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Blick auf das Schloss Versailles, von der Stadt aus gesehen. Kolorierter Kupferstich, Pierre Menant, gedruckt bei Gilles De Mortain (Demortain), Frankreich, 1714, Papier

„Dediée au Roy“ – dem König gewidmet ist dieser kolorierte Kupferstich, der auf dem ersten Blatt unseres Wandkalenders 2022 zu sehen ist. Der Blick auf das Schloss Versailles rückt 1714 ein Gebäudeensemble in den Mittelpunkt, das für die nächsten zwei Jahrhunderte stilprägendes Vorbild für andere Schlossbauten werden sollte. Berühmte Beispiele sind das Neue Schloss Herrenchiemsee in Bayern und die Schlossanlage Archangelskoje in der Nähe von Moskau.

Der Kupferstich gehört zu einer Sammlung von 50 Ansichten, die der französische Kupferstecher Pierre Menant im frühen 18. Jahrhundert von Versailles schuf. Sie zeigen außer dem Schloss auch Nebengebäude wie die Orangerie und die spektakulären Wasserfontänen. Mit den Stichen, die beliebig vervielfältigt werden konnten, trugen die Arbeiten von Menant zum Ruhm seines Königs bei: Ludwig XIV. (1638 – 1715), der sich als „Sonnenkönig“ inszenierte und absolutistisch über Frankreich herrschte, hatte das einst bescheidene Jagdschloss seines Vaters vor den Toren von Paris keineswegs als private Spielerei überformen und erweitern lassen. Es diente vielmehr seit 1682 als Regierungssitz, an dem die Adligen des Landes anwesend zu sein hatten – womit sie sich der Kontrolle durch den König unterwarfen. Außerdem demonstrierte es mit seiner ganzen Pracht dem übrigen Europa die Macht Frankreichs.

Alle Stiche, die unser Wandkalender in diesem Jahr zeigt, gehören zur Sammlung der Otto-von-Bismarck-Stiftung.