Gemeinsam Kulturgut schützen: Notfallverbund im Kreis Herzogtum Lauenburg gegründet

Die Museen und Archive im Kreis Herzogtum Lauenburg sichern sich gegenseitige Unterstützung zu – ein „Rettungsring“ für den Notfall.
Am gestrigen Montag wurde im Alten Kreishaus in Ratzeburg ein Notfallverbund gegründet. Zu den achtzehn beteiligten Archiven und Museen, die im Kreis Herzogtum Lauenburg ansässig sind, zählt auch unsere Stiftung. Norbert Brackmann, Vorsitzender des Vorstands, nahm an der Gründungsveranstaltung teil.

Für unsere Stiftung unterschrieb Norbert Brackmann (l.). Foto: Markus Zens
Die Notfallvereinbarung sieht eine gegenseitige Unterstützung mit Personal und Sachmitteln vor, sollte es zu einer akuten, umfangreichen Gefährdung oder Schädigung des Kulturguts (Objekte eines Museums, Archivalien etc.) kommen. Eine solche Situation könnte „durch Brand, Wasser, Unwetter, technische Defekte und andere unvorhersehbare Ereignisse“ eintreten, so die Vereinbarung. Das Gründungsdokument unterzeichneten neben unserem Vorstandsvorsitzenden Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Wentorf bei Hamburg, der Ämter Berkenthin, Hohe Elbgeest, Sandesneben-Nusse und Lauenburgische Seen, der Städte Geesthacht, Mölln, Ratzeburg, Schwarzenbek und Lauenburg/Elbe mit dem Amt Lütau sowie des Kreises Herzogtum Lauenburg.
Vorausgegangen waren einige Treffen. Dabei wurden unter anderem Gespräche mit dem Kreisfeuerwehrverband und dem zum Kreis gehörenden Fachgebiet Katastrophenschutz geführt. Die einzelnen Häuser und Archive luden außerdem zu Ortsbegehungen ein, für uns nahm unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Prof. Dr. Sabine Mangold-Will teil. Dabei zeigte sich, dass die Museen und Archive höchst unterschiedlich für eine Krisensituation gewappnet sind. Ein positives Beispiel ist das Lauenburgische Stadtarchiv, das in einem 2024 eröffneten Medienzentrum untergebracht ist und unter idealen konservatorischen Bedingungen arbeiten kann. Für den Notfall eines anderen Hauses könnte sogar für kurze Zeit eine klimatisierte Depotfläche zur Verfügung gestellt werden.
Die Gründung von Notfallverbünden wird von der Bundesregierung in ihrer Resilienzstrategie gefordert, um Kulturgut in Katastrophenlagen schützen zu können. Der gestern für den Kreis Herzogtum Lauenburg gegründete Notfallverbund ist der siebte in Schleswig-Holstein.




