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Bismarck-Lehrveranstaltungen an den Unis Bamberg, Bonn und Hamburg

Geschrieben von  Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 18. August 2017 um 14:38 Uhr

Im Wintersemster 2017/18 ist die Otto-von-Bismarck-Stiftung an Lehrveranstaltungen an mehreren deutschen Universitäten beteiligt sein.

Mit den Neuzeit-Historikern in Bonn und Hamburg organisieren wir Veranstaltungen über das spannende Thema des Beschenkens von Politikern.

Die Hamburger Studierenden werden sich dem kulturgeschichtlichen Problem der Staats- und Privatgeschenke am Beispiel Bismarcks und den für diesen aufgetürmten Bergen von Geschenken widmen. Im Rahmen eines Public History Seminars werden sie vor allem mit Objekten aus dem Nachlass Bismarcks und dem Bismarck-Museum in Friedrichsruh arbeiten.

Ihre Bonner Kommilitonen werden sich bei den Kollegen in Rhöndorf mit den Geschenken für Konrad Adenauer beschäftigen. Auf gemeinsamen Workshops in Rhöndorf und Friedrichsruh sollen die „Kanzlergeschenke“ dann im Vergleich analysiert werden.

Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. Schließlich lebten der erste Kanzler des Deutschen Reiches und der erste Kanzler der Bundesrepublik lange vor den heutigen Transparenz-Bewusstseinsständen und juristischen Regelungen bezüglich Vorteilsnahmen im Amt.

Eine weitere Beschäftigung mit Kanzler-Geschenken ist für spätere Semester angedacht. Ob dabei über Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut vielleicht bis zum Kanzleramt der Gegenwart vorgedrungen wird, warten wir ab. Eine satirische und hochgradig fiktive Beschäftigung mit der Frage, was denn eigentlich aus all den nicht immer geschmacks- und stilsicheren Geschenken wird, hält der unerschöpfliche Satire-Fundus bei YouTube jedenfalls schon bereit.

Ein anderes Thema wird im Wintersemester 2017/18 für Bamberger Studierende mit Interesse an der englischen (Kultur-)Geschichte des 19. Jahrhunderts vorgehalten. Dort wird im Januar 2018 die englischsprachige Ausstellung über Bismarck und Großbritannien gezeigt, die schon an vier englischen und schottischen Universitäten zu Gast war. Zuvor werden in lockerer Folge Bismarckfilmabende angeboten.

Und falls danach bei einem fränkischen Bier noch über den preußischen Junker diskutiert wird – vielleicht über Geschenke aus dem einstigen British Empire – würde das diesem sicher gefallen.

Christopher Clark über Bismarcks politische Axiome

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 21. November 2016 um 09:24 Uhr

Zur Eröffnung der „Bismarck und Großbritannien“-Ausstellung an der University of East Anglia hat es sich Christopher Clark nicht nehmen lassen, sich in das Verkehrsgetümmel  zwischen Cambridge und Norwich zu stürzen.

Auf den Punkt genau durchmaß der Regius-Professor Sir Christopher den nachmittäglichen Berufsverkehr Ostenglands.

Was das etwa 50köpfige Publikum dann zu hören bekam, waren fünf pointiert ausgearbeitete Axiome politischen Handelns. Nach Clarks Analyse lassen sich Bismarcks kurz- und mittelfristige Strategien auf diese fünf Maximen zuspitzen.

Nr.1: Deskaliere Situationen nicht, sondern provoziere! Bismarck erschien auf diese Weise nicht unbedingt als sympathisch, aber als hoch effektiver Akteur.

Die weiteren vier Axiome werden hier nicht verraten, schließlich bereitet Clark eine Publikation dieser historisch fundierten Handlungsanweisung für charismatische Alphatierchen vor.

Unterschwellige Parallelen zu Politikern der Gegenwart drängten sich vor dem angelsächsischen Hintergrund automatisch auf. Clark selbst spielte nur ironisch mit ihnen, ob sie in einer Druckversion explizit angesprochen werden, bleibt abzuwarten.

Unabhängig davon: Dem Mitglied des Beirats der Otto-von-Bismarck-Stiftung Clark ist ebenso herzlich für einen gelungenen Abend zu danken wie dem Gastgeber in Norwich, Prof. Dr. T.G. Otte. Und natürlich den zahlreichen, lebhaft diskutierenden Gästen!

Manchmal kommen sie wieder….

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 14. Oktober 2016 um 09:50 Uhr

Bei Stephen King musste man in einem 1991 verfilmten Horror-Klassiker vor Wiedergängern schlottern. Im nächtlichen Sachsenwald sind sie dagegen gelegentlich sogar sehr willkommen. Zumindest wenn sie in Gestalt unseres langjährigen Museumspädagogen Dr. Andreas von Seggern erscheinen.

Der nach Oldenburg ans Stadtmuseum gewechselte ehemalige gute Geist des Hauses war mit einem Vortrag zu Gast.

Mit Ironie und Witz entführte er die zahlreichen Gäste in die Geschichte eines Bundestaats des Deutschen Reiches: „Bismarck und Oldenburg“ war dabei natürlich eines der Leib- und Magenthemen des Redners, dem er mit etlichen einprägsamen Abbildungen und Bonmots amüsante Facetten über seine niderdeutschen Landsleute und deren Verhältnis zum preußischen Politiker Bismarck entlockte.

Im Anschluss wurde noch lange angeregt über das Gehörte diskutiert und bei Wasser und Wein über Erlebnisse aus der Ära „von Seggern und Friedrichsruh“ nachgesonnen.

„Neue Ansätze im Erzählen des 19. Jahrhunderts“

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 12. Juli 2016 um 10:33 Uhr

Das Deutsche Historische Institut in London veranstaltet im Moment eine Reihe von Seminar-Vorträgen unter dem Titel „Narrating the Nineteenth Century: New Approaches“. Führende Köpfe der Forschung tragen dabei Ihre Gedanken über aktuelle Entwicklungen der historischen Forschung zu Fragestellungen der Geschichte des 19. Jahrhunderts vor. Wer es nicht nach London schafft, englische Vorträge aber nicht scheut, kann die Lectures als Audio-Podcasts nachhören, hier die Überblicksseite.

Besonders lohnend erschien uns ein Vortrag von Johannes Paulmann. Lassen Sie an einem lauschigen Sommerabend doch einmal den Fernseher aus und hören Sie mit einem Glas kühlen Weißweins in der Hand bei geöffnetem Fenster den Ausführungen des Direktors des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz über Nähe und Ferne des 19. Jahrhunderts zu. Einfach Flasche entkorken, hier klicken und dann gute Unterhaltung!

Konferenz: Der preußisch-österreichische Krieg 1866

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 01. Februar 2016 um 10:59 Uhr

In der Zeit vom 7. bis zum 9. März 2016 veranstaltet die Deutsche Kommission für Militärgeschichte (deutsche Sektion der Commission Internationale d’Histoire Militaire) zusammen mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, dem Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Wien, dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHM) und dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) eine wissenschaftliche Tagung.

Veranstaltungsort ist das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHM), Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden.

In diesem Jahr jährt sich der preußisch-österreichische Kriegs von 1866 zum 150. Mal. Dieses Ereignis soll der Anlass sein, diesen Krieg und seine Schlachten in europäischer Perspektive neu zu betrachten und eine Bilanz zu ziehen. In die Konferenz ist am 7. März 2016 ein Abendvortrag von Prof. Dr. Michael Epkenhans integriert, der der Frage nach dem Charakter des Jahres 1866 als Wendepunkt in der europäisch-deutschen Geschichte nachgeht.

Programm

Montag, 7. März 2016
19:00 Öffentlicher Abendvortrag Prof. Dr. Michael Epkenhans (ZMSBw)
„1866 – Ein Wendejahr in der preußisch-deutschen und europäischen Geschichte?“

Dienstag, 8. März 2016
09:00 Begrüßung
09:10 Einführung, Prof. Dr. Lothar Höbelt (Universität Wien)

Sektion I. Entscheidung zum Krieg
09:30 Preußen, PD Dr. Frank Möller (Universität Greifswald – angefragt)
10:00 Österreich, Dr. Alma Hannig (Universität Bonn)
10:30 Italien, Prof. Luciano Monzali (Universität Bari)
11:00 Diskussion

11:30 Besichtigung des Militärhistorischen Museums

Sektion II. Entscheidung zur (bewaffneten) Neutralität
14:00 Frankreich, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh)
14:30 Großbritannien, Prof. Dr. Thomas Otte (University of East Anglia, Norwich)
15:00 Russland, Dr. Alexander Medjakow (Lomonosow Universität Moskau)
15:30 Diskussion

Sektion III. Verlauf und Charakteristika des Krieges
16:30 Die Schlacht von Königgrätz, Dr. Thorsten Loch (ZMSBw Potsdam)
17:00 Die Schlacht von Custozza, Dr. Christian M. Ortner (Heeresgeschichtliches Museum Wien)
17:30 Die Schlacht von Lissa, Dr. Bernhard Wenning (Österreichisches Staatsarchiv Kriegsarchiv Wien)
18:00 Die Rolle der Waffentechnik, Eugen Lisewski (MHMBw)
18:30 Diskussion

Mittwoch, 9. März 2016
Sektion IV. Die Rolle der deutschen Mittelstaaten
09:30 Sachsen, Dr. Ulf Morgenstern (Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh)
10:00, Die süddeutschen Staaten, Prof. Dr. Wolf D. Gruner (Universität Rostock)
10:30, Hannover, Dr. Dieter Brosius (Hannover)
11:00 Diskussion

Sektion V. Folgen und Rezeption
12:00 Preußen, Prof. Dr. Hans-Christof Kraus (Universität Passau)
12:30 Österreich, Prof. Dr. Lothar Höbelt (Universität Wien)
13:00 Abschlussdiskussion

Kontakt

Prof. Dr. Winfried Heinemann, Deutsche Kommission für Militärgeschichte (deutsche Sektion der Commission Internationale d’Histoire Militaire)
cihm@bundeswehr.org

Unser Bild zeigt rastende preußische Truppen in Aschaffenburg.

Vortrag von Frau Dr. Christel Happach-Kasan am 19. November 2015 fällt aus!

Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Dienstag, den 17. November 2015 um 16:18 Uhr

Der für Donnerstag, den 19. November, Beginn: 19.30 Uhr, angekündigte Vortrag „Der Kreis Herzogtum Lauenburg auf historischen Landkarten – von Mercator bis zur Preußischen Landaufnahme“ von Frau Dr. Christel Happach-Kasan muss entfallen und wird auf Frühjahr 2016 verschoben. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem in Kürze erscheinenden Veranstaltungsprogramm für das 1. Halbjahr 2016.

Gretchenfrage an den Staat: Wie hältst Du es mit der Religion? Gemeinsame Tagung über „Europäische Kulturkämpfe und ihre gegenwärtige Bedeutung“ am 3./4. September in Frankfurt

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 12. August 2015 um 08:41 Uhr

Veranstaltet von der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh) gemeinsam mit dem Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (Universität Münster),dem Europäischen Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung (Triesen/Liechtenstein) und der Evangelische Akademie Frankfurt am Main

Entgegen einer langlebigen Legende war der „Kulturkampf“ genannte Konflikt zwischen Staat und Kirche weder auf Preußen noch auf die 1870er/1880er Jahre beschränkt. Er begann vielmehr bereits im Vormärz und reichte in einigen europäischen Ländern bis weit ins 20. Jahrhundert. Das Massaker von Srebrenica 1995 und die Attentate islamistischer Terroristen in Paris und Brüssel 2014/15 werfen die Frage auf, ob das „Zeitalter der Kulturkämpfe“ (Manuel Borutta) tatsächlich beendet ist.

Aus Anlass des 200. Geburtstags ihres Namensgebers veranstaltet die Otto-von-Bismarck-Stiftung mit den oben genannten Kooperationspartnern aus Theologie sowie Religions- und Sozialwissenschaften eine internationale Konferenz über das Thema „Europäische Kulturkämpfe und ihre gegenwärtige Bedeutung“. Ziel der Tagung ist es, die Auseinandersetzung zwischen den Nationalstaaten und Religionsgemeinschaften im 19. und 20. Jahrhundert an ausgewählten Beispielen aus interdisziplinärer Perspektive zu untersuchen und zugleich die heutigen staatlichen Religionspolitiken im europäischen Vergleich zu analysieren.

Tagungsgebühr: 25 Euro (deckt die Mahlzeiten)

Programm:

Donnerstag, 3. September 2015

14.00 Uhr
Dr. Thorsten Latzel (Evangelische Akademie Frankfurt): Begrüßung
Dr. André Ritter (Europäisches Institut Triesen/Liechtenstein): Einführung
14.15 Uhr
Prof. Dr. Hans-Christof Kraus (Universität Passau): Der Kulturkampf – ein eigenständiges Zeitalter der europäischen Geschichte?
Moderation: Dr. André Ritter

Sektion I: Schweiz/Italien
Moderation: Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh)
15.00 Uhr
Prof. Dr. Markus Ries (Universität Luzern): Kulturkämpfe als Treiber nationaler Integration in der Schweiz des 19. Jahrhunderts
15.45 Uhr:
Prof. Dr. René Pahud de Mortanges (Université de Fribourg/Universität Freiburg – Schweiz): Die Folgen des Kulturkampfs für das schweizerische Verfassungsrecht
16.30 Uhr: Kaffeepause
17.00 Uhr: Dr. Christiane Liermann (Villa Vigoni, Loveno di Menaggio): Kulurkampf in Italien: Ein Sonderfall unter den Sonderfällen
17.45 Uhr: Diskussion

18.15 Uhr: Abendessen

19.00 Uhr: Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (Berlin): Droht uns ein neuer Kulturkampf? Weltanschauungskonflikte als Herausforderungen der westlichen Gesellschaft

Freitag, 4. September 2015

Sektion II: Frankreich/Niederlande
Moderation Prof. Dr. Arnulf von Scheliha (Universität Münster)
9.00 Uhr: Prof. Dr. Winfried Becker (Universität Passau): Frankreichs Religionspolitik vom Napoleonischen Konkordat 1801 bis zur Trennung von Kirche und Staat 1905
9.45 Uhr: Dr. Marcel Albert OSB (Abtei Gerleve): Frankreichs Religionspolitik seit der Trennung von Kirche und Staat 1905
10.30 Uhr: Prof. Dr. Angela Berlis (Universität Bern): Die Religionspolitik in den Niederlanden seit 1795
11.15 Uhr: Diskussion

12.00 Uhr: Mittagessen

Sektion III: Deutschland
Moderation Dr. André Ritter
13.45 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Otto-von-Bismarck-Stiftung/Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg): „Nach Canossa gehen wir nicht“. Otto von Bismarck und der preußische Kulturkampf
14.30 Uhr: Prof. Dr. Arnulf von Scheliha (Universität Münster): Religionsfreiheit und staatliche Lenkung: Chancen und Grenzen gegenwärtiger Religionspolitik in Deutschland
15.15 Uhr: Prof. Dr. Claus Dierksmeier (Universität Tübingen): Religiöse Freiheit: Innenperspektive versus Außenansicht des Glaubens
16.00 Uhr: Diskussion

16.30 Uhr: Podiumsdiskussion
Moderation: Dr. Thorsten Latzel (Evaneglische Akademie Frankfurt)
Prof. Dr. Hanna Liss (Lehrstuhl für Bibel und jüdische Bibelauslegung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg); Prof. Dr. Bekim Agai (Lehrstuhl für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart der Universität Frankfurt am Main); Prof. Dr. Christoph Mandry (Lehrstuhl für Sozialethik und Praktische Theologie der Universität Saarbrücken); Dr. Reinhard Bingener (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

18.00 Uhr: Tagungsende

Kontakt

Martina Forstmann

Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften

0251/8322550

forstma@uni-muenster.de

s. auch die Ankündigungen auf den Seiten der Evangelischen Akademie und bei HSozuKult

„Zauberlehrling Bismarck“

Geschrieben von Schönhausen am Montag, den 15. Juni 2015 um 10:06 Uhr

Kommentierte Lesungen aus der „Neuen Friedrichsruher Ausgabe“ anlässlich des 200. Geburtstags Otto von Bismarcks in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin, im Warburg-Haus in Hamburg und im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg

Über den letzten Platz hinaus gefüllt war die Landesvertretung Sachsen-Anhalt, als der Schauspieler Hanns Zischler am 19. April unter dem Motto „Der Zauberlehrling“ in einer von der Historikerin Dr. Andrea Hopp konzipierten und kommentierten Lesung aus der „Neuen Friedrichsruher Ausgabe“ vortrug. Diese grundlegend erweiterte Neuausgabe der Gesammelten Werke Otto von Bismarcks mit einer Fülle teils erstmalig veröffentlichter Dokumente zu Deutschland, Europa und der Welt stellt das „Herzstück“ der wissenschaftlichen Arbeit der Otto-von-Bismarck-Stiftung dar, wie deren Kuratoriumsvorsitzender, Dr. Rudolf Seiters, in seinem Grußwort betonte.

Im wohlabgestimmten Quellen- und Kommentar-Wechsel von Hanns Zischler und Andrea Hopp erschien der erste deutsche Reichskanzler als politische Schlüsselfigur der deutschen und europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts in seiner gesamten Widersprüchlichkeit: als ein Staatsmann in einer Zeit des Umbruchs und Übergangs, der durch die politischen Maßnahmen, die er beim Auf- und Ausbau des Nationalstaats von 1871 ergriff, wider Willen der Moderne zum Durchbruch verhalf, obwohl er angetreten war, das hergebrachte Gesellschaftsideal einer vergangenen Epoche zu bewahren. Die Überschrift „Der Zauberlehrling“ gab darum Lothar Gall – einer der Herausgeber der „Neuen Friedrichsruher Ausgabe“ – in seiner Bismarck-Biografie aus dem Jahr 1980 dem Kapitel, das er den Jahren der Reichskanzlerschaft widmet. Denn nach der Gründung des deutschen Nationalstaats von 1871 sei Bismarck „seiner Schöpfung und der in ihr angelegten oder durch sie zusätzlich geförderten Probleme und Entwicklungstendenzen nur sehr begrenzt Herr geworden“.

Dass dem so war, veranschaulichten die vorgetragenen Dokumentenauszüge. Untermalt von Versen aus Goethes Ballade vom „Zauberlehrling“, gewährten sie anhand eines breiten Spektrums innen- und außenpolitischer Themen einen differenzierten Einblick in Bismarcks politischen Alltag. In den bereits erschienenen Bänden der Neuedition können diese und andere Bismarck-Schriften in vollständiger Form nachgelesen werden.

Weitere Lesungen fanden am 16. April im Hamburger Warburg-Haus und am 9. Juni im Bad Homburger Forschungskolleg Humanwissenschaften statt.

He means what he says: Jonathan Steinberg über Otto von Bismarck, jetzt online!

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 08. Juni 2015 um 11:42 Uhr

Das Institute of Historical Research hat Jonathan Steinbergs Rede bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Bismarck and Great Britain“ am 6. Mai 2015 jetzt als Film online gestellt. Wer den gedankenscharfen Vortrag Steinbergs verpasst hat oder ihn noch einmal nachschauen möchte, kann das bei Youtube tun, bequem vom heimischen Sessel aus. Wir danken dem IHR für diesen Service und wünschen viel Vergnügen!

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