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Ein Blick in die historischen Räume der einstigen Fahrradwerke Bismarck GmbH.

Noch ist das Ambiente eher nüchtern und praktisch, aber das könnte sich ändern: Die IG Bismarck Zweiräder lotet in diesen Wochen die Möglichkeit aus, mit ihrer Ausstellung historischer Mopeds, Fahr- und Motorräder, die sie seit Mai 2015 in einem Einkaufszentrum in Radevormwald zeigt, umzuziehen. Neuer Standort könnte das einstige Bismarck-Werk im Ortsteil Bergerhof werden – die Zweiräder wären dann wieder an ihrem Entstehungsort zu sehen.

Die neue und zugleich alte Umgebung würde den Exponaten einen sehenswerten Rahmen bieten: Die Räume befinden sich in ihrem originalen Zustand ohne spätere Umbauten, viele Einbaumöbel lassen noch etwas von der Geschäftigkeit früherer Zeiten erahnen. Die „Fahrradwerke Bismarck GmbH“ war 1896 von vier Kaufleuten mit einem Kapital von 300.000 Goldmark gegründet worden. Vom ersten Reichskanzler hatten sie zuvor die Zustimmung eingeholt, Firma und Fahrräder mit seinem Namen zu versehen. Es wurde zunächst eine Erfolgsgeschichte und das stark nachgefragte Sortiment auch um motorisierte Zweiräder erweitert. Der Niedergang begann mit dem Zweiten Weltkrieg, das Ende des Unternehmens wurde schließlich in den späten 1950er-Jahren durch den Bedeutungsverlust des Fahrrads als alltägliches Fortbewegungsmittel besiegelt.

Die Bismarck-Zweiräder sind mittlerweile Sammler- und Liebhaberstücke, einige von ihnen stellte die Otto-von-Bismarck-Stiftung im vergangenen Sommer zur Freude zahlreicher Besucherinnen und Besucher auf ihrem Sommerfest in Friedrichsruh aus. Die Interessengemeinschaft in Radevormwald zeigt in ihrer ständigen Ausstellung momentan mehr als 30 verschiedene Zweiräder ohne und mit Motor. Diese würden auf den insgesamt 600 Quadratmeter, die im ehemaligen Bismarck-Werk zur Verfügung stehen, sicher sehr ansprechend zur Geltung kommen. Den nächsten Schritt zur Verwirklichung jedenfalls hat die IG Bismarck Zweiräder unternommen und Anträge auf Fördermittel eingereicht. Wir wünschen viel Erfolg!