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Mehr als 30 historische Zweiräder sind in der neuen Ausstellung zu entdecken. (Foto: Ulf Morgenstern)

Verkehrspolitisch liegt das Fahrrad im Trend wie lange nicht. Zumindest bei kürzeren städtischen Distanzen soll der Anteil von Fahrradfahrten gegenüber dem Autoverkehr deutlich steigen, weshalb bundesweit in den Ausbau der Radinfrastruktur investiert wird.

Daran, dass vor Jahrzehnten schon einmal deutlich mehr Fahrrad gefahren wurde, erinnert in Radevormwald seit 26. November ein besonderes Zweiradmuseum. In den Werkshallen der Fahrrad- und Motorradfabrik „Bismarck“ eröffnete die IG Bismarck ihre neue Ausstellung. Gezeigt wird eine einzigartige Sammlung von Zweirädern, die ab 1896 dort produziert wurden. Auf dem Höhepunkt des Bismarck-Mythos ließ sich mit dem prominenten Namen offenbar gutes Geld verdienen, denn die Marke änderte das eingängige Signum bis zum Konkurs im Jahr 1957 nicht. Die Motorisierung der Wirtschaftswunder-Bundesrepublik belebte zwar kurzzeitig das Motorrad- und Mopedgeschäft der Firma, aber der Automobilboom brachte auch in den Bismarck-Werken die Produktion zum Erliegen.

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„Kleinod an der Bille: Das Schloss Reinbek auf dem linken Ufer bezaubert mit italienischem Charme“, schreibt Michael Seufert in dem Band „Hamburgs unbekannte Schöne. Die Bille“ (Foto: © Michael Zapf)

Otto von Bismarck hatte es eilig und nun das: Seine Doggen, die neben seiner Kutsche liefen, erspähten ein Reh und setzten diesem nach. Damit war es nicht mehr pünktlich zur Auktion zu schaffen. Und so musste der Reichskanzler im April 1874 sein Vorhaben aufgeben, im einige Kilometer von Friedrichsruh entfernten Reinbek Schlossbesitzer zu werden.

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In Uniform mit Pickelhaube: Helmuth Graf von Moltke (1800 – 1891), preußischer Generalfeldmarschall. Gemälde von T. Lange, Deutschland, um 1900, Öl auf Leinwand (Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar.-Nr.: A 367)

Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke trat 1811 in das dänische Heer als Kadett ein und wechselte 1822 zur preußischen Armee. Von 1823 bis 1826 besuchte der talentierte junge Offizier die Kriegsakademie in Berlin. 1833 erfolgte seine Berufung in den Großen Generalstab. 1836 wurde er als Militärberater für die Reorganisation der türkischen Armee in das Osmanische Reich abkommandiert und nahm an Feldzügen gegen die Kurden sowie in Ägypten teil (1838/39). Ende 1845 wurde Moltke kurzzeitig Adjutant des Prinzen Karl Heinrich von Preußen (1781 – 1846). 1847 zum Generalstab des VII. Armeekorps (Koblenz) versetzt, diente er nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin von 1848 bis 1855 als Chef des Generalstabs des IV. Armeekorps (Magdeburg). 1855 ernannte ihn der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm (1831 – 1888) zum Adjutanten, 1857 zum Generalmajor befördert, übernahm Moltke die Leitung des Großen Generalstabs, zu dessen Chef er offiziell 1858 avancierte. 1866 wurde Moltke zum General ernannt und erhielt als Generalstabschef die Kompetenz, dem Heer im Namen des Königs ohne vorherige Konsultation des Kriegsministers Befehle zu erteilen. Das ermöglichte Moltke, im Gefecht militärische Operationen unmittelbar zu leiten.

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