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Wilder Student und Eiserner Kanzler - Auf den Spuren Bismarcks in Göttingen

Geschrieben von Christian Wachter am Donnerstag, den 22. März 2012 um 14:13 Uhr

 

 

Drei Semester verbrachte Otto von Bismarck als Student in Göttingen. Vom Mai 1832 bis September 1833 dauerte sein Intermezzo an der Georg-August-Universität, ehe er das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin fortsetzte.

 

Heute lässt sich in der Stadt an der Leine und ihrer Umgebung eine Reihe spektakulärer Erinnerungsorte finden, deren Besuch in jedem Fall lohnt. Wir nehmen sie mit auf Spurensuche durch Göttingen, von einer verunglückten Bismarck-Eiche zu einem „Elefanten-Klo“ mitten im Wald. Besuchen Sie dazu einfach unsere Seite "Exponat des Monats" und lassen Sie sich durch den ausführlichen Artikel mit reichlich Fotomaterial sowie einer interaktiven Karte informieren!

 

Auch das noch! Ein Italiener bekommt eine Pickelhaube "von 1871" geschenkt

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 22. März 2012 um 09:55 Uhr

Einmal mehr macht die Bild-Zeitung ihrem Namen alle Ehre und bringt ein äußerst symbolträchtiges Foto: Aus Anlaß eines Interviews überreichten Bild-Journalisten dem Präsidenten der Europäischen Zenrtalbank eine Pickelhaube, die ihn an preußische Tugenden erinnern soll. Gemeint haben die zur Ironie neigenden Redakteure wohl in erster Linie Sparsamkeit, die sie dem seit 2011 amtierenden obersten Währungshüter nahe legen wollen, denn Draghi ist ungeachtet seiner unzweifelhaft herausgehobenen Eignung für sein Amt vor allem eines: Italiener! Dass das fast schon traditionell krisen- und korruptionsgeplagte Italien (gegen Draghis Vorgänger als italienischer Notenbankchef ermittelt die Staatsanwaltschaft) im Moment von anderen südlichen Ländern in der negativen Aufmerksamkeit des vermeintlich disziplinierteren Deutschland überschattet wird, stört da nicht. Vorurteil bleibt Vorurteil. Und der Kontrast springt ohne Verzögerung ins Auge, das journalistische Kalkül geht auf. Dass die Pickelhaube laut Bildunterschrift auch noch aus dem Jahr der Reichsgründung stammen soll, unterstreicht noch die Absicht der politischen Aufladung des Präsentes. Denn auch in den Augen der europäischen Nachbarn begann im Jahr 1871 der rasante Machtzuwachs (Klein-)Deutschlands, dessen politischer und wirtschaftslicher Aufstieg auf engste mit dem "Urpreußen" Otto von Bismarck verbunden war. Und dem war der preußische Pickel der Pickelhaube ja bekanntermaßen buchstäblich auf dem kahlen Haupt fest gewachsen.

So wäre die Aussage des Bildes noch stärker nur vorstellbar, wenn ein italienischer NATO-Generalsekretär Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung ein Interview geben würde. Aber ob es den je geben wird? Draghi dürfte das gleichgültig sein, er nahm da etwas andere Geschenk mit Humor an.

 

 

 

Vortrag über die Ikonographie der Abdankung

Geschrieben von Conwebia am Montag, den 19. März 2012 um 10:44 Uhr

Das lange 19. Jahrhundert in Europa war von Monarchien geprägt. In diesem weitgehend auf Erbrecht gegründeten Herrschaftssystem war der erzwungene oder freiwillige Verzicht auf den Thron die immer wieder Aufsehen erregende Ausnahme. In Deutschland besonders bekannt ist der Fall des letzten Kaisers Wilhelms II. am Ende des Ersten Weltkrieges 1918. Welche Motive standen hinter den Abdankungen? Wie wurden sie inszeniert und wie wirkten sie auf die Öffentlichkeit? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Leipziger Kunsthistoriker Prof. Dr. Martin Schieder in einem Vortrag in den Räumen der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Die Veranstaltung am Donnerstag, den 22. März 2012 beginnt um 19.30 Uhr im Stiftungsgebäude, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh. Der Eintritt ist wie immer frei.

 

Bis in die Gegenwart dominiert der Nationalstaat unser historisches Bewusstsein. Die Großreiche Europas waren dagegen schon in den Augen der Zeitgenossen unzeitgemäße Gebilde. Aber Empires prägten die Geschichte Europas weit länger und stärker als die historisch relativ späte Erfindung des Nationalstaats. Der Freiburger Historiker Jörn Leonhard zeigt in seinem Vortrag in der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh, wie die Habsburgermonarchie, das Zarenreich, das Osmanische Reich und das Britische Empire im 19. Jahrhundert auf die Vielfalt ihrer Herrschaftsstrukturen und ethnischen Gruppen reagierten und sich zugleich mit dem Modell des Nationalstaats auseinandersetzten. Die Vortragsveranstaltung am Donnerstag, dem 8. März 2012, beginnt um 19.30 Uhr im Stiftungsgebäude, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh. Der Eintritt ist wie immer frei.

Kunst am (Bismarck-)Turm

Geschrieben von Conwebia am Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 06:55 Uhr

Bismarcktürme zählen zu den sichtbarsten steinernen Zeugnissen des Bismarck-Mythos im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Viele dieser Denkmäler haben sich bis heute erhalten, nicht selten in Vergessenheit geraten, bisweilen aber auch wieder genutzt - vor allem als Ausflugs- und Aussichtspunkt. Mehr über diese Objekte finden Sie im Netz zum Beispiel auf dieser informativen Seite. Der Lichtkünstler Oliver Bienkowski aus Neuss nutzte die 1901 errichtete Bismarcksäule im schönen Augsburg für eine Installation. Schön!

Vortrag über Eupen und Malmedy im "langen 19. Jahrhundert"

Geschrieben von Conwebia am Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 09:37 Uhr

Am morgigen Donnerstag, den 16. Februar 2012, um 19.30 Uhr, lädt die Stiftung herzlich zu einem Vortrag über die gerade in unserer Region nur wenig bekannte Geschichte der rheinpreußischen Grenzkreise Eupen und Malmedy ein. Unter dem Titel ""An den äußersten Westmarken der vaterländischen Sache dienen": Die rheinpreußischen Grenzkreise Eupen und Malmedy 1815-1914" referiert der am LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn tätige Volkskundler Dr. Sebastian Scharte, der über dieses Thema 2008 an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster promovierte. In seinem Vortrag gibt Scharte einen Einblick in die preußischen Jahre der über einen langen Zeitraum hinweg umstrittenen, heute zu Belgien gehörenden Kreise. Wie wurde das Grenzland von außen, durch Reisende und Gäste wahrgenommen? Deutsch? Belgisch? Preußisch? Aus den willkürlichen Grenzen des frühen 19. Jahrhunderts waren am Vorabend des Ersten Weltkrieges mentale Schranken geworden. Scharte geht dabei insbesondere der Frage nach, wie die Menschen, die 1815 zu Preußen, 105 Jahre später jedoch bereits zu Belgiern wurden, diesen Staatenwechsel empfunfen haben und wie bei ihnen der Prozess der Nationalisierung verlief, der die Grenzregion und ihre Bewohner bis heute prägt. Wie empfanden und beschrieben Besucher der heutigen deutschsprachigen Gemeinschaft vor mehr als einem Jahrhundert das Deutsch-Werden und Deutsch-Sein der Ostbelgier? Der Eintritt zu dieser - von Lichtbildern begleiteten - Veranstaltung in den Räumen der Stiftung, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh, ist wie immer frei!

 

 


Auch das noch...

Geschrieben von Conwebia am Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 06:36 Uhr

'Googelt' man heuer nach dem Stichwort "Bismarck", staunt man zunächst nicht schlecht: Nun peitscht der Bismarck sehr posthum auch noch die Alpen aus, wie man dem Kulturteil von ZEIT-online entnehmen kann: hier. So sahen ihn bisweilen ja bereits zeitgenössische Karikaturisten, wie die nebenstehende amerikanische Zeichnung - der Reichskanzler den Reichstag "zähmend" - belegt. Hinter der vielversprechenden Schlagzeile verbirgt sich jedoch lediglich ein Kunstprojekt des Künstlers Julius von Bismarck; das als Historiker werten zu wollen, müssen wir uns enthalten - nur soviel: Es handelt sich um den Ur-Ur-Ur-Enkel Bernhard von Bismarcks, des älteren Bruders Ottos, mithin eben doch zumindest mittelbar Familiengeschichte redivivus.

Alles schon einmal dagewesen...

Geschrieben von Conwebia am Freitag, den 10. Februar 2012 um 06:46 Uhr

...denkt man unwillkürlich, stößt man bei einer systematischen Auswertung von historischen Satireblättern auf die nebenstehende Karikatur vom Dezember 1893. Sie stammt aus der österreichischen Zeitschrift "Kikeriki", deren Bestand auf der vorbildlichen Seite "ANNO. AustriaN Newspapers Online" der Österreichischen Nationalbibliothek digital erfasst ist, und zwar hier. Kann man aus der Geschichte lernen? Das fragte am vergangenen Montag vor dem Hintergrund der realen aktuellen griechischen Tragödie die FAZ auch den Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl. Auch diese Diskussion wird garantiert fortgesetzt.