Schlagwortarchiv für: Parlamentarismus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft übernommen, die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte den Programmaufruf gestartet und auch wir sind an unseren beiden Standorten in Friedrichsruh und Schönhausen mit jeweils einer Veranstaltung dabei: In diesem Jahr wird der 18. März zum ersten Mal bundesweit als Tag der Demokratiegeschichte ausgerufen.

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Der Neujahresempfang am Freitag, 9. Januar, ist leider witterungsbedingt abgesagt. – Adolph Menzel erhielt 1871 von der Stadt Berlin den Auftrag, den Ehrenbürgerbrief für Otto von Bismarck zu gestalten. Der angesehene Maler nutzte die Gelegenheit, nicht ohne Ironie einige Kommentare zum neugegründeten Deutschen Kaiserreich und seinem Reichskanzler auf das Pergament zu zeichnen. Diese „Nebenscherze“ stehen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Claudia Czok (Geheimes Staatsarchiv Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin), der im Rahmen des Neujahrsempfangs stattfindet. Dazu laden wir gemeinsam mit unserem Förderverein am Freitag, 9. Januar, in den Historischen Bahnhof Friedrichsruh ein (Anmeldung erbeten).
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Der Ruf nach individuellen Freiheitsrechten und die Idee, in einem Nationalstaat zusammenzuleben, stehen am Beginn der Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland. Zu erleben ist sie in unserer Sonderausstellung „Volkes Stimme! Parlamentarismus und demokratische Kultur im Deutschen Kaiserreich“ im Bismarck-Museum Friedrichsruh. In den drei Sektionen Zeitenwende, Deutsches Kaiserreich, Weimar – Bonn – Berlin wird ein Entwicklungsprozess sichtbar, der von Reformen und Revolutionen geprägt war. Eine Schlüsselrolle nimmt das Parlament des Deutschen Kaiserreichs, der Reichstag, ein: Es war das erste Sprachrohr für „Volkes Stimme“, das von den Regierungen aller Bundesstaaten und der Bevölkerung anerkannt wurde. Obwohl das Kaiserreich von obrigkeitsstaatlichen Strukturen geprägt blieb, nutzte und vergrößerte der Reichstag seine Spielräume.

Die Ausstellung ist bis zum 12. April 2026 im Bismarck-Museum zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 13 und 14 – 16 Uhr

In der historischen Forschung zum Deutschen Kaiserreich wird die Arbeit des Reichstags überwiegend kritisch betrachtet: Die Parlamentarier hätten zu wenig Einfluss auf die Regierungsbildung gehabt und seien infolgedessen nicht an eine verantwortungsvolle Rolle in der Politik gewöhnt worden. Diese Kritik sei nicht unberechtigt, so die These von Prof. Dr. Ute Daniel. Doch sie unterlasse vergleichende Blicke auf andere Zeiten und Parlamente, die eine fundierte Beurteilung erst ermöglichten. Weiterlesen

Das Reichstagsgebäude in Berlin. Fotografie, 1895.

„Bismarcks wichtigste Bühnen waren der Preußische Landtag und der Reichstag, dennoch hat er die Parlamente geringgeschätzt“. Dr. Ulf Morgenstern, Geschäftsführer unserer Stiftung, eröffnete die Tagung „Reichstag revisited“ (9.-10. Oktober 2025) im Reinbeker Schloss mit einem kurzen Blick auf die Haltung des ersten Reichskanzlers gegenüber den gesetzgeberischen Verfassungsorganen, die er selbst mitgeschaffen hatte. Eingeladen waren Historikerinnen und Historiker, die ihre Forschungen zur vergleichenden Parlamentarismusgeschichte des Deutschen Kaiserreichs vorstellten. Bismarck wurde dabei nicht als der Einzige sichtbar, der zu den Volksvertretern ein zwiespältiges Verhältnis pflegte.

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Die Sonderausstellung zeigt in drei Sektionen die Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland.

Am Sonntag eröffnen wir im Bismarck-Museum Friedrichsruh die neue Sonderausstellung über „Parlamentarismus und demokratische Kultur im Deutschen Kaiserreich“. Vorangegangen sind Überlegungen und Diskussionen über die Zeitspanne, die abgebildet wird, sowie zu den thematischen Gewichtungen. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass es heute als selbstverständlich gilt, dass wir Deutschen auf Bundes-, Landes- und auf kommunaler Ebene in freien Wahlen unsere politischen Repräsentanten bestimmen können. Doch das war nicht immer so: 200 Jahre lang haben Reformer und Revolutionäre für die repräsentative parlamentarische Demokratie gekämpft und sie weiterentwickelt.

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Gabriele Grote (VHS Meppen), Daniel Stienen (Otto-von-Bismarck-Stiftung), Ludwig Windthorst, Ines Heidemann und Marc Stroot (beide Windthorst-Gymnasium Meppen, v.l.n.r.). Foto: Hanna Wichmann

In Raum 2-01 der Volkshochschule Meppen herrscht arbeitsame Stille, unterbrochen nur von gelegentlichem Geflüster. Rund 20 Schülerinnen und Schüler des Windthorst-Gymnasiums beugen sich in vier Arbeitsgruppen über die Tische. Auf ihnen ausgebreitet: Parlamentsreden, Infografiken und Zeitungsartikel.

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Bernhard von Bismarck als junger Erwachsener (Reproduktion eines Gemäldes von E. Boltz, Bismarck-Museum)

„Lieber Bruder. In dieser scheußlichen Zeit muss man an alten Gewohnheiten festhalten, um sich mit ihr in Widerspruch zu setzen, und darum schreibe ich Dir einen feierlichen Gratulationsbrief zu Deinem Geburtstag. Möge Heil und Segen Dich auf allen Wegen u.s.w.“ Otto von Bismarck musste in diesem Brief vom 22. Juli 1848 nicht ausführen, was diese Zeit aus seiner Sicht so „scheußlich“ machte: Am 18. Mai 1848 hatten sich in der Frankfurter Paulskirche die Abgeordneten des ersten gesamtdeutschen Parlaments versammelt, um über eine freiheitliche Verfassung und die Bildung eines deutschen Nationalstaats zu beraten. Die Brüder hatten zuvor als Abgeordnete im Ersten und Zweiten Vereinigten Preußischen Landtag die Anfänge des deutschen Parlamentarismus mitgestaltet, hielten aber treu zur preußischen Monarchie.

Bernhard von Bismarck wurde am 24. Juli 1810 in Schönhausen/Elbe geboren, fünf Jahre vor seinem Bruder Otto, 1827 kam ihre Schwester Malwine zur Welt. Er verlebte die ersten zehn Jahre seines Lebens auf dem Land, erst in Schönhausen/Elbe, dann auf dem pommerschen Gut Kniephof, bevor er nach Berlin in die Schule geschickt wurde. Sein kleiner Bruder Otto folgte – sechsjährig und unfreiwillig – ein Jahr später. Einige Jahre lebten sie in der elterlichen Stadtwohnung, betreut von einer Haushälterin und einem Hauslehrer, die Eltern waren nur in den Wintermonaten bei ihnen. Während der Vater Ferdinand in den verschiedenen Biografien Otto von Bismarcks als gutmütiger Mensch beschrieben wird, behandelte die Mutter Luise Wilhelmine ihre beiden Söhne mit großer Strenge. Dem 15jährigen Bernhard schrieb sie: „Ich muß es dir vorher sagen, daß, wenn dein Zeugnis zu Michaelis nicht vorzüglich gut ausfällt, du für den kommenden Winter nicht bei uns wohnst, und auch nur selten, und nie ohne [Schuldirektor] H. Plamanns Erlaubnis uns wirst besuchen dürfen.“

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Schlagwortarchiv für: Parlamentarismus

Wir laden am Gartenträume-Picknicktag zu einer öffentlichen Führung durch die Sonderausstellung „Volkes Stimme! Parlamentarismus und demokratische Kultur im Deutschen Kaiserreich“ ein. Zu sehen ist sie im historischen Speicher des Bismarck-Museums Schönhausen. Aufgezeigt wird, wie sich die Arbeit der Parlamente in Deutschland historisch entwickelt hat. Im Mittelpunkt der Führung wird der Reichstag des Deutschen Kaiserreichs stehen. Inmitten einer Modernisierung von Politik, Gesellschaft und Presse wurde er zum Ausgangspunkt des modernen Parlamentarismus in Deutschland. Der Eintritt ist frei.