Kniephof mit der von Bismarck gefühlten „Gefangenschaft“ in der Plamannschen Lehranstalt.

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