|
Dienstag, den 08. Mai 2012 um 06:53 Uhr
Windthorst: Bismarcks kleiner großer GegnerAlle Welt redet zur Zeit über den "Alten Fritz". Der 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen überlagert - wie zu erwarten - alles, was das Jahr 2012 an Gedenktagen zu bieten hat. Im Windschatten des epochalen Jubiläums wird jedoch auch des 200. Geburtstages von Ludwig Windthorst gedacht, der zu Zeiten Otto von Bismarcks als einer der bedeutendsten Parlamentarier des Deutschen Reiches galt. Der kleinwüchsige Mann aus dem Osnabrücker Land wurde während des Kulturkampfes Bismarcks gegen die Katholiken zum größten Gegenspieler des Reichskanzlers und ist doch heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Um diesen herausragenden Vertreter des deutschen Parlamentarismus zu würdigen, lädt die Otto-von-Bismarck-Stiftung herzlich zu einem Vortrag unter dem Titel "Ludwig Windthorst - Bismarcks Gegner" ein. Referent am Mittwoch, den 9. Mai 2012, 19.30 Uhr, ist der Hannoveraner Professor Dr. Hans-Georg Aschoff, einer der führender Forscher der Geschichte des politischen Katholizismus in Deutschland. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im historischen Bahnhofsgebäude von Friedrichsruh ist frei.
Veröffentlicht in
Aktuelles
Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 07:17 Uhr
200 Jahre Ludwig WindthorstAlle Welt redet zur Zeit über den "Alten Fritz". Der 300. Geburtstag Friedrichs II. (des "Großen") von Preußen stellt - wie zu erwarten - alles in den Schatten, was das Jahr 2012 an Gedenktagen zu bieten hat. Alles? Nein, vor allem im westlichen Niedersachsen wird dieser Tage eines Mannes gedacht, der vor gut 200 Jahren, genau am 17. Januar 1812, auf dem Gut Caldenhoff bei Ostercappeln in der Nähe Osnabrücks geboren wurde. Sein Name bleibt untrennbar verbunden mit dem Aufstieg des politischen Katholizismus in Deutschland, er avancierte - neben Eugen Richter und August Bebel - zum bedeutenden parlamentarischen Gegenspieler Otto von Bismarcks, dessen historische Größe sich freilich weniger auf das Körperliche (er maß etwa 1,50 Meter) sondern vielmehr auf seine rhetorische Brillanz bezog. Die Rede ist von Ludwig Windthorst, über den die westniedersächsische Presse dieser Tage ausführlich berichtet, zum Beispiel hier. Und es spricht nicht unbedingt für ausgeprägte politische Souveränität Bismarcks, dass er den Argumenten Windthorsts, die sich dezidiert nicht nur gegen die Ausnahmegesetze gegen die Katholiken im Kulturkampf, sondern auch gegen jene zur Bekämpfung der Arbeiterbewegung wandten, in der Regel nur mit unverhohlener Wut begegnete. Bekannt (und berüchtigt) ist sein Bonmot, dass sein Leben zwei Dinge "erhalten und verschönen (...): meine Frau und - Windthorst. Die eine ist für die Liebe da, der andere für den Haß." Immerhin würdigte Bismarck ihn - freilich mit spöttischem Unterton - bisweilen auch als "den hervorragendsten der Opposition", was im Preußischen Landtag am 29. Januar 1886 laut Protokoll jedoch eher für Heiterkeit sorgte. Wie dem auch sei: Ludwig Windthorst ist unbestritten einer der herausragenden Vertreter der Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland. Dem trägt auch die Otto-von-Bismarck-Stiftung mit dem Vortrag "Ludwig Windthorst - Bismarcks Gegner" von Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff von der Universität Hannover am 9. Mai 2012 Rechnung. Wer die Zeit bis dahin nicht abwarten kann, mehr wissen oder mitfeiern möchte, sei auf das eindrucksvolle Programm des Ludwig-Windthorst-Hauses und der gleichnamigen Stiftung im emsländischen Lingen hingewiesen.
Veröffentlicht in
Aktuelles
|


Sie befinden sich hier: 
