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Lachen archivisch!

Geschrieben von Conwebia am Dienstag, den 22. Mai 2012 um 08:47 Uhr

Ein gerüttelt Maß an Selbstironie zeigt die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung, die uns in einer kurzen Videosequenz einen originellen Einblick in den persönlichen Nachlass des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß gewährt. Der Kabarettist Helmut Schleich als Inkarnation der politischen 'Naturgewalt', spielt gekonnt mit den bis heute kursierenden Gerüchten über die politische Brisanz des archivierten Materials. Wir jedenfalls haben uns sehr amüsiert!

Unsere Archivalien-Scans in Facebook und Flickr

Geschrieben von Christian Wachter am Freitag, den 18. Mai 2012 um 22:06 Uhr

Ab sofort können Sie auf unser umfangreiches Archiv an historischen Bildern, Postkarten, Schriftdokumenten und vielen weiteren Archivalien direkt von Facebook aus zugreifen!
Die Otto-von-Bismarck-Stiftung hat bereits vor einiger Zeit damit begonnen, ihren Fundus an historischem Quellenmaterial der Öffentlichkeit über den Bilderdienst Flickr zur Verfügung zu stellen und ergänzt die hier hochgeladenen Bilddateien ständig.

Nun haben wir unsere Präsenzen auf beiden Sozialen Netzwerken miteinander verknüpft - besuchen Sie unsere Facebook-Seite und unseren Fotostream auf Flickr!

Wer schoß auf Bismarck?

Geschrieben von Conwebia am Dienstag, den 15. Mai 2012 um 05:32 Uhr

Jede Betrachtung der Wirkungsgeschichte Otto von Bismarcks enthält den Hinweis auf die beeindruckende Fülle von Zeugnissen der Verehrung für den ersten Kanzler des deutschen Nationalstaates. Gleich ob Standbild, Turm, Säule, Straße oder dergleichen mehr. Dass seine Politik stets auch auf entschiedenen Widerstand breiter Kreise der Öffentlichkeit stieß, wird dabei nur allzu häufig vergessen - von der kritischen retrospektiven Betrachtung insbesondere seiner Innenpolitik in der Gegenwart zu schweigen. Beispielhaft für die Opposition gegen Bismarck steht das erste auf ihn verübte Attentat, das sich am 7. Mai diesen Jahres zum 146ten mal jährte. Täter war Ferdinand Cohen-Blind, Stiefsohn eines 1848er-Revolutionärs. Er sah im preußischen Ministerpräsidenten Bismarck, wie viele andere Liberale, einen skrupellosen Politiker, der bewusst auf den Krieg Preußens gegen Österreich zugesteuert sei: Laut Polizeibericht feuerte der 22jährige Cohen-Blind aus einer Entfernung von zehn Schritt drei Schüsse auf den Ministerpräsidenten. Als der zunächst unverletzt gebliebene Bismarck dem Täter die Pistole entwinden wollte, traf Blind sein Opfer mit zwei weiteren Schüssen. Von Bismarck festgehalten, wurde Blind verhaftet und beging noch im Polizeipräsidium Selbstmord. Die Tatwaffe ist im Übrigen, zusammen mit dem von Bismarck an jenem 7. Mai getragenen, mit Einschussloch versehenen Unterhemd, als besondere Kuriosität im Bismarck-Museum Friedrichsruh zu sehen. Der Bayerische Rundfunk widmete diesem historischen Ereignis ein "Kalenderblatt", das Sie hier nachhören können. Etwas belletristisch angehübscht, aber doch schön erzählt, finden wir.

Windthorst: Bismarcks kleiner großer Gegner

Geschrieben von Conwebia am Dienstag, den 08. Mai 2012 um 06:53 Uhr

Alle Welt redet zur Zeit über den "Alten Fritz". Der 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen überlagert - wie zu erwarten - alles, was das Jahr 2012 an Gedenktagen zu bieten hat. Im Windschatten des epochalen Jubiläums wird jedoch auch des 200. Geburtstages von Ludwig Windthorst gedacht, der zu Zeiten Otto von Bismarcks als einer der bedeutendsten Parlamentarier des Deutschen Reiches galt. Der kleinwüchsige Mann aus dem Osnabrücker Land wurde während des Kulturkampfes Bismarcks gegen die Katholiken zum größten Gegenspieler des Reichskanzlers und ist doch heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Um diesen herausragenden Vertreter des deutschen Parlamentarismus zu würdigen, lädt die Otto-von-Bismarck-Stiftung herzlich zu einem Vortrag unter dem Titel "Ludwig Windthorst - Bismarcks Gegner" ein. Referent am Mittwoch, den 9. Mai 2012, 19.30 Uhr, ist der Hannoveraner Professor Dr. Hans-Georg Aschoff, einer der führender Forscher der Geschichte des politischen Katholizismus in Deutschland. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im historischen Bahnhofsgebäude von Friedrichsruh ist frei.

"Bismarck" in der japanischen Popkultur?

Geschrieben von Christian Wachter am Samstag, den 05. Mai 2012 um 13:21 Uhr

Dass um Otto von Bismarck nicht nur in der deutschen Geschichte ein intensiver Personenkult florierte, sondern die Reputation vom „Eisernen Kanzler“ auch im Ausland einen Mythos Bismarck entstehen ließ, kann kaum verwundern.
Als besonders bemerkenswertes Beispiel zeigt die japanische Fernsehserie „Sei Jūshi Bisumaruku“ aus dem Jahre 1984, wie der Name Bismarck einen Platz in der Zeichentrick-Popkultur des späten 20. Jahrhunderts einnehmen kann.

Der Anime (das ist die Bezeichnung für japanische Zeichentrickfilme oder -serien) besitzt einen fantasievollen Handlungshintergrund: In der Zukunft besiedelt die Menschheit entfernte Planeten, um dem anhaltenden Bevölkerungswachstum auf der Erde und dem damit verbundenen Rohstoffmangel entgegenzuwirken. Die zu einer Föderation vereinigten Kolonien werden jedoch von Aggressoren aus einer anderen Dimensionen, den so genannten „Outridern“, angegriffen, mit dem Ziel, die Menschheit zu vernichten.
Klar müssen sich die Menschen verteidigen und so wird eine Eliteeinheit gegründet, um gegen die „Outrider“ zu kämpfen. Diese „Star Sheriffs“ verfügen dabei über eine Wunderwaffe: das Raumschiff „Bismarck“, das sich in einen mächtigen Riesenroboter transformieren und von den „Star Sheriffs“ gesteuert werden kann. Natürlich ist dies dann auch das Highlight einer Episode, schließlich muss „Bismarck“ erfolgreich die auf ihn gesetzten Hoffnungen erfüllen, die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.

Bismarck als gewaltiger Kampfroboter, geschaffen, um die Menschen gegen fiese Aliens zu schützen – das klingt wie eine Extremsteigerung des „Reichsritters“, „Germanen-Recken“ und so fort, wie sie in der Nationalromantik der vergangenen Jahrhunderte beliebt waren; entsprechend der Wortlaut des Serientitels, welcher übersetzt so viel wie „Sternenmusketier Bismarck“ bedeutet. Dagegen wirkt wohl selbst das Hamburger Standbild ein wenig blass, das den „Eisernen Kanzler“ ja bekanntermaßen als unbeugsamen Kreuzritter darstellt und mit fast 35 Metern Höhe immerhin größtes Bismarck-Standbild weltweit ist.
Doch in Wirklichkeit ist der Reichskanzler nur auf vermittelte Weise Protagonist des Animes: Mit „Bismarck“ ist das Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg gemeint. Und so ist es also der Mythos des Kriegsgerätes, der hier aufgegriffen wurde, welcher jedoch wiederum auf den Ottos von Bismarck verweist. Denn schließlich wurde bei der Namensgebung des deutschen Vorzeigeschlachtschiffes sehr bewusst auf den für die nationalsozialistischen Propaganda ohnehin instrumentalisierten „Reichsschmied“-Mythos zurückgegriffen.

Doch diese vom japanischen Studio Pierrot gelebte Faszination scheinen die Verantwortlichen der amerikanischen Filmgesellschaft World Events Productions (WEP) nicht geteilt zu haben. WEP kaufte 1987 die Serie, arbeitete sie für den amerikanischen Markt sowie für den Vertrieb in weiteren westlichen Ländern um, änderte so unter anderem Teile der Handlung und taufte Kampfroboter/Schlachtschiff kurzerhand zu „RAMROD“ um. Selbst die kühnen „Star Sheriffs“, angeführt von Shinji Hikari mit einem amerikanischen Mitstreiter, begleitet von einer Französin und unter Kommando deren Vaters, verloren in der amerikanischen Fassung teilweise ihre Nationalitäten. Ein weiteres Mitglied der „Star Sheriffs“, den Briten Richard Lancelot (in einigen Ländern auch Richard Belmont) machte WEP darüber hinaus zum neuen Anführer „Saber Rider“.

Und so kann man im Heimatland von Reichskanzler und Schlachtschiff seit der deutschen Erstausstrahlung im Jahr 1988 weder den „Sternenmusketier Bismarck“ noch Richard Lancelot bei ihren Heldentaten zusehen. „Saber Rider“ steht seitdem Pate für den neugestalteten Serientitel „Saber Rider und die Starsheriffs“.


Japanisches und amerikanisches Titellogo der Anime-Serie

 

Das amerikanische Serien-Opening, wie es auch in Deutschland zu sehen war.
(das Raumschiff ist mehrfach im Video zu sehen; ganz am Ende erscheint der Kampfroboter "Bismarck"/"RAMROD")

Was gibt's denn da zu feiern? Bismarck 2015

Geschrieben von Conwebia am Donnerstag, den 26. April 2012 um 15:19 Uhr

Große Ereignisse werfen ihre Schatten stets weit voraus. So ist es denn kein Wunder, dass in unserer Stiftung in Friedrichsruh und Schönhausen seit geraumer Zeit über Projekte zum Jubiläumsjahr 2015 nachgedacht wird, in dem sich der Geburtstag Bismarcks 200mal jährt. Über diese Vorüberlegungen möchten die Mitarbeiter der Stiftung nun erstmals eine breitere Öffentlichkeit informieren. Die Stiftung lädt daher alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Region zu einer Matinee unter dem Titel "Was gibt's denn da zu feiern? Bismarck 2015" ein. Beginn der Veranstaltung am Sonntag, den 29. April, ist um 11 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei! Das Bild zeigt etwa 5.000 deutsche Studenten, die aus Anlass des 80. Geburtstages Bismarcks am 1. April 1895 zu einer sogenannten "Huldigungsfahrt" nach Friedrichsruh pilgerten. Tempi per fortuna passati...

Vortrag über den verarmten preußischen Landadel

Geschrieben von Conwebia am Donnerstag, den 19. April 2012 um 08:00 Uhr

Der Adel bleibt in der Vorstellungswelt vieler Menschen bis heute verbunden mit großem Vermögen, ausschweifendem Lebensstil und großem gesellschaftlichen Einfluss. Doch bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Adels mehr und mehr zurück. Französische Revolution, Adelskritik der Spätaufklärung, Industrialisierung und Verstädterung trafen gerade den niederen Adel schwer. Nicht alle adeligen Familien hielten mit den großen Umwälzungen der Zeit Schritt und gerieten in existenzielle Krisen, die spätestens im Deutschen Kaiserreich nicht selten in Verarmung endeten. Über diesen eher unbekannten Aspekt der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts referiert der Tübinger Professor Dr. Ewald Frie in einem Vortrag unter dem Titel "Der preußische verarmte Adel im Deutschen Kaiserreich" am heutigen Donnerstag, den 19. April, um 19.30 Uhr, in den Räumen der Stiftung, Am Bahnhof 2, in Friedrichsruh. Der Eintritt ist wie immer frei!

Noch einmal: Das Schulheft des Kaisers

Geschrieben von Conwebia am Freitag, den 13. April 2012 um 05:30 Uhr

Bereits im vergangenen Dezember stellte Dr. Ulf Morgenstern, wissenschaftlicher Mitarbeiter unserer Stiftung, einen bemerkenswerten Fund der Öffentlichkeit vor, der den Blick auf die Jugend Prinz Wilhelms von Preußen, des späteren letzten deutschen Kaisers, schärfen hilft: Ein Aufsatzheft aus seiner Schulzeit in Kassel. Über die Umstände der Entdeckung und deren historisch-kritische Essenz berichtet nun auch das Hamburger Abendblatt ausführlich, und zwar hier. Noch mehr erfahren Sie im jüngst erschienenen Heft 41 unserer kleinen Schriftenreihe "Friedrichsruher Beiträge" (siehe Abbildung), die Sie zum Preis von 3,50 Euro bei der Stiftung erwerben können.