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Geht man durch das Bismarck-Museum in Friedrichsruh, fällt im zweiten Raum der Blick auf eine Soldatenstatuette, die Bismarck von den Offizieren seines ehemaligen Bataillons zum 80. Geburtstag geschenkt bekam. Wenig ist bisher über seine Soldatenzeit bekannt.

Auf den ersten Blick sind die Verse scheinbar nur durch den kunstvoll gedruckten Rahmen und die prachtvolle Gestaltung der Initiale von den anderen Dichtungen zu unterscheiden. Denn Gedichte zu Ehren Otto von Bismarcks gibt es unzählige.

Wie so oft haben Wilhelm Buschs (1832-1908) aphoristische Reime auch in „Schein und Sein“ (hier zit. nach Friedrich Bohne (Hrsg.), Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bd. 4, Wiesbaden-Berlin 1960, S. 393)  einen tieferen Sinn. Was auch immer wir in der Welt antreffen, will Deutschlands bekanntester humoristischer Dichter und Zeichner und Zeitgenosse Bismarcks uns sagen: nichts ist so wie es scheint.

Einem glühenden Verfechter des Erwerbs von Kolonien, dem Afrikareisenden Eugen Wolf, begegnete Otto von Bismarck mit dem lakonischen Satz: „Ihre Karte von Afrika ist ja sehr schön, aber meine Karte von Afrika liegt in Europa. Frankreich liegt links, Russland liegt rechts, in der Mitte liegen wir. Das ist meine Karte von Afrika.“

„Unsere Enkel werden diese Männer mit den Augen Lenbachs sehen“, würdigte Gustav Pauli 1904 die stets umstrittene gründerzeitliche Porträtkunst Franz von Lenbachs. Keinen betrifft dieses hellsichtige Bonmot mehr als den bereits zu Lebzeiten als Reichsgründer verehrten Otto von Bismarck.