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Geschrieben von  Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 18. Mai 2017 um 12:05 Uhr

Die Jubiläen kommen und gehen. In Kultur, Politik, Sport, Geschichte und wo sonst noch erregen Jahreszahlen und möglichst runde Geburtstage Aufmerksamkeit, auch wenn das zu Grunde liegende Thema etwas outfashioned gewesen sein mag. Eine solche Kombination verbirgt sich auch hinter dem Erinnern an den 150. Jahrestag der Gründung des Norddeutschen Bundes: Die Jahreszahl ist rund im Vorzeigesinn, der Jubilar ist allerdings ein wenig angestaubt.

Dass man ihm damit Unrecht tut, werden historisch Interessierte nicht bestreiten. Schließlich war der preußisch dominierte Staaten-Zusammenschluss nördlich des Mains nichts weniger als der unmittelbare Vorläufer des Deutschen Reichs.

Die Otto-von-Bismarck nimmt dieses Ereignis zum Anlass einer Sonderausstellung, die vom 16. Juli 2017 bis 14. Januar 2018 im Bahnhofsgebäude in Friedrichsruh zu sehen sein wird. Wie schwierig das Zustandekommen des Staatenbundes war, welche Kosequenzen daraus für die Mitglieder entstanden und wie unterschiedlich die Wege in die Gemeinschaft waren, wird in einer kleinen, aber feinen Ausstellung zu sehen sein. Ein Katalog mit Aufsätzen wird diese dokumentieren.

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sonderausstellung, freuen uns auf die Eröffnung mit der Präsentation einer Sonderbriefmarke zum Thema und natürlich auf Sie und Ihr Interesse.

Wer möchte, kann im Hamburger Abendblatt schon einmal nachlesen, was der Beitritt zum Norddeutschen Bund für die „Pfeffersäcke“ an Elbe und Alster bedeutet hat.

Hinterher weiß man gelegentlich, was für ein Glück man hatte! So erscheint der gestrige Montag mit dem Blick zurück aus einem trüben Dienstag wie ein Hochsommertag. Es war daher ein Wink des Schicksals, dass dieser 15. Mai 2017 für den diesjährigen Betriebsausflug der Otto-von-Bismarck-Stiftung ins Auge gefasst wurde.

Morgens ging es mit dem Auto an die Ostsee, wo in Grömitz eine Tauchgondel bestiegen wurde (s. Bild).

Nach einer Stunde unter Wasser unternahmen wir den Versuch einer Schatzsuche. Dass diese als Wettstreit zwischen zwei Teams angelegte, elektronische Schnitzeljagd durchwachsen ausfiel, lag einmal mehr an den Tücken der Technik.

I-Pads in der Sommersonne, mobile Boxen ohne genügend geladene Akkus, hier hat der Veranstalter noch Nachbesserungsbedarf.

Uns war es egal, denn „teambildend“ waren die holstenischen Zick-Zack-Läufe auch so. Das anschließende Essen in einem Strandrestaurant ließ keine Wünsche offen, wir kommen gern im nächsten Jahr wieder.

Geschrieben von  Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 18. April 2017 um 09:06 Uhr

In Paris erinnert derzeit eine Ausstellung an den für Frankreich schmerzlichen deutsch-französischen Krieg von 1870/71.

Bereits einige Jahre vor dem Jubiläumszyklus hat sich das Musée de l’Armee einem Thema angenommen, das in Frankreich über viele Jahrzehnte hinweg Trauma und Mythos zugleich war.

Schließlich verlor Frankreich nicht nur einen selbstbewusst begonnenen Krieg und musste im Ergebnis die Abtrennung Elsass-Lothringens und die Zahlung von Reparationen hinnehmen. Als Kaiserreich hörte es sogar auf zu existieren, während im Herzen der eigenen Herrschaft ein neues Kaiserrich ins Leben trat. In den Ereignissen der Monate von August 1870 bis Mai 1871 bündelt sich also eine Vielzahl von Themen.

Nach ersten Kritiken ist den Ausstellungsmachern die Präsentation der komplexen Materie gelungen. Man darf gespannt sein, wie das Deutsche Historische Museum in Berlin und das Militärgeschichtliche Museum in Dresden in einigen Jahren den Krieg zwischen den „Erbfeinden“ präsentieren werden.

Zunächst kann man bis zum 30. Juli 2017 eine ohnehin immer lohnende Reise nach Paris mit dem Besuch der Ausstellung „France-Allemagne(s). La Guerre, La Commune, Les Mémoires“ verbinden.

Die Ausstellung ist dreisprachig, der dazugehörige Katalog leider nur französisch.

Unser Bild zeigt eine zerstörte französische Festung in Metz nach der Übergabe durch den General Bazaine.