Zitate

  • 1850

     

    Die einzig gesunde Grundlage eines großen Staates, und dadurch unterscheidet er sich wesentlich von einem kleinen Staate, ist der staatliche Egoismus und nicht die Romantik.

    Rede Bismarcks in der Zweiten Kammer des Abgeordnetenhauses, 3.12.1850, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 10: Reden. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1928, S.103.

  • 1851

    Abwechslung ist die Seele des Lebens.

    Bismarck an seine Gattin Johanna, 28.2.1851, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 14/I: Briefe. Hrsg. von Wolfgang Windelband/Werner Frauendienst, Berlin 1933, S. 196.

     

    1851

  • 1851

     

    Wir sind nicht auf dieser Welt, um glücklich zu sein und zu genießen, sondern um unsre Schuldigkeit zu thun.

    Bismarck an seine Gattin Johanna, 26.6.1851, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 14/I: Briefe. Hrsg. von Wolfgang Windelband/Werner Frauendienst, Berlin 1933, S. 227f.

  • 1853

    Wir müssen mit den Realitäten wirthschaften und nicht mit Fictionen.

    Bismarck an Leopold von Gerlach, 19.12.1853, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 14/I: Briefe. Hrsg. von Wolfgang Windelband/Werner Frauendienst, Berlin 1933, S. 468.

     

    1853

  • 1857

     

    Wir werden Ambos, wenn wir nichts thun, um Hammer zu werden.

    Bismarck an Leopold von Gerlach, 30.5.1857, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 14/I: Briefe. Hrsg. von Wolfgang Windelband/Werner Frauendienst, Berlin 1922, S. 474.

  • 1860

    Folgen Sie meinem Rate und meinem Beispiel, trinken Sie eine Flasche Champagner und essen Sie ein paar Dutzend Austern dazu, und ich bin überzeugt, daß Ihnen die Weltlage sofort in einem weit rosigeren Lichte erscheinen wird.

    Gespräch Bismarcks mit Justus von Gruner 1860, in: Justus von Gruner, Rückblick auf mein Leben, in: Deutsche Revue 26, 1901, Bd. 3, S. 85.

     

    1860

  • 1862

     

    Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden - das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen - sondern durch Eisen und Blut.

    Rede Bismarcks in der Budget-Kommission des Preußischen Landtags vom 30.9.1862, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 10: Reden. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1928, S. 140.

  • 1865

    Es ist soviel Müssen in meinem Leben, daß ich selten zum Wollen komme.

    Bismarck an seine Schwester Malwine, 12.7.1865, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 14/II: Briefe. Hrsg. von Wolfgang Windelband/Werner Frauendienst, Berlin 1935, S. 698.

     

    1865

  • 1869

     

    Die Fähigkeit zu warten, während die Verhältnisse sich entwickeln, ist eine Vorbedingung practischer Politik.

    Bismarck an Georg von Werthern, 26.2.1869, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 6b: Politische Schriften. Bearb. von Friedrich Thimme, Berlin 1931, S. 2.

  • 1870

    Gefühlsausbrüche (gehören) nicht in die Politik.

    Tischgespräch Bismarcks vom 27.9.1870, in: Moritz Busch, Tagebuchblätter, Bd. 1, Leipzig 1899, S. 242.

     

    1870

  • 1872

     

    Nach Gottes Willen ist ja für Deutschland das Notwendige erreicht worden. Aber es treten immer neue Gefahren und Schäden hervor, Schäden, die zu heilen man versuchen muß, wenn man auch nicht wissen kann, ob die Heilung gelingen wird. Ich sehne mich oft nach Ruhe; aber für mich kann es keine Ruhe geben.

    Gespräch mit Robert von Keudell im Oktober 1872, in: Robert von Keudell, Fürst und Fürstin Bismarck. Erinnerungen aus den Jahren 1846 bis 1872, 3. Aufl., Stuttgart 1902, S. 488.

  • 1872

    Mein Schlaf ist keine Erholung; (...) Neulich sah ich (im Traum) die Karte von Deutschland vor mir, darin tauchte ein fauler Fleck nach dem anderen auf und blätterte sich ab.

    Gespräch in der parlamentarischen Soiree vom 5.5.1872, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 8: Gespräche. Hrsg. von Willy Andreas, Berlin 1926, S. 36.

     

    1872

  • 1875

     

    Haß ist aber ein ebenso großer Sporn zum Leben, wie Liebe. Mein Leben erhalten und verschönen zwei Dinge: meine Frau und - Windthorst. Die eine ist für die Liebe da, der andere für den Haß.

    Gespräch mit Christoph von Tiedemann vom 25.1.1875, in: Christoph von Tiedemann, Sechs Jahre Chef der Reichskanzlei unter dem Fürsten Bismarck. Erinnerungen, Leipzig 1910, S. 15.

  • 1876

    Ich habe das Wort "Europa" immer im Munde derjenigen Politiker gefunden, die von anderen Mächten etwas verlangten, was sie im eigenen Namen nicht zu fordern wagten.

    Diktat Bismarcks, 9.11.1876, in: Otto von Bismarck, Gesammelte Werke. Neue Friedrichsruher Ausgabe, Abt. III, Bd. 2. Bearb. von Rainer Bendick, Paderborn u.a. 2005,  S. 645.

     

    1876

  • 1876

     

    Qui parle Europe a tort. notion géographique.

    Randbemerkungen Bismarcks zu einem Schreiben des russischen Reichskanzlers Gortschakow, 21.10./2.11.1876, in: Johannes Lepsius/Albrecht Mendelssohn Bartholdy/Friedrich Thimme (Hg.), Die Große Politik der Europäischen Kabinette, Bd. 2, Berlin 1922, S. 87, Anm. 3.

  • 1876

    Who is Europe?

    Randbemerkungen Bismarcks zu einem Schreiben des russischen Reichskanzlers Gortschakow, 21.10./2.11.1876, in: Johannes Lepsius/ Albrecht Mendelssohn Bartholdy/ Friedrich Thimme (Hg.), Die Große Politik der Europäischen Kabinette, Bd. 2, Berlin 1922, S. 87, Anm. 4.

     

    1876

  • 1877

     

    Wenn ich arbeitsfähig wäre, könnte ich das Bild vervollständigen und feiner ausarbeiten, welches mir vorschwebt: nicht das irgendeines Ländererwerbs, sondern das einer politischen Gesamtsituation, in welcher alle Mächte außer Frankreich unser bedürfen und von Coalitionen gegen uns durch ihre Beziehungen zu einander nach Möglichkeit abgehalten werden.

    „Kissinger Diktat“ Bismarcks vom 15.6.1877, in: Otto von Bismarck, Gesammelte Werke. Neue Friedrichsruher Ausgabe, Abt. III, Bd. 3. Bearb. von Michael Epkenhans/Erik Lommatzsch, Paderborn u.a. 2008, S. 153.

  • 1878

    Der Vermittlung des Friedens denke ich mir nicht so, daß wir nun bei divergierenden Ansichten den Schiedsrichter spielen (…), sondern ich denke mir sie bescheidener, (…) mehr die eines ehrlichen Maklers, der das Geschäft wirklich zustandebringen will.

    Reichstagsrede Bismarcks vom 19.3.1878, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 11: Reden. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1929, S.  526.

     

    1878

  • 1878

     

    Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit.

    Reichstagsrede Bismarcks, 9.10.1878, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 12: Reden. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1929, S. 7.

  • 1881

    Jetzt sitzen 50 Prozent der männlichen Bevölkerung abends im Wirtshaus, trinken Bier, rauchen Cigarren oder gar Pfeifen, räsonnieren auf die Regierung und gehen dann stolz nach Hause, als hätten sie ein schweres Tagewerk vollbracht.

    Gespräch Bismarcks mit einem Abgeordneten vom 22.3.1881, in: H[einrich] Ritter von Poschinger, Fürst Bismarck und die Parlamentarier, 2., verm. Aufl., Breslau 1894,  S. 211.

     

    1881

  • 1883

     

    In andern Ländern stützen die Parteien in vielen wesentlichen Dingen die Regierung zum Nutzen des Landes, bei uns stopft jede Partei ihre eigene Matratze und will die Regierung mit hineinstopfen; was soll dieses nun mit sieben oder acht Parteien anfangen?

    Gespräch mit John Booth vom 29.11.1883, in: John Booth, Persönliche Erinnerungen an den Fürsten Bismarck. Hrsg. von Heinrich von Poschinger, Hamburg 1899, S. 65f.

  • 1883

    Die Deutschen sind ein streit- und zanksüchtiges Volk.

    Gespräch mit John Booth vom 29.11.1883, in: John Booth, Persönliche Erinnerungen an den Fürsten Bismarck. Hrsg. von Heinrich von Poschinger, Hamburg 1899, S. 66.

     

    1883

  • 1886

     

    Die Politik ist keine Wissenschaft, die man lernen kann, sie ist eine Kunst, und wer sie nicht kann, der bleibt besser davon.

    Reichstagrede Bismarcks, 29.1.1886, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 13: Reden. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1930, S. 177.

  • 1886

    Es ist leichter zu kritisieren als zu regieren.

    Gespräch Bismarcks mit den Primanern des Ratzeburger Gymnasiums, Juni 1886, in: H[einrich] Ritter von Poschinger, Fürst Bismarck und die Parlamentarier, Bd. 3, Breslau 1896, S. 170.

     

    1886

  • 1887

     

    In der auswärtigen Politik (sind) nicht Gefühle, sondern Interessen und Gegenseitigkeit zur Richtschnur zu nehmen.

    Bismarck an den Freiherrn von Plessen, 29.4.1887, in: Johannes Lepsius/Albrecht Mendelssohn Bartholdy/Friedrich Thimme (Hg.), Die Große Politik der Europäischen Kabinette, Bd. 4, Berlin 1922, S. 172.

  • 1887

    Ich liebe die großen Bäume, das sind die Ahnen.

    Ausspruch Bismarcks vom 2.10.1887, in: John Booth, Persönliche Erinnerungen an den Fürsten Bismarck. Hrsg. von Heinrich von Poschinger, Hamburg 1899, S. III.

     

    1887

  • 1888

     

    Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst Nichts in der Welt; und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen läßt.

    Reichstagsrede 6.2.1888, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 13: Reden. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1930, S. 347.

  • 1888

    Ihre Karte von Afrika ist ja sehr schön, aber meine Karte von Afrika liegt hier in Europa. Hier liegt Rußland, und hier (…) liegt Frankreich, und wir sind in der Mitte; das ist meine Karte von Afrika.

    Gespräch Bismarcks mit Eugen Wolf vom 5.12.1888, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 8: Gespräche. Hrsg. von Willy Andreas, Berlin 1926, S. 646.

     

    1888

  • 1891

     

    Die Politik ist wie eine große Forelle, welche die kleinen Forellen auffrißt ... und so hat die Politik jedes andere Steckenpferd, das ich jemals gehabt habe, verschlungen.

    Gespräch mit Sidney Whitman im Oktober 1891, in: Sidney Whitman, Fürst Bismarck . Fürst Bismarck: Persönliche Erinnerungen an ihn aus seinen letzten Lebensjahren, Stuttgart/Berlin/Leipzig 1902, S. 57.

  • 1895

    Der Mensch kann den Strom der Zeit nicht schaffen und nicht lenken, er kann nur darauf hinfahren und steuern.

    Ansprache Bismarcks an die Studenten der deutschen Universitäten und Technischen Hochschulen, 1.4.1895, in: Bismarck, Die gesammelten Werke. Friedrichsruher Ausgabe, Bd. 13. Bearb. von Wilhelm Schüßler, Berlin 1930, S. 558.

     

    1895

  • ohne Datum

     

    Man kann nicht selber etwas schaffen; man kann nur abwarten, bis man den Schritt Gottes durch die Ereignisse hallen hört; dann vorspringen und den Zipfel seines Mantels zu fassen - das ist Alles.

    Zitiert nach: Arnold Oskar Meyer, Bismarcks Glaube. Nach neuen Quellen aus dem Familienarchiv, 2. Aufl., München 1933, S. 7.