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Bismarck in Leeds

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 05. Oktober 2016 um 10:54 Uhr

Sie erkennen den Zusammenhang zwischen der Überschrift und der Abbildung nicht? Nun, das ist eigentlich ganz einfach: Eyecatcher gehören zu den Basics in Print- und Online-Veröffentlichungen, selbst wenn sie weithergeholt sind! Wir versuchen mal eine Überleitung:

Wer Nachrichten nicht aus öffentlich-rechtlichen Leitmedien, sondern  aus Zeitschriften in Wartezimmern und beim Friseur erfährt, dem fällt beim Thema "Bismarck und England" vielleicht zuerst der Name Kate Moss ein. Schließlich soll das weltweit bekannteste Top-Model aus dem Inselkönigreich - seit gestern geschieden -  kurz vor einer Neu-Verheiratung stehen und zwar mit einem Ur-ur-Enkel Otto von Bismarcks. Links auf einschlägige Artikel ersparen wir uns hier, wer mag, kann bei Google News Hunderte Texte zu dem Thema finden.

"Bismarck und England" kann aber auch noch Anderes bedeuten, so unter anderem das Naheliegende, nämlich die historischen Beziehungen zwischen dem deutschen Staatsmann und der seinerzeitigen Weltmacht Großbritannien. Um jenes Thema kreist eine Ausstellung, die im letzten Jahr in London und St. Andrews gezeigt wurde. Nach einigen Monaten Pause wird sie nun in der University of Leeds gezeigt. Prof. Dr. Holger Afflerbach, ausgewiesener Experte der Geschichte des Kaiserreichs und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Otto-von-Bismarck-Stiftung, hat die Ausstellung an seine Universität geholt. Am 10. Oktober wird sie im Beisein des deutschen Honorarkonsuls und der Spitzen der Universität eröffnet. Einen Vortrag zum historischen Verhältnis Bismarcks zu Großbritannien wird Ulf Morgenstern von der Bismarck-Stiftung halten.

Auf einen anderen Aspekt des Themas kann dabei nur am Rande eingangen werden, da erst am darauffolgenden Tag Zeit für Feldforschungen für BISMARCKIERUNG sein wird: Warum gibt es in Leeds gleich zwei der sonst im UK so seltenen Straßenbenennungen nach Bismarck? Und wie wirkt das eigentümliche Ehrregime im Stadtteil Beeston, wo neben einer "Bismarck Street" und einem "Bismarck Drive" ausgerechnet "Disraeli Gardens" und eine "Disraeli Terrace" liegen? Und was ist Beeston überhaupt für eine Gegend? Würde Kate Moss einen Fuß dorthin setzen? Wir werden berichten...

Neuerscheinung der Politikergedenkstiftungen

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 29. September 2016 um 10:43 Uhr

Während die Erinnerung an die NS- und die SED-Diktatur in deutschen Gedenkstätten und Museen einen großen Stellenwert einnimmt, beschäftigten sich nur verhältnismäßig wenige Einrichtungen mit der Geschichte der Demokratie. Der von Thomas Hertfelder, Ulrich Lappenküper und Jürgen Lillteicher herausgegebene Sammelband ergründet die Ursachen und untersucht, wie in ausgewählten Institutionen öffentlich-rechtlicher Trägerschaft, aber auch privaten Initiativen an Demokraten und an die demokratischen Phasen in der deutschen Geschichte erinnert wird.

Die Autoren, 14 renommierte Historiker und Museumsmacher, zeigen auf, wie Phasen der Demokratie und Perioden der Diktatur in Deutschland in den Museen und Gedenkstätten zueinander in Beziehung gesetzt werden und welchen Stellenwert die »Demokratie« in der deutschen Erinnerungskultur einnimmt. Sie untersuchen mit Hilfe des Analyseinstruments der historischen Meistererzählung, auf welche Weise die Geschichte der Demokratie in Deutschland erzählt wird, und fragen nach biographischen und personalisierenden Zugriffen bei der musealen Präsentation.

Details finden sich auf der Verlagsseite.

Bestellt werden kann der Band natürlich nicht nur im Buchhandel, sondern auch in unserem Shop.

Ausstellungsempfehlung im Rheinland

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 01. September 2016 um 15:29 Uhr

Als kleine Empfehlung in den Spätsommer möchten wir auf die Austellung über einen heute fast vergessenen Aspekt der Vernetzung von Dynastien in Europa hinweisen. Im Mittelpunkt steht eine veritable Königin, die als Tochter eines deutschen Fürstenhauses an die Spitze eines Königreiches heiratete.

Im Südosten Europas erwarb sich die populäre Monarchin als Dichterin einen zeitgenössisch legendären Ruf.

Wer in den nächsten Wochen zwischen Koblenz und Bonn auf Weinreise unterwegs ist, der sollte seine Rheinreise zum Beusch einer Ausstellung im ohnehin sehenswerten Roentgen-Museum in Neuwied nutzen, die mit wunderbaren Exponaten ins 19. Jahrhundert entführt.

Sommersprossen verzweifelt gesucht!

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 05. August 2016 um 11:56 Uhr

Die Klimageschichte könnte weiterhelfen bei der Frage, ob der Erfinder einer Massage gegen Sommersprossen im Veröffentlichungsjahr seiner Werbe-Anzeige (1898) ein gutes Geschäft gemacht hat oder nicht. Im Sommer 2016 hätte er seine fragwürdigen Dienste nur selten anbieten können, denn bisher sind die Sommersprossen herauskitzelnden Strahlen selten gewesen - zumindest hier im Norden.

Wenn Sie vermuten, dass Nachrichten wie diese ein eindeutiger Indikator für das jährliche Sommerloch sind, liegen Sie völlig richtig. Bevor wir noch mehr Ephemeres aus dem Bildbestand unserer Sammlungen heraussuchen, verabschieden wir uns lieber in einen hoffentlich sonnigen August. Aber nur virtuell: Die Standorte der Stiftung bleiben natürlich weiter geöffnet! Zum Beispiel mit einer Sonderausstellung über "Li Hongzschang - ein Bismarck des Fernen Ostens?" in Friedrichsruh.

Großes Lob an die Studis

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 21. Juli 2016 um 08:52 Uhr

Auf dem Sprung in die Sommerpause muss es nach langer Zeit einfach mal wieder raus: Ein großes Lob an unsere studentischen Hilfskräfte! Von der Museumsaufsicht, über die Besucherführung und die Tagungsbegleitung bis zur handfesten Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit: alles würde länger dauern und wäre mühsamer, wenn sich nicht fast täglich fleißige Helfer aus der Stadt aufmachen würden in den Wald, um dem "Kernteam" der Bismarck-Stiftung unter die Arme zu greifen.

Da sich die Kommilitonen aber nur selten sehen, weil ihre Arbeitszeiten im Tagesgeschäft über die Wochentage verteilt sind, gibt es selten Gelegenheiten für ein gemeinsames Bild. Aufgenommen an einem der bisher noch raren Hochsommertage hier im Norden zeigt das Foto neben zwei schon etwas länger exmatrikulierten Historikern (v.l.n.r) die aufstrebenden Rayk Unger, Sedef Karakan, die Chefeinteilerin der Studis Gaby Wurl, Tobias Köhler (von der Stud. HK zu Wiss. HK aufgestiegen), Dorthee Cordes und Katharina Reissmann.

Ihnen und dem hier nicht abgebildeten Hannes Mühlbock herzlichen Dank für Ihren Einsatz in Friedrichrsuh und einen schönen und hoffentlich erholsamen Sommer!

... wie wenig verschlafen Friedrichsruh und der Sachsenwald sind, im Gegenteil, wie sehr man unter den rauschenden Buchenkronen jeweils zeitgenössich à jour ist, dass wussten die Zeitgenossen Bismarcks in ihrer uns fernen Gegenwart ebenso wie die Kolonialrevisionisten der Zwischenkriegszeit oder die Terroristen der RAF, die hier Waffen und Geld versteckten.

Da ist uns eine der neuesten Entwicklungen lieber: Pokémon Go ist da, hier im Wald, live und in Farbe. Wenn man denn den virtuellen Monstern etwas abgewinnen kann und sie überhaupt sieht. Wer das tut, kann hier auf ungefährlichere Art und Weise auf die Jagd gehen als in der Stadt, wo man mit stierem Blick auf das Smartphone leicht mal unter die Räder kommen oder sogar erschossen werden kann.

Hier läuft man höchstens gegen einen Baum. Zumindest so lange wie, der elektronische Zeitvertreib aus Japan "in" und "hip" und nicht selbst schon wieder Zeitgeschichte ist. Dann sind wir gespannt auf den nächsten in Echtzeit hier eintreffenden Wahnsinn kommender Gegenwarten.

Zum Anbeißen: Bismarck als Schaumgebäck

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 18. Juli 2016 um 10:23 Uhr

Es gibt sie noch, die guten alten Konditoreien aus der Zeit vor Donoughts und Bagles. Eine davon befindet sich in der Hellbrookstraße 61 in Hamburg Barmbek. Der Laden ist eine Institution, die mit der Zeit geht. Davon zeugt der gepflegte Online-Shop.

Wer allerdings nur dort einkauft, verpasst einen Sprung in die politische Kulturgeschichte. Im Ladengeschäft gibt es nämlich eine Wand mit gebackenen Miniaturen aus der Hamburger Geschichte. Und zu denen gehören neben dem Michel und dem Rathaus auch der auf das "Hummel, Hummel" der Straßenkinder "Mors, Mors!" [1] anwortende Wasserträger und - na? - klar: Bismarck! Der Kanzler im Profil, eingrahmt von Allegorien aus der Tier- und Pflanzenwelt, eine kulinarische Profanisierung des Heldenkults von ehedem.

Ob 2016 noch jeder, der zwischen Brötchen und Baiser den Blick schweifen lässt, den einstmal ikonischen Glatzkopf erkennt, ist natürlich eine andere Frage. Funktioniert hat die Assoziation bei Frank Fischer, dem herzlich für diese Zuschrift zu danken ist.

[1] Joachim W. Franck, Hummel, in: Franklin Kopitzsch/Dirk Brietzke (Hrsg.), Hamburgische Biografie Bd. 3, Göttingen 2006, S. 176f.

Werbung für die Berliner Kollegen

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 15. Juli 2016 um 11:19 Uhr

Gern weisen wir auf die Ausstellung "Fokus Königgrätz" im Deutschen Historischen Museum in Berlin hin. Obwohl die Kollegen im "großen Tanker" die Werbung aus dem "kleinen Beiboot" natürlich nicht nötig haben. Aber um es mit den Worten Thomas Manns in Bezug auf das zerstörte Lübeck nach dem Zweiten Weltkrieg auszudrücken: "Das geht mich an!"

Genauso geht es der Bismarck-Forschung mit einer Ausstellung über die Schlacht bei Königgrätz, die im Sommer 1866 den Dualismus zwischen Preußen und Österreich zu Gunsten der ersteren entschied: Das geht uns an!

In der Rückschau kann darin eine der wichtigsten Vorstufen zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter preußischer Führung (und ohne Österreich) gesehen werden. Den Zeitgenossen war das im Sommer 1866 freilich noch nicht klar, wie auch?

Während Sieger, Besiegte und auswärtige Großmächte verhandelten, konnten sich die Otto-Normal-Bürger in Berlin, Dresden und Wien alles andere als sicher über die allernächste Zukunft sein. Wie offen die Situation bis zum Prager Frieden (und auch noch darüber hinaus) beurteilt wurde, haben die Referate einer Tagung der Bismarck-Stiftung gemeinsam mit Kollegen vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (Potsdam) und der Universität Wien gezeigt. Die im März 2016 in Dresden vorgetragenen Sichtweisen aus den deutschen Staaten sowie den europäischen Hauptstädten der Zeit verdeutlichen, wie ambivalent die Rezeption des böhmischen Schlachtenergebnisses war. Bis der Sammelband mit den Beiträgen Anfang nächsten Jahres vorliegen wird, empfehlen wir einen Besuch der Ausstellung im DHM in Berlin, die noch bis zum 31. Dezember 2016 läuft.

Zum Flyer geht es hier.

Um auf eine andere Schlacht des Krieges hinzuweisen, in der nicht die Sachsen und Österreicher den Preußen unterlagen, hier ein Bild aus Magdeburg. Dort zogen nach der Schlacht bei Langensalza die Truppen des preußischen Königs ein, verloren hatten die des Königs von Hannover.

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