Die Geschichte des Parlamentarismus und seine Zukunft – Ausstellungseröffnung in Schönhausen/Elbe

Für die Grußworte und das Podiumsgespräch hatten wir in den Gutspark Schönhausen eingeladen. Fotos: Otto-von-Bismarck-Stiftung / Jürgen Hollweg
Der historische Speicher hat sein Debüt als Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude gegeben: Am 7. Juni haben wir am zukünftigen Standort des Bismarck-Museums in Schönhausen/Elbe unsere Sonderausstellung „Volkes Stimme! Parlamentarismus und demokratische Kultur im Deutschen Kaiserreich“ eröffnet. Mit uns haben knapp 90 Gäste die Einweihung gefeiert.

Die Sonderausstellung war zuvor im Bismarck-Museum Friedrichsruh zu sehen und wurde für den historischen Speicher angepasst.

„Volkes Stimme!“ zeigt wichtige Stationen der deutschen Demokratiegeschichte.
Das Programm begann am Nachmittag mit einem ausdrücklichen Dankeschön unseres Geschäftsführers PD Dr. Ulf Morgenstern an Dr. Andrea Hopp. Die langjährige Leiterin unseres Standorts ist Ende Mai in den Ruhestand gewechselt. Die Sonderausstellung ist damit zugleich Auftakt eines neuen Abschnitts in der Stiftungsgeschichte in Schönhausen und Teil eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms, das bereits unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Mangold-Will konzipiert wurde. Sie hat die vergangenen Wochen zur Einarbeitung genutzt und wurde nun von Dr. Morgenstern offiziell als neue Leiterin vorgestellt.

Prof. Dr. Sabine Mangold-Will hat die Leitung unseres Standortes übernommen. Es gratulierten Geschäftsführer PD Dr. Ulf Morgenstern (l.), Kuratoriumsvorsitzender Johannes Kahrs und Norbert Brackmann (r.), Vorsitzender des Vorstands.

Dr. Maik Ohnezeit erläuterte die Grundkonzeption der Sonderausstellung: Im Zentrum steht der Reichstag des Deutschen Kaiserreichs.
Inhaltlich stand der Parlamentarismus im Mittelpunkt. Dr. Maik Ohnezeit, Museumspädagoge der Stiftung in Friedrichsruh und Kurator der Sonderausstellung, erläuterte auf den Punkt gebracht die historische Entwicklung von den Ständevertretungen bis zum Bundestag der Gegenwart. Johannes Kahrs, Vorsitzender des Kuratoriums, und Norbert Brackmann, Vorsitzender des Vorstands unserer Stiftung, nahmen den Faden auf: Die beiden langjährigen Bundestagsabgeordneten, der eine für die CDU (Brackmann), der andere für die SPD (Kahrs), diskutierten über die Grundlagen der parlamentarischen Arbeit. Ohne Kompromisse, so waren sie sich trotz aller inhaltlichen Differenzen einig, funktioniere die Demokratie nicht – auch wenn dies bedeute, eine politische Niederlage akzeptieren zu müssen. Auch in der Zukunft, so ihre Überzeugung, bleiben der Wille und die Fähigkeit, einen Kompromiss zu schließen, unabdingbar.

Prof. Dr. Sabine Mangold-Will und unsere Kolleginnen und Kollegen in Schönhausen.

Ein umfangreicher Katalog begleitet die Sonderausstellung.
Die Sonderausstellung ist bis zum 4. Oktober zu sehen, am Empfang des Bismarck-Museums Schönhausen sowie in den Ausstellungshäusern in Friedrichsruh ist der umfangreiche Katalog erhältlich. Dieser bietet neben den Ausstellungstexten und Objektfotos auch wissenschaftliche Essays zum Parlamentarismus im 19. Jahrhundert.



