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Gemälde von Wilhelm Camphausen (1878), „Napoleon III. und Bismarck am Morgen nach der Schlacht bei Sedan“, 2. September 1870, vor dem Weberhäuschen in Donchery (Public Domain / {{PD-US}})

Welche Rolle spielte Otto von Bismarck, preußischer Ministerpräsident und erster deutscher Reichskanzler, bei der Ausgestaltung des (preußisch-)deutsch-französischen Verhältnisses? Diese Frage war bislang tatsächlich noch nicht im Detail beantwortet, obwohl die fundamentale Bedeutung dieses Verhältnisses für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs von der historischen Forschung intensiv untersucht worden ist. Um ein möglichst vollständiges Bild zu zeichnen, bündelt Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung, in seinem neu veröffentlichten Werk Bismarck und Frankreich 1815 bis 1898. Chancen zur Bildung einer „ganz unwiderstehlichen Macht“? die Transformation der internationalen Beziehungen im „langen“ 19. Jahrhundert und die Geschichte der deutsch-französischen „Erbfeindschaft“ zu einem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Panorama, in dem Otto von Bismarck als eine Schlüsselgestalt auftritt.

In seiner persönlichen Entwicklung vom Beobachter zum Meinungsbildner, dann zum politischen Akteur und schließlich zum Zuschauer im (Un-)Ruhestand spiegelt sich dabei ein Wandlungsprozess in den Beziehungen der Staaten zueinander, der vom aufkommenden Nationalismus, von politischen Reformbestrebungen und Revolutionen, wirtschaftlichen Interessen, aber auch gegenseitiger kultureller Faszination geformt wird. Welche Kenntnisse und welches Bild Otto von Bismarck in diesen verschiedenen Phasen seines Lebens von den Franzosen, ihrer Geschichte und Kultur besaß, erhellt der Autor auf der Basis der Literatur sowie insbesondere einer vollständigen Auswertung des Bismarck-Archivs in Friedrichsruh und intensiver Recherchen im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts in Berlin, in den Diplomatischen Archiven des französischen Außenministeriums in Paris sowie in den dortigen Archives Nationales.

Ulrich Lappenküper
Bismarck und Frankreich 1815 bis 1898
Chancen zur Bildung einer „ganz unwiderstehlichen Macht“?
Paderborn, Verlag Ferdinand Schöningh 2019 (Otto-von-Bismarck-Stiftung, Wissenschaftliche Reihe, Band 27), ISBN: 978-3-506-79333-1

Das Buch ist auch direkt hier erhältlich.

Bernhard Schlink hat einen neuen, gewohnt geschichtsträchtigen Roman geschrieben. „Olga“ ist nach der Titelfigur benannt, deren Biographie entlang eines souveränen Durchgangs durch die deutsche Geschichte von der Bismarck-Zeit bis in die Ära Brandt erzählt wird. Was um 1880 in Breslau beginnt, endet in den Studentenunruhen der ausgehenden 1960er Jahre. Die betagte Protagonistin hat das Pech, bei der Sprengung eines Bismarck-Denkmals durch vandalierende Revoluzzer verletzt zu werden und an den Folgen zu sterben.

Ob dieser Spannungsbogen trägt und es sich lohnt, die 311 Seiten zu lesen, beurteilt die Kritik unterschiedlich. Wir meinen: Egal, die Geschmäcker sind wie immer verschieden und Schlink hat ein treues Lesepublikum, das sich von Mäkeleien der Feuilletons nicht beirren lässt. Und wenn sich genügend Käufer finden, verhandelt Schlinks Agent sicher bei den Filmrechten noch einmal nach. Spannend wird dann die szenische Umsetzung der Denkmalssprengung. Es wäre die erste seit den Nachkriegsjahren ….

Endlich ist er da, der Bismarck-Kalender für das Jahr 2018. Dieses Mal haben wir uns für ein Jahresthema entschieden. 12 Mal kann man sich einen Monat lang mit „Bismarcks Frauen“ beschäftigen. Aber keine Angst, wir schwenken nicht auf Yellow-Press-Niveau und jagen echten oder vermeintlichen Geliebten Bismarcks nach. Zu den zwölf Damen zählen natürlich auch Bismarcks Mutter, seine Gattin Johanna, die Tochter Marie und andere Verwandte. Für allzu viele geheimnisvolle Damen ist also gar kein Platz. Oder doch?

Erhältlich ist der Kalender in den Friedrichsruher Räumlichkeiten der Otto-von-Bismarck-Stiftung für den Preis von 5 Euro.

Oder Sie lassen ihn sich zuschicken, dann kommen noch überschaubare Portokosten hinzu.

Melden Sie sich einfach telefonisch unter 04104/9771-110 oder per Mail bei info@bismarck-stiftung.de

 Unter diesem markigen Titel lädt die Pariser „Maison Heinrich Heine“ zu einer prominent besetzten Podiumsdiskussion. Wer also am 16. Oktober zufällig einen freien Abend in Paris hat, dem sei eine sicher spannende Veranstaltung ans Herz gelegt.

Dass die Otto-von-Bismarck-Stiftung in der Regierungszeit des Bundeskanzlers Kohl gegründet wurde und er sich im Juni 2006 vor Ort in Friedrichsruh als Ruheständler einen Eindruck von ihrer Arbeit verschaffte, zeigt sein entspanntes Verhältnis zu der historischen Figur Bismarck. Bei allen Unterschieden des politischen Stils.

Und dass der eine Kanzler der Einheit dem anderen milde über die Schulter schaut, ist dem Zufall der Aufstellung geschuldet.

Im thüringischen Arnstadt hat der junge Johann Sebastian Bach eine erste Station seiner Karriere abgeleistet und so ist es wenig erstaunlich, dass ihm auf dem Marktplatz ein Denkmal errichtet worden ist.

Es ist eines der seltenen Beispiele, die den später zu barocker Leibesfülle gewachsenen Barockkomponisten als jungen Mann zeigen. Selbstbewusst und überlebensgroß sitzt er da und man könnte meinen, ihm gehört der Marktplatz.

Bevor er 1984 aufgestellt wurde, hatten die Arnstädter bereits eine andere Persönlichkeit geehrt, man ahnt es, wenig überraschend: Otto von Bismarck. 1909 war ein Bismarck-Brunnen eingeweiht worden, dessen aufwendige und originelle Bronze-Figuren sich von anderen Bismarck-Brunnen deutlich unterschieden.

Der Brunnen überstand die Weltkriege, aber nicht die DDR. Während die Aufbauten eingelagert wurden, verschwand in den 1950er Jahren das Brunnenbecken. Nach 1990 tauchten die Bronze-Kunstwerke wieder auf, der Brunnen ist aber bis heute nicht wieder errichtet. Ob das überhaupt geschieht, bleibt mit nüchterner wissenschaftlicher Distanz abzuwarten. Schließlich ist der Umgang mit den ehemaligen Bismarck-Orten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR höchst unterschiedlich, wie BISMARCKIERUNG dokumentiert.

Der Bildhauer des Bachdenkmals ist der Ansicht, seine Figur schließe urheberrechtlich andere Plastiken auf dem Arnstädter Markt aus. Das ist selbstbewusst gedacht: ein künstlerisches Ehrregime sticht gewissermaßen das andere.

Wie die Dinge sich also entwickeln, wird die Zeit zeigen und es wird wohl noch viel Wasser die Gera herunterfließen, bis die beiden Ikonen vielleicht einmal vereint vor dem Rathaus in Arnstadt stehen.

Wer vorher schon einen Bismarck-Ort in Arnstadt besuchen möchte, der muss nur die wenigen Schritte zum Ried gehen.

Im dortigen „Thüringer Kloß Hotel Fette Henne“ hat Bismarck mit einiger Wahrscheinlichkeit 1850 übernachtet. Daher ist er im Gegensatz zu den allermeisten Denkmälern einmal an einem authentischen Ort porträtiert. Mit einem launigen Zusatz. Der Genius Loci legt eine einfache Lösung der Lokalkontroverse nahe: Über Klößen und deftiger Sauce dürften Bach und Bismarck sich prächtig verstanden haben.

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