Tag der Demokratiegeschichte: Erinnerung an einen langen Weg

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft übernommen, die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte den Programmaufruf gestartet und auch wir sind an unseren beiden Standorten in Friedrichsruh und Schönhausen mit jeweils einer Veranstaltung dabei: In diesem Jahr wird der 18. März zum ersten Mal bundesweit als Tag der Demokratiegeschichte ausgerufen.

Da dieses Datum auf einen Mittwoch fällt, bieten wir unsere Veranstaltungen am folgenden Sonntag, 22. März, an. Um 11:00 Uhr beginnt in der Sonderausstellung „Volkes Stimme!“ im Bismarck-Museum Friedrichsruh eine Kuratorenführung mit Dr. Maik Ohnezeit unter dem Titel „‚Vox populi, Vox Rindvieh?‘ Ein Streifzug durch die deutsche Parlamentsgeschichte“. Die Sonderausstellung wurde mit Fördermitteln der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte erarbeitet und zeigt, wie eng die Entwicklung von Parlamentarismus und Demokratie miteinander verbunden waren.

Im Bismarck-Museum Schönhausen beginnt um 14:00 Uhr der Vortrag „1848: Frankfurt am Main als Nachrichtenzentrale der Revolution“. Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Luisa Götz zeigt auf, wie sich dort seit Februar 1848 alle Nachrichten aus dem In- und Ausland über die verschiedenen Revolutionsereignisse verdichteten. Die Stadt war seit 1815 Sitz der Bundesversammlung des Deutschen Bundes, die Gesandten der deutschen Länder lebten in teilweise enger Nachbarschaft. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Die Auswahl des 18. März als Tag der deutschen Demokratiegeschichte ist mit vier historischen Ereignissen verbunden. Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und die AG Orte der Demokratiegeschichte, deren Mitglied wir als Stiftung sind, nennen sie in ihrem gemeinsamen Aufruf:

Der 18. März ist ein bedeutendes Datum der deutschen Demokratiegeschichte. Am 18. März 1793 erklärte der rheinisch-deutsche Nationalkonvent die Volkssouveränität und gründete die Mainzer Republik, ein frühes Beispiel teil-demokratischer, parlamentarischer Selbstverwaltung. 55 Jahre später, am 18. März 1848, führten die Barrikadenkämpfe in Berlin zur Märzrevolution, einem zentralen Moment des Kampfes für politische Mitbestimmung. Am 18. März 1920 ist nach einem reichsweiten Generalstreik der Kapp-Putsch gegen die junge Weimarer Republik endgültig gescheitert und der 18. März 1990 markiert im Zuge der Friedlichen Revolution die erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer der DDR. Der 18. März eignet sich daher wohl wie kein anderer Tag, um an die wechselvolle Demokratiegeschichte Deutschlands zu erinnern.

Alle Veranstaltungen rund um den Tag der Demokratiegeschichte werden auf der Website Tag der Demokratiegeschichte angekündigt.