Rezension zum 1864er Band

Dass man in globalen Zeitalter auch global in die Vergangenheit blicken kann und sollte, bestätigt eine Rezension unseres vorletzten Tagungsbandes. Vielen Dank für die Zustimmung im prinzipiellen Ansatz und die Kritik im Einzelnen!

Bismarck wird in die Luft gesprengt

Bernhard Schlink hat einen neuen, gewohnt geschichtsträchtigen Roman geschrieben. „Olga“ ist nach der Titelfigur benannt, deren Biographie entlang eines souveränen Durchgangs durch die deutsche Geschichte von der Bismarck-Zeit bis in die Ära Brandt erzählt wird. Was um 1880 in Breslau beginnt, endet in den Studentenunruhen der ausgehenden 1960er Jahre. Die betagte Protagonistin hat das Pech, bei der Sprengung eines Bismarck-Denkmals durch vandalierende Revoluzzer verletzt zu werden und an den Folgen zu sterben.

Ob dieser Spannungsbogen trägt und es sich lohnt, die 311 Seiten zu lesen, beurteilt die Kritik unterschiedlich. Wir meinen: Egal, die Geschmäcker sind wie immer verschieden und Schlink hat ein treues Lesepublikum, das sich von Mäkeleien der Feuilletons nicht beirren lässt. Und wenn sich genügend Käufer finden, verhandelt Schlinks Agent sicher bei den Filmrechten noch einmal nach. Spannend wird dann die szenische Umsetzung der Denkmalssprengung. Es wäre die erste seit den Nachkriegsjahren ….

Besucherrekord beim Neujahrsempfang 2018

Am 5. Januar lud die Otto-von-Bismarck-Stiftung zu ihrem zu ihrem ersten großen Termin im neuen Jahr. Rund 130 Gäste machten sich auf den Weg in den Sachsenwald und  besuchten den Neujahrsempfang. Wie in jedem Jahr zogen Vorstand, Geschäftsführung und Förderverein Bilanz und präsentierten die Vorhaben für die nächsten zwölf Monate. Musikalisch wurde Veranstaltung um rahmt von einem Streichkonzert des Sachsenwaldgymnasiums Reinbek; auch das eine schöne Tradition. Dass der eigentliche Redner des Abends, Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke krankheitsbedingt seinen Vortrag absagen musste, war der einzige Wermutstropfen des Abends. Der Stimmung bei den anregenden und wie immer ausgedehnten Gesprächen in der Dauerausstellung tat es jedoch keinen Abbruch. In diesem Sinne wünschen wir allen Freunden des Hauses ein gesundes neues Jahr!

Bismarck-Kalender 2018 ab sofort erhältlich

Endlich ist er da, der Bismarck-Kalender für das Jahr 2018. Dieses Mal haben wir uns für ein Jahresthema entschieden. 12 Mal kann man sich einen Monat lang mit „Bismarcks Frauen“ beschäftigen. Aber keine Angst, wir schwenken nicht auf Yellow-Press-Niveau und jagen echten oder vermeintlichen Geliebten Bismarcks nach. Zu den zwölf Damen zählen natürlich auch Bismarcks Mutter, seine Gattin Johanna, die Tochter Marie und andere Verwandte. Für allzu viele geheimnisvolle Damen ist also gar kein Platz. Oder doch?

Erhältlich ist der Kalender in den Friedrichsruher Räumlichkeiten der Otto-von-Bismarck-Stiftung für den Preis von 5 Euro.

Oder Sie lassen ihn sich zuschicken, dann kommen noch überschaubare Portokosten hinzu.

Melden Sie sich einfach telefonisch unter 04104/9771-110 oder per Mail bei info@bismarck-stiftung.de

Kunst für den Mülheimer Bismarckturm

In Mülheim an der Ruhr steht einer von ehemals mehr als 200 Bismarcktürmen in Deutschland. Und wie so viele bröckelt das alte Gemäuer an einigen Ecken und Kanten vor sich hin.
Eine Benefiz-Aktion will dem nun Einhalt gebieten. Für 50 Euro pro Stück können Spender einen Überraschungs-Kunstsack erwerben, der Inhalt stammt von bekannten Künstlern der Region. Der Erlös fließt in den Erhalt des Bismarckturms.Wir finden: eine tolle Aktion in der Vorweihnachtszeit! Spenden, Gutes tun und Kunst nach Hause tragen, wunderbar.

Tagungsband zum 1866-er Krieg erschienen

 Obwohl der Verlag schon das Jahr 2018 als Erscheinungsjahr auf das Titelblatt gedruckt hat, ist der Band wie von Zauberhand bereits jetzt erhältlich.
Für uns ist es erfreulich, die Konferenzbeiträge der anregenden Dresdner Tagung anderthalb Jahre post festum und damit für historische Sammelbände sehr zeitnah vorlegen zu können. Erhältlich ist das Buch beim Schöningh-Verlag, im Buchhandel und natürlich auch hier in Friedrichsruh.

Den Norddeutschen Bund gibt es noch…

 Im 150. Jahr des Norddeutschen Bundes zeigt die Otto-von-Bismarck-Stiftung eine Sonderausstellung zu dessen Geschichte.

Dass diese nicht mit dem Jahr 1871 und der Reichsgründung endet und damit ein Thema vor allem für Historiker ist, kann man in einer der katholischsten Gegenden Deutschlands erfahren. Im Eichsfeld gibt es ein Traditionsrestaurant  und -hotel, das schlicht „Norddeutscher Bund“ heißt.Wer hätte das gedacht?

Dort kann man speisen und auf stilgerecht übernachten – zum Beispiel in der „Bismarck Suite“. Auf der nächste Reise nach Nordthüringen wird also ein Stop in Heiligenstadt eingeplant. Was Theodor Storm, der dort einige nach-revolutionäre Jahre verbrachte und später nur mittel-gut auf Bismarck zu sprechen war, dazu wohl gesagt hätte?

20 Jahre Bismarck-Forschung: Rezension zum Sammelband der Friedrichsruher Beiträge

Die Otto-von-Bismarck-Stiftung veröffentlicht seit ihrer Gründung in der Reihe „Friedrichsruher Beiträge“ in loser Folge einzelne Aufsätze zur Bismarck-Forschung.

Meist gründen diese auf Vorträgen, die Experten aus Deutschland und der Welt in Friedrichsruh gehalten haben. An der Schnittstelle von Wissenschaft und historisch-politischer Bildungsarbeit ist so ein überschaubares Publikationsformat entstanden, dessen mittlerweile knapp 50 Bände ein reges Interesse gefunden haben.

Da etliche Titel vergriffen sind, hat sich die Stiftung entschlossen einen Sammelband mit den wichtigsten Beiträgen herauszugeben. Auf Sehepunkte ist nun eine erfreuliche Besprechung dieses Querschnitt-Bandes erschienen.

Darin wird unsere Ansicht geteilt, dass sich die Mühen der Herausgabe gelohnt haben. Erhältlich ist das Buch überall im Buchhandel oder direkt bei uns, schreiben Sie einfach eine Nachricht an das Geschäftszimmer (info@bismarck-stiftung.de).

Bismarck Bitter oder: Ein Schluck Likör als Wegweiser in die Vergangenheit

Während seiner Amtszeit versuchte Bismarck dem grassierenden Alkoholismus mit hohen Steuern beizukommen. Privat war der Reichskanzler einem guten Tropfen jedoch nicht abgeneigt. Gelangte sein Abbild deshalb auf das Etikett dieses Kräuter-Bitters aus dem 19. Jahrhundert?

Helmut Kohl – Der Anti-Bismarck

 Unter diesem markigen Titel lädt die Pariser „Maison Heinrich Heine“ zu einer prominent besetzten Podiumsdiskussion. Wer also am 16. Oktober zufällig einen freien Abend in Paris hat, dem sei eine sicher spannende Veranstaltung ans Herz gelegt.

Dass die Otto-von-Bismarck-Stiftung in der Regierungszeit des Bundeskanzlers Kohl gegründet wurde und er sich im Juni 2006 vor Ort in Friedrichsruh als Ruheständler einen Eindruck von ihrer Arbeit verschaffte, zeigt sein entspanntes Verhältnis zu der historischen Figur Bismarck. Bei allen Unterschieden des politischen Stils.

Und dass der eine Kanzler der Einheit dem anderen milde über die Schulter schaut, ist dem Zufall der Aufstellung geschuldet.