Schlagwortarchiv für: 1848

Malwida von Meysenbug (1816 – 1903), Zeichnung von Franz von Lenbach

Mit Malwida von Meysenbug stellte Prof. Dr. Joachim Radkau eine ungewöhnliche Frau in den Mittelpunkt seines Vortrags, der in der vergangenen Woche im Historischen Bahnhof Friedrichsruh stattfand. Deutlich wurde ein Lebensweg, der selbstbestimmt beschritten wurde – trotz der vielfältigen rechtlichen und gesellschaftlichen Beschränkungen, denen die (nicht nur deutschen) Frauen im 19. Jahrhundert ausgesetzt waren.

Radkau hat 2022 seine umfangreiche Biografie Malwida von Meysenbugs publiziert, aus der er für seinen Vortrag aber nicht einfach nur schöpfte. Vielmehr setzte er einen für den Veranstaltungsort Friedrichsruh spezifischen Schwerpunkt: die vielfältigen Verknüpfungen, die sich zwischen Malwida von Meysenbug und Otto von Bismarck mittelbar herstellen lassen.

Malwida von Meysenbug wurde 1816 in Kassel als neuntes von zwölf Kindern in eine hugenottische Familie geboren. Wie in dieser Zeit üblich, wurde ihr eine formale Ausbildung verwehrt – eine Erschwernis in ihrem weiteren Leben, in dem sie sich trotz einer kleinen Erbschaft um ihren Unterhalt selbst kümmern musste; sie war nach einer ersten großen unglücklichen Liebe unverheiratet und kinderlos geblieben.

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Schlagwortarchiv für: 1848

Bis heute gilt die 1848er-Revolution als ein Meilenstein der deutschen Demokratiegeschichte. Vielerorts wurde die Unzufriedenheit mit dem repressiven, restaurativen und staatenbündischen System des Deutschen Bundes laut. Frankfurt am Main, der bisherige Sitz der Bundesversammlung, nahm nicht nur im Hinblick auf die erste deutsche Nationalversammlung eine zentrale Rolle in der Revolutionsgeschichte ein. Vielmehr verdichteten sich dort seit Februar 1848 alle Nachrichten aus dem In- und Ausland über die verschiedenen Revolutionsereignisse.

Die Herausforderung bestand darin, den Überblick über die zahlreichen gleichzeitig aufflammenden Unruheherde zu behalten – eine Aufgabe, die nun ausgerechnet den Bundestagsgesandten zufiel. Über Reisende und Presse, über Kollegen und andere Frankfurter Bekannte sowie nicht zuletzt durch ihre Fürsten waren die Diplomaten bestens über alle regionalen, deutschen und internationalen Entwicklungen informiert. Inwiefern Frankfurt damit zu einem Nachrichtenzentrum der Revolution wurde, zeigt unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Luisa Götz in ihrem Vortrag anlässlich des Tags der Demokratiegeschichte.

Der bundesweite Tag der Demokratiegeschichte findet am 18. März 2026 erstmals bundesweit statt, die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen. In dem Aufruf der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der AG heißt es:
Der 18. März ist ein bedeutendes Datum der deutschen Demokratiegeschichte. Am 18. März 1793 erklärte der rheinisch-deutsche Nationalkonvent die Volkssouveränität und gründete die Mainzer Republik, ein frühes Beispiel teil-demokratischer, parlamentarischer Selbstverwaltung. 55 Jahre später, am 18. März 1848, führten die Barrikadenkämpfe in Berlin zur Märzrevolution, einem zentralen Moment des Kampfes für politische Mitbestimmung. Am 18. März 1920 ist nach einem reichsweiten Generalstreik der Kapp-Putsch gegen die junge Weimarer Republik endgültig gescheitert und der 18. März 1990 markiert im Zuge der Friedlichen Revolution die erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer der DDR. Der 18. März eignet sich daher wohl wie kein anderer Tag, um an die wechselvolle Demokratiegeschichte Deutschlands zu erinnern.


Abb.: Das Taxis’sche Palais, Stahlstich von Wilhelm Lang, 1845, in: Jakob Fürchtegott Dielmann, Album der interessantesten und schönsten Ansichten alter und neuer Zeit. 2. Auflage. Verlag Carl Jügel, Frankfurt am Main 1848. – Das Palais diente als Sitz der Bundesversammlung.

Der Eintritt ist frei.