Kalenderblatt: Kongresspalast in Buenos Aires

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Kongresspalast (Palacio del Congreso de la Nación Argentina), von der Plaza del Congreso aus gesehen; Fotografie, Argentinien, um 1920, Abzug auf Papier, Pappe, Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh, Inventar-Nr.: F 2025/025

Der argentinische Kongresspalast (Palacio del Congreso de la Nación Argentina) in Buenos Aires beherbergt den Nationalkongress (Congreso de la Nación Argentina). Dieser besteht aus der Abgeordnetenkammer (Cámara de Diputados de la Nación Argentina) und dem Senat (Honorable Cámara de Senadores de la Nación Argentina). Der Entwurf für das zwischen 1897 und 1906 aus Granit und Marmor errichtete neoklassizistische Parlamentsgebäude stammt von dem italienischen Architekten Vittorio Meano (1860 – 1904). Nach dessen Ermordung wurde der Kongresspalast von dem ursprünglich aus Belgien stammenden Architekten Julio (Jules) Dormal Godet (1846 – 1924) teilweise fertiggestellt. Die Einweihung erfolgte am 12. Oktober 1906, doch erst 1946 war der Bau mit Anbringung der letzten Marmorverkleidungen an der Fassade vollendet. Zwischen 1994 und 2001 sowie 2008 und 2011 wurde das im Verfall befindliche Gebäude umfassend restauriert.

Der Architekt Vittorio Meano visualisierte 1896 seinen Entwurf für den Wettbewerb mit diesem Gemälde. Er gewann und erhielt den Bauauftrag.

Das Foto zeigt die Vorderseite des Kongresspalasts. Auf einem sechseinhalb Meter hohen Sockel aus Granit ruhen zwei weitere Geschosse mit korinthischen Säulen, die eine Höhe von 12,60 Metern haben. Den Abschluss bildet ein fünf Meter hohes Dachgeschoss. Die Fassade wird von einem vorspringenden sechssäuligen Portikus mit dreieckigem Giebel und Satteldach geprägt. Der darunter liegende Haupteingang, zu dem eine Treppe und eine Rampe führen, dient ausschließlich repräsentativen Zwecken. Die mittlere Eingangstür wird an den Seiten von zwei Karyatiden flankiert, die einen dreieckigen, mit Palmetten geschmückten Giebel tragen. Über dem Satteldach thront auf einer Plattform eine acht Meter hohe und 20 Tonnen schwere Quadriga aus Bronze, die von dem italienischen Bildhauer Victor de Pol (1865 – 1925) entworfen wurde. Der von vier Pferden gezogene Streitwagen wird von einer geflügelten Siegesgöttin gelenkt. Hinter der Quadriga erhebt sich auf einem zylindrischen Tambour eine kupfergedeckte, 80 Meter hohe und 30.000 Tonnen schwere Kuppel, deren Schale aus einer Stahlgitterkonstruktion besteht.

Das Gebäude verfügt über einen 430 Quadratmeter großen Innenhof, 1.100 Fenster und Türen sowie diverse Säle, Galerien, Vorhallen, Speisesäle, Büros und eine Bibliothek. An der Rückseite liegt ein halbkreisförmiger Saal, in dem sich der Plenarsaal der Abgeordnetenkammer befindet. Die argentinische Bildhauerin Lola Mora (1866 – 1936) schmückte die aufwendig gestalteten Innenräume sowie die Fassade mit zahlreichen allegorischen Bronze- und Marmorfiguren. Zu den architektonischen Vorbildern des Kongresspalasts zählt unter anderem das Kapitol in Washington und der Reichstag in Berlin.

Der Kalender begleitet unsere Sonderausstellung „Volkes Stimme! Parlamentarismus und demokratische Kultur im Deutschen Kaiserreich“. Sie wird am 18 März 2027 im Bismarck-Museum Schönhausen wiedereröffnet.