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Im Juni 2016 jährt sich zum 120. Mal der Besuch des chinesischen Vizekönigs Li Hongzhang ( 1823 – 1901) im Rahmen einer Europareise bei Otto von Bismarck in Friedrichsruh. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung nimmt dies zum Anlass, mit einer Sonderausstellung im Bismarck-Museum von Friedrichsruh an dieses Ereignis zu erinnern und es in einen größeren historischen Kontext einzuordnen. Die Visite des hochrangigen chinesischen Militärs und Staatsmannes, in Friedrichsruh bietet eine Gelegenheit, dessen Person, sein Wirken, die Situation Chinas um 1900 sowie die deutsche Chinapolitik zwischen 1860 und 1914 zu hinterfragen und einem breiten Publikum vorzustellen. Anhand der präsentierten Objekte beleuchtet die Sonderausstellung Aspekte der preußisch-deutsch-chinesischen Beziehungen im 19. und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Sonderausstellung wurde gefördert mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie dem Verein zur Förderung der Otto-von-Bismarck-Stiftung e. V.


Laufzeit: 26. Juni bis 22. Dezember 2016

 

Bismarck-Museum, Am Museum 2, 21521 Friedrichsruh, Tel.: 04104/96 39 344. Führungen nach Absprache.

 

Öffnungszeiten:

April bis Oktober: Di – So 10 – 18 Uhr

November bis März: Di – So 10 – 16 Uhr

Mo geschlossen


 

Begleitprogramm:

 

So 26.06., 11.00 Uhr:

Eröffnung der Sonderausstellung mit Vortrag:

„Ein ‚chinesischer Bismarck‘ in Friedrichsruh.

Der Besuch des ‚Vizekönigs‘ Li Hongzhang am 25. Juni 1896“

So 10.7., 15.00 Uhr:

Kuratorenführung

So 28.8., 15.00 Uhr:

Kuratorenführung

So 11.9., 15.00 Uhr:

Kuratorenführung

Mi 14.9., 19.00 Uhr:

Bahnhofskino spezial

„55 Tage in Peking“ (USA 1963)

So 23.10., 15.00 Uhr:

Kuratorenführung

Mi 16.11., 19.30 Uhr:

Bahnhofskino spezial

„Der bunte Schleier“ (USA, Kanada, VR China)

So 20.11., 15.00 Uhr:

Kuratorenführung

Do 8.12., 19.30 Uhr:

Vortrag:

„Die Musterkolonie Kiautschou“

Prof. Dr. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin

 

 

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Vor 110 Jahren wurde in Hamburg das größte Bismarck-Denkmal eingeweiht. Bis heute ist es das höchste seiner Art, seine Sanierung ist im letzten Jahr beschlossen worden. Dabei wendet die öffentliche Hand die Gelder dezidiert dem Hamburger Wahrzeichen und nicht der mythischen Rolandsfigur des Reichsgründers zu. Nach zwei Diktaturen ist man in Deutschland sensibel geworden in Sachen Personenkult, was sich nicht nur im politischen Stil in Bund und Ländern, sondern auch im Umgang mit dem historischen Erbe der deutschen Länder ausdrückt. Kurz: Man tut sich nicht selten schwer mit Straßennamen, Denkmälern und anderen Ehrungen, die in vergangenen Zeiten für seinerzeit als verdienstvoll erachtete Führungsfiguren aus Politik und Militär errichtet worden.

Während die Präsenz der Symbolfiguren des Kaiserreichs (Bismarck, Moltke, Kaiser Wilhelm I., usw.) bisher noch unumstritten scheint, wird seit einigen Jahren lebhaft um vermeintliche koloniale Helden wie Lothar von Trotha und deren Ehrungen im öffentlichen Raum diskutiert. Am prominentesten war zuletzt der vielerorts ausgetragene Streit um Hindenburg-Plätze und Straßen, Einzelheiten sollen hier nicht wiederholt werden.

So begrüßenswert diese Beispiele für gelebte Demokratie an sich schon sind, so relevant sind sie als lokalpolitische und zivilgesellschaftliche Debatten um Ehrregime auch für die Bismarck-Forschung. Diese endet bekanntlich nicht chronologisch mit Tod Bismarcks 1898, sondern nimmt auch das lange Ausgreifen des danach zu beachtlichen Merkwürdigkeiten ausgewachsenen Bismarck-Mythos in den Blick. In dem Projekt BISMARCKIERUNG sammeln und dokumentieren wir seit 2013 die Ehrungen für den Kanzler. Dabei interessiert uns ganz allgemein, wer wann und wo welche Form von Ehrung in die Landschaft brachte, sei es in Form von Denkmälern, Gedenksteinen, Benennungen von Straßen usw.

Aus der Kartierung der Welt mit Bismarck-Orten erhellt umgekehrt aber auch, wo genau das nicht geschehen ist, d.h. wo dem preußischen Gewaltpolitiker Ehrungen versagt worden. Selbstverständlich verzeichnen wir auch ehemalige Bismarck-Orte, denn die Umbenennungen sind eine bisher nicht,oder nur in Einzelfällen und am Rande untersuchte Facette der Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in Staat und Gesellschaft.

Dafür, dass andere Nationen noch recht umbefangen und unkritisch mit ihren historischen Leit-Figuren umgehen, liefert die de jure noch immer sozialistische Volksrepublik China seit kurzem ein neues Beispiel. Eine 36 Meter hohe Mao-Figur erinnert an den nach offizieller Lesart unumstrittenen Staatsgründer. Damit ist Mao erstmals ein Denkmal gewidmet, das höher ist, als das 1906 in Hamburg errichtete Bismarck-Denkmal: der Chinese ist nun sitzend 1,7 Meter höher als der stehende Altmärker, bisher war ein mit 32 Metern auch auch schon beachtlicher Mao noch knapp kürzer. Dass China de facto schon seit etwa zwei Jahrzehnten in kapitalistischen Zuständen angekommen ist, beweist die wenig zurückhaltende Oberfläche des Revolutionärs. Sie ist aus purem Gold! Zumindest auf den ersten Blick. Tatsächlich ist der Riese nur golden angestrichen, wobei dem Reich der Mitte sein Staatsgründer schon ein paar Hundert Quadratmeter Blattgold hätte wert sein dürfen, oder?! Aber wie auch immer: Verglichen damit erscheint der schwert-bewehrte Bismarck-Roland fast schon zurückhaltend!

Auf der Abbildung ist eine Bismarck-Ehrung auf chinesischem Boden aus der Hochphase des europäischen Kolonialismus zu sehen.

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Freitag, den 25. Mai 2012 um 07:01 Uhr

Elfenbeinzahn wird extrahiert!

Eine traurige Mitteilung müssen wir allen Freunden der Stiftung, Besuchern des Bismarck-Museums und Kulturinteressierten der Region machen: Der geschnitzte Elfenbeinzahn, ein Geschenk der Kaiserin von China an Otto von Bismarck zu seinem 70. Geburtstag am 1. April 1885 und über Jahrzehnte eines der herausragenden Exponate im Friedrichsruher Museum wird in der kommenden Woche auf Wunsch des Leihgebers entfernt und geht auf eine Reise mit uns unbekanntem Ziel. Bis zum 28. Mai haben Sie noch die Gelegenheit, das einmalige kunsthandwerkliche Kleinod aus dem 19. Jahrhundert in der Ausstellung des Museums zu betrachten. Eigens zu diesem Zweck hat die Stiftung kurzfristig eine kleine Auflage von Postkarten erstellt, die alle Besucherinnen und Besucher, die dem Objekt - wie wir - nicht nur eine Träne nachweinen (siehe Bild), bei einem Besuch in Friedrichsruh in den kommenden Tagen kostenlos mitnehmen können. Wir weisen bereits jetzt darauf hin, dass das Museum nicht zahnlos bleiben wird: Der chinesische Zahn wird durch ein kleineres Pendant aus Birma - ebenfalls ein Geschenk an Bismarck - ersetzt.

 

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