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Deutschland und Frankreich und Bismarck

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 18. Februar 2015 um 12:22 Uhr

Bundesminister Peter Altmaier hat es kürzlich als einen katastrophalen Fehler bezeichnet, dass Otto von Bismarck 1871 dem nationalistischen Drängen von "König, Militär und breitester Öffentlichkeit" nachgegeben und Elsass-Lothringen annekdiert habe. Es sei, zwei Weltkriege später, "das größte Verdienst" der "Bonner Nachkriegsrepublik", die europäische Einigung vorangetrieben und zu einem "dauerhaften Frieden mit Frankreich" gefunden zu haben.[1] Wie passend erscheint es da, dass 70 Jahre nach Kriegsende der deutsch-französische Sender Arte die erste Fernsehanstalt ist, die im Jahr von Bismarcks 200. Geburtstag mit einem Film über den Gründer des Deutschen Reiches herauskommt. "Bismarck - Härte und Empfindsamkeit". Der Untertitel macht ebenso gespannt wie die hochkarätige Besetzung, u.a. mit Peter Striebeck als greisem Kanzler a.D.

Eine Vorgeschmack gibt es hier, gezeigt wird der Film am kommenden Samstag, dem 21. Februar, um 21.05 Uhr auf Arte. Und zwar in Frankreich und in Deutschland!

[1] Peter Altmaier, Geleitwort, in: Tilman Mayer (Hrsg.), Bismarck: Der Monolith. Reflexionen am Beginn des 21. Jahrhunderts, Hamburg 2015, S. 12.

Rätsel über Rätsel...

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 02. Februar 2015 um 14:17 Uhr

... was will uns dieser Aufkleber bloß sagen? Vielleicht dass Bismarck heute ein Basecap tragen und die Süddeutsche Zeitung lesen würde? Wir wissen es nicht.

Gesehen wurde der forsche Fürst an einem verzinkten Laternenpfahl auf dem Gelände der Schön Klinik in Hamburg Eilbek. Na dann!

Ach so: Wir danken natürlich ganz herzlich für die Zusendung, auch Kuriosa sind immer hoch willkommen.

Bismarcks schlimme Handschrift

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 19. Januar 2015 um 09:27 Uhr

Ulrike Fieger aus Velbert-Langenberg liebt, so die WAZ, die alte deutsche Kurrentschrift, also die heute nur noch von wenigen älteren Menschen und einigen Enthusiasten beherrschte deutsche Schreibschrift. Im Volksmund wird sie gelegentlich auch "Sütterlin" genannt, was nicht ganz richtig ist, da "Sütterlin" nur eine (späte) Reformvariante der deutschen Schreibschrift ist, die nach einem Schriftdesigner benannt ist. Sauber geschriebenes Sütterlin, das immer ein wenig an eine Kinderhandschrift erinnert, lässt sich, und so war es ja auch geplant, besser lesen als die meisten deutschen Handschriften des 19. Jahrhunderts. Eine ausgeprägte Handschrift hatte etwa Otto von Bismarck, der in den 1820er Jahren Schreiben gelernt und dann im Laufe seines Lebens zu einer graphologisch hoch interessanten Schrift gelangt war. Wer professionell mit den Schreiben des vielbeschäftigten Fürsten zu tun hat, dem sprechen die Charakterisierungen von Ulrike Fieger aus dem Herzen: "eine schlimme Handschrift", eine "Klaue", ein "Übungsobjekt für Fortgeschrittene". Genau so sehen wir das auch, liebe Frau Fieger!

 

Unser Bild zeigt eine saubere preußische Kanzleihandschrift der späten 1860er Jahre. Darunter die Unterschrift des Königs, Wilhelms I. Gegengezeichnet von... Na, können Sie  es lesen?

Am Sonntag, den 18. Januar 2015, um 14.00 Uhr, findet im Rahmen der Reihe „Wendepunkte deutscher Geschichte“ eine öffentliche Themenführung durch die Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung sowie im Bismarck-Museum Friedrichsruh statt. Während des rund 90-minütigen Rundgangs wird anhand ausgewählter Exponate anschaulich ein Überblick über die Vorgeschichte der Gründung des deutschen Nationalstaates sowie die Kaiserproklamation am 18. Januar 1871 im Schloss von Versailles vermittelt. Die Themenführung startet im historischen Bahnhofsgebäude von Friedrichsruh und endet im Bismarck-Museum am berühmten Gemälde "Kaiserproklamation in Versailles am 18. Januar 1871" des Historienmalers Anton von Werner.

Termin: Sonntag, 18. Januar 2015, 14.00 Uhr

Ort: Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung und Bismarck-Museum, Friedrichsruh

Treffpunkt: Historisches Bahnhofsgebäude, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh

Kosten: Eintritt für das Bismarck-Museum: 4,-- Euro (Gruppen: 3,-- Euro)

Volles Haus beim Neujahrsempfang in Friedrichsruh

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 12. Januar 2015 um 12:51 Uhr

Mehr als 90 Gäste fanden trotz der Verwirbelungen des Sturmtiefs Felix am 9. Januar den Weg in den Sachsenwald, um mit den Mitarbeitern der Otto-von-Bismarck-Stiftung auf das neue Jahr anzustoßen. 200 Jahre nach Bismarcks Geburt wird es ein besonderes Jahr mit einer Fülle von Veranstaltungen im In- und Ausland werden. Nachdem der Geschäftsführer der Stiftung, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, die Aktivitäten des Hauses im Jahr 2014 Revue passieren lassen hatte, machten die Besucher lebhaft von der Möglichkeit Gebrauch, sich im Gespräch mit dem Vorstand und den Mitarbeitern über die Pläne für das Jubiläumsjahr zu informieren. Allen Gästen sei an dieser Stelle für Ihr Kommen auch unter schwierigen Witterungsbedingungen gedankt; dem Team des Hauses nicht weniger für die souveräne Durchführung der Veranstaltung. Und dem Förderverein der Stiftung für die gewohnt großzügige Unterstützung des Empfangs. So kann es weiter gehen!

Das Jahr 2014 war voller jubiläumsbezogener Erinnerungen. Am meisten Wirbel verursachte der Erste Weltkrieg, dessen Ausbruch vor 100 Jahren für zahlreiche historische Neuerscheinungen und anschließende Diskussionen sorgte. An der Schwelle zum neuen Jahr fragt sich der Tagesspiegel, ob im Jahr 2015 aus Anlass des 200. Geburtstags Otto von Bismarcks ein ähnlicher Trubel zu befürchten ist. Wohl kaum, beruhigt der Autor sich und die Leser, wenn auch in vielerlei Hinsicht an den ersten Kanzler des Deutschen Reiches erinnert wird.

Eine biographische Brücke zwischen den genannten Jubiläen der Jahre 2014 und 2015 sieht der Guardian in der Person Bismarcks. Oder doch nicht? Mit der für die Insel gewohnt erfrischenden Weite des Blicks fragt Michael White, wie es denn sein könne, dass bei der überbordenden Berichterstattung über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs nirgendwo Bismarck als der eigentlich Schuldige an der Urkatastrophe genannt worden sei. Habe er mit seinem Deutschen Kaiserreich nicht ein "racing car" gebaut, "that only he could drive"? Und sei er nicht überhaupt "highly aggressive" gewesen? Nicht so ganz, zumindest nicht im Vergleich mit seinen Zeitgenossen und erst recht nicht mit den Nachfolgern, resümmiert White ausgewogen und den Deutschen vor 1933 und nach 1945 merklich gewogen.

Die Milde und Abgeklärtheit gegenüber dem gänzlich historisierten Alten aus dem Sachsenwald ist auch beim Spiegel eingezogen, dessen Gründer Augstein bekanntlich nicht frei von Bewunderung für Bismarck gewesen war, vor allem aber nicht frei von Kritik. Da die glühenden, unkritischen Bismarck-Anhänger, die es in der frühen Bundesrepublik noch gab und gegen die sich die Augsteinsche Bismarck-Kritik ja in erster Linie richtete, von der Bildfläche verschwunden sind und Bismrack mittlerweile als historische Person bei weitem nicht mehr so stark polarisiert wie ehedem, verlieren alte gesellschaftsgeschichtliche Streitpunkte ihre Brisanz und wecken im Gewand kulturgeschichtlicher Fragestellungen neues Interesse, etwa im Falle der Bismarck-Türme. Sie sind der architektur-gewordene Teil des Bismarck-Mythos an der Wende zum 20. Jahrhundert.

Nach der Wende zum 21. Jahrhundert wird die Bismarck-Stiftung auch und besonders in diesem Jahr fleißig an der Dekonstruktion des Mythos arbeiten, in zahlreichen Veranstaltungen, wie das Hamburger Abendblatt schreibt.

Das aber auch heute noch neue Bismarck-Mythen in Umlauf gebracht werden, vor denen man sich allerdings nicht mehr fürchten muss, beweist die Zeit. Ohne Opfer geht das jedoch nicht, ein armes Wildschein muss dran glauben!

Bismarck-Jahreskalender für das Jahr 2015 erhältlich!

Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Montag, den 05. Januar 2015 um 12:45 Uhr

Anlässlich des 200. Geburtstages Otto von Bismarcks gibt die Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh einen Kalender für das Jahr 2015 heraus. Die Bildmotive des Kalenders spiegeln Leben und Lebenswelt des ersten Reichskanzlers wider.

Der Kalender ist im historischen Bahnhof von Friedrichsruh, dem Sitz der Stiftung, sowie im Bismarck-Museum für Euro 5,-- (bei Versand zuzüglich Euro 4,60 Porto) erhältlich. Der Kalender kann auch in der Stiftung über Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. bestellt werden.

 

Jedes Jahr die gleiche Frage: Wohin mit dem Weihnachtsbaum?

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 16. Dezember 2014 um 14:00 Uhr

Machen Sie es doch wie Bismarck und verbinden Sie Aggressionsabbau mit Energieversorgung. So berichtet es zumindest die Baronin Spitzemberg vom Sylvesterabend 1875 im Hause Bismarck:

Heute abend waren wir zu Bismarcks gebeten, wo nur noch Frau von Arnim [1] , Obernitz [2] , Loeper [3] , Major v. Stülpnagel [4] und Frau Meister [5] aus Frankfurt waren. Anfangs war es etwas ledern; aber als die Mitternacht und das Gratulieren vorüber, zog man in das Weihnachtszimmer, wo der Christbaum nochmals angesteckt und die langen Papierketten und Knallbonbons daran verbrannt wurden; als der Schmuck zu Asche zerstäubt war, gingen der Fürst und seine Söhne mit langen Jagdmessern dem armen Baume selbst zu Leibe und hieben ihn mit wahrer Mordlust in Stücke, die ins Kamin geworfen wurden; um dieses herum saßen wir denn alle, der Fürst schürte die Glut mit seinem Knicker und sah mit kindlicher Freude zu, wie die harzigen Äste prasselnd sich entzündeten, die Nadeln wie vergoldet glühten, die Funken knisternd herausflogen und unter Waldesdüften endlich die Herrlichkeit wie das scheidende Jahr in Düster und Dunkel verglomm. Das sei ein ehrlicherer Tod für den schönen Baum, meinte er, als in einem Hofwinkel unter Schutt und Kehricht zu enden. Nun erst war der merkwürdige Mann lebendig: Herbert [6] mußte einen Portwein-Cobbler [7] brauen, und während wir den aus Strohhalmen langsam tranken, erzählte der Fürst, wie auf demselben Sofa, den er nun einnehme, der Augustenburge [8] in drei Stunden sein Herzogtum verspielte, Le Sourd [9] ihm die Kriegserklärung überbrachte und so mancher wichtige und unwichtige Beschluß gefaßt worden sei. So verging die Zeit rasch unter historischen Erinnerungen aller Art, und hätten wir um ½2 kein Ende gemacht, wir säßen noch dort.



[1] Bismarcks Schwester Malwine (1827-1908), verheiratete von Arnim-Kröchlendorff.

[2] Hugo von Obernitz (1819-1901), preußischer General.

[3] Gustav von Loeper (1822-1891), Vortragender Rat im preuß. Hausministerium.

[4] Hermann von Stülpnagel (1839-1912), 1871 Flügeladjutant des Kaisers.

[5] Marie Meister (1840-1912), verheiratet mit dem Mitbegründer der Hoechst AG, Wilhelm Meister (1827-1895).

[6] Herbert von Bismarck (1849-1904), erster Sohn Bismarcks, im auswärtigen Dienst von 1873-1890.

[7] Mixgetränk aus Kirschwasser, Grenadine, Triple Sec und Portwein auf gestoßenem Eis.

[8] Friedrich VII. von Schleswig-Holstein (1829-1880).

[9] Georges Le Sourd (1834-1877), frz. Botschaftssekretär in Berlin.

Unser Bild: Bundesarchiv

 

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