Schlagwortarchiv für: Deutscher Bund

Von 1815 bis 1866 trafen in Frankfurt am Main wie in keiner anderen Stadt deutsche und europäische Diplomaten aufeinander. Sie waren bei der Bundesversammlung, dem ständig tagenden Gesandtenkongress des Deutschen Bundes, akkreditiert, wohnten oftmals nur wenige Gehminuten voneinander entfernt und feierten zusammen auf Bällen. Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Luisa Götz erläutert in ihrem Vortrag zunächst die außenpolitische Bedeutung des Deutschen Bundes und die Zusammensetzung der Bundesversammlung. Die Nachbarschaften der Diplomaten werden dann auf historischen Stadtplänen veranschaulicht. Deutlich wird, dass insbesondere kleine Fürstentümer, die sich keine eigenen Gesandten in anderen Ländern leisten konnten, von dieser räumlichen Nähe politisch profitierten.

Startbild unter Verwendung von: „Ansicht des Römerbergs, um 1840“, in: Historische Ortsansichten, Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

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Luisa Götz nahm ihr Publikum mit in das historische Frankfurt am Main, in dem Bismarck mit seiner Familie als Diplomat lebte.

1851 wurde Otto von Bismarck zunächst als Legationsrat, bald darauf als preußischer Bundestagsgesandter nach Frankfurt am Main entsandt. Die Satirezeitschrift Kladderadatsch witzelte am 18. Mai des Jahres: „Herr von Bismarck-Schönhausen an den Bundestag geschickt. Sofern er wirklich geschickt ist, wird dort Herr von Bismarck schön hausen!“ Aber wo „hauste“ Bismarck in seiner Frankfurter Zeit? Dieser Frage ging Luisa Götz, unsere neue wissenschaftliche Mitarbeiterin am Standort Schönhausen, in ihrem Vortrag am Internationalen Museumstag 2025 nach.

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Deutschland, nach 1820, Haar, Papier, Glas, Metall (Dauerausstellung im Historischen Bahnhof Friedrichsruh, Inventar-Nr.: A 605)

Am 23. März des Jahres 1819 wurde zum ersten Mal in der jüngeren deutschen Geschichte ein politisches Attentat verübt, das die Politik im Zeitalter der Restauration (1815 –1830) sowie des „Vormärz“ (1830 – 1848) nachhaltig bestimmen sollte – an diesem Tag ermordete der 23-jährige Theologiestudent Karl Ludwig Sand einen der wichtigsten Theaterdichter seiner Zeit: August von Kotzebue. An diese Tat wird in der Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung im Historischen Bahnhof von Friedrichsruh erinnert. Dort ist eine in ein Medaillon eingelassene Haarlocke des Täters ausgestellt.

Am Mittag jenes 23. März ging Karl Ludwig Sand zum Hause seines Opfers Kotzebue in Mannheim und versuchte, unter einem Vorwand ein Gespräch mit ihm zu führen. Da Kotzebue nicht zu sprechen war, musste er sein Vorhaben zunächst aufgeben, kehrte aber einige Stunden später zurück. Dieses Mal wurde Sand vorgelassen, holte seinen Dolch heraus und stach dem Dichter, den er als „Verräter des Vaterlandes“ betrachtete, mehrfach in die Brust. Plötzlich bemerkte Sand, dass der vierjährige Sohn Kotzebues den Mordanschlag gesehen hatte. In Panik drückte er Kotzebues herbeigeeiltem Diener sein Bekennerschreiben in die Hand, floh aus dem Haus und stieß sich auf offener Straße den Dolch zwei Mal in den eigenen Leib. Schwer verletzt und blutüberströmt wurde er ins Hospital gebracht, überlebte aber seinen Selbstmordversuch. Das Attentat sorgte in der deutschen Öffentlichkeit für einiges Aufsehen und es stellte sich die Frage, wer dieser Sand war und was ihn zu einer solchen Tat bewogen haben mochte?

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