Sie befinden sich hier: Otto von Bismarck Stiftung Aktuelles

Besuchen Sie uns

Erfahren Sie mehr über das Angebot unserer Standorte und sehen Sie sich unsere virtuelle Austellung an.

Bahnhofskino 'Extra' - Die Feuerzangenbowle

Geschrieben von Conwebia am Montag, den 19. Dezember 2011 um 06:42 Uhr

Warum eigentlich wird der UFA-Klassiker "Die Feuerzangenbowle" häufig in der Vorweihnachtszeit gezeigt? Es mag mit dem winterliche Wohligkeit suggerierenden titelgebenden Getränk zu tun haben. Wie dem auch sei - in jedem Fall begeistert die nach einer eher biederen Romanvorlage von Heinrich Spoerl entstandene Kult-Komödie bis heute die Generationen, was nicht nur an der großartigen Besetzung der Hauptrolle (Heinz Rühmann), sondern sicher auch der mitreißenden Besetzung einiger skurriller Lehrkörper (Erich Ponto, Paul Henckels) liegen dürfte. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung beschließt mit diesem noch heute an vielen Universitäten mit Erfolg gezeigten, in Entstehung und Funktion nicht unproblematischen, aber eben doch auch herrlich komischen Film sein Jahresprogramm 2011: Am Dienstag, den 20.12., um 19.30 Uhr, Glühwein inbegriffen.

Deutsche Spuren in New York

Geschrieben von Conwebia am Donnerstag, den 15. Dezember 2011 um 07:31 Uhr

Zu den erst seit jüngerer Zeit bearbeiteten Themen der deutschen Geschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gehört die millionenfache Auswanderung von Deutschen nach Übersee, insbesondere auf den nordamerikanischen Kontinent. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Integrationsdebatten kann ein Blick auf diesen wichtigen gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Aspekt unserer Vergangenheit das Bewußtsein für heutige Probleme im Umgang mit Migrationsphänomen schärfen. Das Wirken des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven ist diesbezüglich sicher herausragend: Der Erfolg bei Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland spricht Bände. Aber auch die Aufnahmegebiete deutscher Immigranten nehmen sich dieser Geschichte bisweilen in bemerkenswerter Weise an. So bietet das Goethe-Institut New York unter dem Titel "German Traces NYC" ein wunderbares virtuelles Angebot über die heute noch sichtbaren Spuren deutscher Einwanderer in New York: Empfehlenswert! Dank an Joern Borchert für den Hinweis. Und last not least: In der kleinen Videodokumentation des Projektes versteckt sich (natürlich!) ein echt Friedrichsruher Objekt (Tipp: Hat mit der Reichsgründung 1871 zu tun...).

Vortrag über Schuljahre Wilhelms II.

Geschrieben von Conwebia am Montag, den 12. Dezember 2011 um 11:46 Uhr

Über den schillernden letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. scheint alles Wesentliche geschrieben. Gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die historischen Kenntnisse über eine der umstrittensten Persönlichkeiten der jüngeren deutschen Geschichte um viele Facetten bereichert worden. Umso erstaunlicher, dass die Otto-von-Bismarck-Stiftung mit einem kleinen, aber feinen Archivfund aufwarten kann, der die bislang eher wenig bekannte Schulzeit des bis 1918 regierenden Hohenzollern etwas deutlicher zeichnen kann: Ein bislang unbekanntes Aufsatzheft des Pennälers aus seiner Zeit am Kasseler "Lyceum Fridericianum". Stiftungsmitarbeiter Dr. Ulf Morgenstern hat sich der Aufgabe angenommen, dieses bemerkenswerte Dokument in den Zusammenhang der bisherigen Forschungen über Wilhelm II. einzuordnen. Er referiert über seine Ergebnisse unter dem verräterischen Titel "Setzen, 5!" am Donnerstag, den 15. Dezember, um 19.30 Uhr, in der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh. Der Eintritt zur letzten Vortragsveranstaltung des Jahres in Friedrichsruh ist wie immer frei!

Bahnhofskino muss leider entfallen!

Geschrieben von Conwebia am Mittwoch, den 07. Dezember 2011 um 08:53 Uhr

Der für heute (19.30 Uhr) angesetzte Spielfilm "Young Victoria" (Reihe Bahnhofskino) muss aus betrieblichen Gründen leider entfallen. Ein Ersatztermin im kommenden Jahr wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

112 Jahre Königreich Bayern auf einen Klick

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 29. November 2011 um 08:41 Uhr

Eine schöne Unterseite auf dem ohnehin ansprechenden Internetauftritt des Hauses der Bayerischen Geschichte informiert seit neuestem über das Königreich Bayern. Wie in Württemberg und Sachsen hob der an der Schwächung Österreichs und Preußens interessierte Kaiser der Franzosen Napoleon im Jahr 1806 auch in Bayern ein Königreich aus der Taufe. In der Wiener Schlußakte gehörte der Bestand dieser neuen deutschen Königreiche, im Grunde völlig ahistorische Staatsformen von Napoeleons Gnaden, zu den Kernpunkten. Bis 1918 saßen dann in München sechs bayerische Könige auf dem Thron, die letzten drei im preußisch dominierten Deutschen Kaiserreich. Durch diese 112 Jahre royaler  bayerischer Geschichte kann nun nach Herzenslust gestöbert, geblättert und gebrowst werden. Ordnende Einstiege erfolgen über die Herrscher oder einzelen Themen, Ereignisse, Personen oder Objekte. Von uns ein großes Lob für eine tolle Seite! Nicht nur Bajuwaren geht hier das Herz über, alle an der Geschichte des 19. Jahrhunderts Interessierten haben einen neuen Zielort im WWW.

http://www.hdbg.eu/koenigreich/web/index.php

 

Bismarck und die Euro-Krise

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 23. November 2011 um 10:31 Uhr

Anläßlich der Präsentation des Editionsbandes von Otto von Bismarcks "Gedanken und Erinnerungen" entwickelt Sven Felix Kellerhoff in Anlehnung an den Festredner der Veranstaltung, den Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert, eine erfrischende Sicht auf Bismarcks wahrscheinliches handling der gegenwärtigen Euro-Krise. Ob die griechischen und italienischen Leser der Welt dem uneingeschränkt zustimmen, ist zwar fraglich. Zu Bismarcks ambivalentem Verhältnis zu den seinerzeitigen Mittelmeer-Königreichen passen Kellerhoffs robuste Mutmaßungen allemal.

Bismarck hat bekanntlich eine aktive Pressepolitik betrieben, die sein innen- wie außenpolitisches Agieren manchmal mehr als flankierend begleitet hat. Schon seit Eberhard Neujoks gründlicher Studie (1968) über dieses Problem im Zusammenhang mit der Reichsgründung wissen wir, wie wichtig Lancierungen, Hintergrundgespräche und Informationszuteilungen waren. Für den heutigen politischen Betrieb sind solche Aussagen banal: der in dieser Woche stattfindende Bundespresseball ist die Event-gewordene Bestätigung dieser These.

Wie verhielt es sich aber im 19. Jahrhundert mit den Zeitungsinhalten insgesamt? Und wie war das auf dem Feld der scheinbar politikfernen Zeitschriften, besonders der Kulturzeitschriften? Welche durchaus auf tagesaktuelle Entwicklungen bezugnehmenden historischen Inhalte schafften es in die Zeitschriften? Welche Geschichtsbilder wurden damit transportiert, von wem und mit welchen Absichten? Wie unterschieden sich diese historischen Inhalte diachron durchs 19. Jahrhundert und synchron durch die europäischen Lese- und Verlagslandschaften? Dieses hochspannende Feld verspricht ein Siegener Projekt auszuleuchten, in dessen Rahmen auch Promotionsstipendien ausgelobt sind. Die sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beachtung erfreuende Mediengeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist um einen vielversprechenden Ansatz reicher, auf die Ergebnisse darf nicht nur die Fachwissenschaft gespannt sein.

"Weiser Kaiser"? Vortrag über den Mythos Friedrichs III.

Geschrieben von Conwebia am Dienstag, den 22. November 2011 um 07:17 Uhr

Das Jahr 1888 ist auch als "Dreikaiserjahr" im kollektiven Gedächtnis des Deutschen Kaiserreiches verankert. Nachdem der greise Kaiser Wilhelm I. im Alter von 90 Jahren starb, folgte sein ältester, bereits an fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs erkrankter Sohn Friedrich Wilhelm als Friedrich III. auf dem Thron. Verheiratet mit der ältesten Tochter der englischen Queen Victoria, verbanden sich mit ihm vielfältige liberale Hoffnungen, die sein früher Tod nach nur 99 Regierungstagen rasch zunichte machte. Es folgte - mit den bekannten und bis heute diskutierten Folgen - der erst 29jährige Wilhelm II. In der wissenschaftlichen Forschung und in weiten Teilen der interessierten Öffentlichkeit hielt sich das Bild Friedrichs III. als "weisem Kaiser" hartnäckig; neuere Untersuchungen setzen hinter die populären Vorstellungen jedoch ein Fragezeichen.

Über diesen Mythos vom liberalen "Volkskaiser" spricht am Donnerstag, den 24.11.2011, um 19.30 Uhr, der an der englischen University of St. Andrews lehrende Dr. Frank-Lorenz Müller, in der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh. Nicht zuletzt durch sein jüngst in England erschienenes Werk "Our Fritz" über den Kaiser Friedrich III. und die politische Kultur im kaiserzeitlichen Deutschland gilt Müller als einer der führenden Experten auf diesem Gebiet. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist wie gewohnt frei!