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Mittwoch, den 12. Juni 2013 um 07:48 Uhr

Schönhausen steht unter Wasser!

Nach dem massiven Deichbruch bei Fischbeck hat sich seit Montag, dem 12. Juni, das eingedeichte Elbehochwasser in verheerender Weise nach Osten in Richtung Havelland in die Landschaft ergossen. Nach den Dörfern Fischbeck und Schönhausen hat das Wasser sogar das 9 Kilometer von der Elbe entfernt liegende Wust erreicht. Gegen die Wassermassen ist leider auch der Einsatz der Bundeswehrtruppen zur Deichsicherung machtlos gewesen, immerhin haben Soldaten nach dem Deichbruch durch unermüdliches Abwerfen großer, mit Sand und Steinen gefüllter Säcke das weitere Aufreißen der Bruchstelle verhindern und diese insgesamt auch entscheidend verringern können. Der junge Otto von Bismarck hätte als verantwortlicher Deichgraf "seinen" Bürgern nicht ansatzweise so sehr helfen können, wie es die technischen und logistischen Mittel unserer Tage möglich machen.

Eine Luftaufnahme von Schönhausen (Bild 4 der Galerie) vom Dienstagnachmittag zeigt weite Teile des Ortes von braunem Hochwasser überflutet. Der alte Siedlungskern um die Kirche und das Schloss, wo sich auch das Bismarck-Museum und die Räumlichkeiten der Otto-von-Bismarck-Stiftung befinden, ist auf dieser Aufnahme wegen seiner Höhenlage noch verschont. Momentan kommt man in das evakuierte Schönhausen nicht hinein, so dass wir nur das Beste hoffen können. Mehr als dem Museum und der Stiftung gilt unsere Sorge natürlich den Bürgern Schönhausens und der umliegenden Gemeinden! Aus der Ferne drücken wir die Daumen und hoffen, dass die beträchtlichen Schäden reguliert werden können und in absehbarer Zeit wieder ein normales Leben in dieser wunderschönen Kulturlandschaft möglich sein wird.

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Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 06:36 Uhr

Auch das noch...

'Googelt' man heuer nach dem Stichwort "Bismarck", staunt man zunächst nicht schlecht: Nun peitscht der Bismarck sehr posthum auch noch die Alpen aus, wie man dem Kulturteil von ZEIT-online entnehmen kann: hier. So sahen ihn bisweilen ja bereits zeitgenössische Karikaturisten, wie die nebenstehende amerikanische Zeichnung - der Reichskanzler den Reichstag "zähmend" - belegt. Hinter der vielversprechenden Schlagzeile verbirgt sich jedoch lediglich ein Kunstprojekt des Künstlers Julius von Bismarck; das als Historiker werten zu wollen, müssen wir uns enthalten - nur soviel: Es handelt sich um den Ur-Ur-Ur-Enkel Bernhard von Bismarcks, des älteren Bruders Ottos, mithin eben doch zumindest mittelbar Familiengeschichte redivivus.

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Dienstag, den 11. Oktober 2011 um 09:02 Uhr

Kommen Sie in die Altmark!

Der Herbst hat  allerorten Einzug gehalten und das Wetter lädt eigentlich nicht mehr zu größeren Reisen ein. Aber gerade nach diesem Sommer hält auch die kühlere Jahreszeit mit dem Indian Summer Reize bereit, die zu einer Verlängerung des heimatlichen Herbstspaziergangs anregen. Zum Beispiel in die Altmark! Besuchen Sie uns doch in Schönhausen im Bismarckmuseum und lassen Sie sich auf Ihrer Fahrt bei hoffentlich sonnigen Momenten zu poetischen Gedanken animieren, wie sie schon der junge Otto von Bismarck im September 1849 aus Berlin an seine Frau schrieb:

"Gestern war weiches, warmes Herbstwetter, und ich habe einen langen Spaziergang im Tiergarten gemacht, dieselben einsamen Wege, die wir beide zu wandeln pflegten. (...) Der schöne große Ahorn ist schon dunkelrot in seinen Blättern (...) und die runden Kuppeln der Kastanien bieten alle Schattierungen des trüben und anziehenden herbstlichen Farbenspiels."

Haben Sie Lust bekommen? Dann suchen Sie doch einfach noch einige Reisepunkte in der kleinen Reportage aus und dann nichts wie los in die Altmark!

Auf dem ländlichen Herbstbild qualifizieren sich übrigens Jungbauern aus dem Bezirk Leipzig im September 1961 auf der Maschinen- und Traktorenstation Cröbern beim Pflügen von 20 Ar für den Republikausscheid im Leistungspflügen der Jugend. Dieser fand dann im Oktober 1961, zwei Monate nach dem Mauerbau, in Otto von Bismarcks Geburtsort Schönhausen statt.

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Freitag, den 16. September 2011 um 13:34 Uhr

Bismarck - mal anders gelesen

Wir kennen Otto von Bismarck gemeinhin als den "Eisernen", den "Reichsschmied", den "Mann von Eisen von Blut", nicht selten in monumentaler Form noch heute in vielen Weichbildern deutscher Städte nachzuspüren. Den Auswirkungen seiner Politik nähern sich nicht wenige Menschen heute mit mehr oder weniger ausgeprägtem Unbehagen.  Aber es gehört zu dieser "denkbar interessantesten Figur" (Theodor Fontane), zu seinen vielen, mitunter überraschenden Facetten, dass er insbesondere in der Korrespondenz mit seiner Frau Johanna, in der Zeit der späten 1840er Jahre zumal, mitunter ganz andere persönliche Seiten offenbarte. Zärtlich, spöttisch, witzig, romantisch... Ist es übertrieben, Ihn als einen bemerkenswerten literarischen Stilisten zu bezeichnen? An dieser Stelle möchten wir Ihnen den ersten erhaltenen Brief an seine Braut Johanna vom 1. Februar 1847 zeigen, der eine Serie von auch heute noch lesenswerten Schreiben an seine schließlich am 28. Juli 1847 geheiratete Gattin einläutet. Lesen wir in Auszügen hinein:

"Schönhausen 1 Febr. 1847. Ich hatte nur auf Licht gewartet, um Dir, mein theures Herz, zu schreiben, und mit dem Licht kam auch Deine kleine grüne Spirituslampe, um mein lauwarmes Wasser zum Sieden zu bringen, fand es aber diesmal schon dicht am Überkochen. Dein Mitleid in meinen unruhigen Nächten ist für jetzt noch vorzeitig; ich werde es Dir aber doch anrechnen. Die Elbe liegt noch trüb und mürrisch in ihren Eisbanden; des Frühlings Ruf, sie zu sprengen, ist ihr noch nicht laut genug. Ich sage zu dem Wetter "ach daß du kalt oder warm wärst, aber du stehst fortwährend auf 0", und so kann sich die Sache in die Länge ziehn; meine Thätigkeit beschränkt sich für jetzt darauf, von dem warmen Platz am Schreibtisch her allerhand Beschwörungsformeln in die Welt zu schicken, durch deren Zauber sich Massen von Faschinen, Brettern, Handkarren und manure aus dem Innern des Landes gegen die Elbe hin bewegen, um sich dort vorkommenden Falls als prosaischer Damm dem poetischen Schäumen der Fluth entgegenzustellen. Nachdem ich den Vormittag mit diesen mehr nützlichen als angenehmen Correspondenzen zugebracht habe, war mein Entschluß, den Abend mit Dir, beloved one, behaglich zu verplaudern, als ob wir Arm in Arm im Sopha des rothen Saales säßen, und in sympathischer Aufmerksamkeit hat die Post mir Deinen Brief, den ich von Rechtswegen vorgestern hätte erhalten müssen, gerade zu dieser Plauderstunde aufgehoben. Du weißt, wenn Du meinen unverantwortlich geschmierten Zettel aus Schlawe hast lesen können, wie ich dort auf einen etwas angetrunknen Schwarm von Husarenoffizieren stieß, der mich im Schreiben störte. In der Post hatte ich nach meinem gewöhnlichen Unstern eine Dame vis-à-vis und zwei der breitesten Passagiere in viel Pelz neben mir, von denen der nächste obenein Abrahams directer Nachkomme war und mich durch unbehagliche Beweglichkeit seines linken Ellenbogens in eine bittre Stimmung gegen alle seine Stammverwandte brachte. Meinen Bruder fand ich im Schlafrock, und seiner Gewohnheit nach benutzte er die 5 Minuten unsrer entrevue sehr vollständig, um einen Wollsack voll verdrießlicher Nachrichten aus Kniephof vor mir auszuleeren; liederliche Inspectoren, Massen crepirter Schaafe, täglich trunkne Brenner, verunglückte Vollblutfohlen (natürlich das schönste) und faule Kartoffeln stürzten in rollendem Strudel aus seinem bereitwillig geöffneten Munde auf mein etwas postmüdes Selbst. Ich muß mir für meinen Bruder ausdrücklich einige Ausrufungen des Schreckens und der Klage zulegen; denn mein gleichmüthiges Äußere bei Unglücksposten verdrießt ihn, und so lange ich mich nicht wundre, hat er immer neue und immer schlimmere Nachrichten in Vorrath. (...) Heut fiel den ganzen Tag der Schnee sehr emsig, und das Land ist wieder weiß, ohne Frost. Als ich eintraf, war diesseit Brandenburg alles frei von Schnee, die Luft war warm, und die Leute pflügten; es war, als wenn ich vom Winter in den Frühlingsanfang gereist wäre, und in mir war doch der kurze Frühling Winter geworden; je näher ich Schönhausen kam, desto drückender war mir der Gedanke, auf wer weiß wie lange wieder in die alte Einsamkeit zu treten. Die Bilder wüster Vergangenheit stiegen in mir auf, als wollten sie mich von Dir fortdrängen. (...) Beim Einfahren in das Dorf fühlte ich, wohl nie so deutlich, wie schön es ist, eine Heimath zu haben, und eine Heimath, mit der man durch Geburt, Erinnerung und Liebe verwachsen ist. Die Sonne schien hell auf die stattlichen Bauernhöfe, und ihre wohlhäbigen Bewohner mit den langen Röcken und die bunten Weiber mit den kurzen grüßten mich noch viel freundlicher als gewöhnlich; auf jedem Gesicht schien ein Glückwunsch zu liegen, der mir stets zu einem Dank gegen Dich wurde. (...) Du kannst glücklicher Weise nicht beurtheilen, mein Herz, mit welcher trostlosen Stumpfheit ich früher nach einer Reise mein Haus betrat, welche Niedergeschlagenheit sich meiner bemächtigte, wenn mich die Thür meines Zimmers angähnte und das stumme Geräth in den lautlosen Räumen mir, gelangweilt wie ich selbst, gegenüberstand. Nie wurde mir die Öde meines Daseins deutlicher als in solchen Augenblicken, bis ich dann ein Buch ergriff, von denen mir keines trüb genug war, oder mechanisch an irgend ein Tagewerk ging. Am liebsten kam ich des Nachts zu Haus, um gleich zu schlafen. Ach Gott und nun? Wie betrachte ich alles mit andern Augen; nicht bloß, was Dich und weil es Dich mitbetrifft oder mitbetreffen wird, (obschon ich mich seit 2 Tagen damit quäle, wo Dein Schreibtisch stehn wird), sondern meine ganze Lebensanschauung ist eine neue, und selbst Deich- und Polizei-Geschäfte betreibe ich mit Heiterkeit und Theilnahme. Die Änderung, dieses neue Leben danke ich nächst Gott Di, ma très-chère, mon adorée Jeanneton, die Du nicht als Spiritusflamme an mir gelegentlich kochst, sondern als erwärmendes Feuer in meinem Herzen wirkst. (...)

> seufz < Passen solche Zeilen auf ein Handy-Display?

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Montag, den 10. Januar 2011 um 13:50 Uhr

Unsere Exponate des Monats

Jeden Monat stellen wir Ihnen ein besonderes Ausstellungsstück unserer Sammlung pro Standort sowie seine Geschichte vor. Im Januar 2011 möchten wir Ihnen für den Standort Schönhausen einen besonderen Zierteller zeigen. Der Zierteller ist ein Staatsgeschenk von Ignacio Romero Vargas (1835 – 1895), der von 1887 bis 1894 mexikanischer Gesandter in Berlin gewesen ist.

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