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Vergangenheit, die nicht vergehen will? 135 Jahre deutsche Kolonialgeschichte

19. September |19:30

- kostenlos

135 Jahre nach Gründung des deutschen Kolonialreiches und 100 Jahre nach seinem Ende ist das Interesse an der deutschen Kolonialgeschichte größer denn je. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien etwa über koloniale Raubkunst, die (post-)koloniale Schlagseite des Humboldt Forums in Berlin oder die Verhandlungen über die Anerkennung des Genozids an den Herero und Nama in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika berichtet wird.

Aus welchen zentralen Gründen ist die koloniale Amnesie, die zuvor jahrzehntelang vorherrschte, aufgebrochen? Dieser Frage wird Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in seinem Vortrag nachgehen und über den aktuellen Stand der Debatten berichten.

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer ist Professor für Globalgeschichte mit Schwerpunkt Afrika an der Universität Hamburg und Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die (frühe) Globalisierung“. Auch ist er einer der Autoren des Leitfadens Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, dessen zweite Fassung im Juli 2017 vom Deutschen Museumsbund e.V. herausgegeben worden ist.

Foto: Das „Deutsch-Ostafrika-Ehrenmal“ in Aumühle. Eingeweiht am 8. Mai 1955, zeigt diese spätexpressionistische Plastik den behelmten Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964), flankiert von einem Soldaten der ostafrikanischen Hilfstruppen (links) sowie einem sitzenden indigenen Träger (rechts). Das kolonialrevisionistisches Denkmal mystifiziert die vermeintliche Treue tansanischer Afrikaner während des Ersten Weltkriegs zu den deutschen Kolonialtruppen. Tatsächlich aber beruhte Lettow-Vorbecks militärisches Vorgehen auf Terror und Zwang, wie die wissenschaftliche Forschung nachgewiesen hat. Er selbst, der seit einem Freikorpseinsatz in Hamburg im Jahr 1919 mit den Bismarcks in Friedrichsruh bekannt war, hatte sich an die Familie gewandt, die einen Standort nahe des Restaurants Waldesruh zur Verfügung stellte – an eine Aufstellung dieses Denkmals (das Mitte der 1930er-Jahre in Auftrag gegeben worden war) in einer Großstadt war 1955 schon lange nicht mehr zu denken. Die Figurengruppe steht weiterhin am östlichen Rand des Sachsenwaldes. Der verwickelte Entstehungszusammenhang, die einseitige Botschaft sowie der zunächst kolonial- und später auch zeitgeschichtliche Hintergrund des unkritisch an den Kolonialismus erinnernden Denkmals erschließen sich nicht ohne Kommentierung. (Recherche: Dr. Ulf Morgenstern / Foto: Natalie Wohlleben)

Wir bitten um persönliche Anmeldung unter 0 41 04 / 97 71-0 oder info@bismarck-stiftung.de.

Details

Datum:
19. September
Zeit:
19:30
Eintritt:
kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Historischer Bahnhof Friedrichsruh
Am Bahnhof 2
Friedrichsruh, 21521

Veranstalter

Otto-von-Bismarck-Stiftung

Details

Datum:
19. September
Zeit:
19:30
Eintritt:
kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Historischer Bahnhof Friedrichsruh
Am Bahnhof 2
Friedrichsruh, 21521

Veranstalter

Otto-von-Bismarck-Stiftung