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Nicht erst das 20., sondern bereits das 19. Jahrhundert war eine Hochzeit des politischen Attentats. Königen, Zaren und Kaiserinnen wurde mit Messern, Pistolen und Sprengstoff nachgestellt. In der Rückschau staunt man, wie blutig das Zeitalter von Nationalstaatsbildung und europäischem Kolonialismus für seine Exponenten sein konnte. Das Wissen um die zahlreichen rechts- und linksterroristischen Attentate des 20. Jahrhunderts verstellt da gelegentlich den Blick. Ob am Genfersee, vor mexikanischen Bretterzäunen oder auf noblen Kurpromenaden: Regierende Häupter wurden lange vor den Morden von Sarajewo erstochen, füsiliert und in die Luft gesprengt.

Vor 150 Jahren entging auch der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck nur knapp einem Attentat. Ein Kalenderblatt des Deutschlandfunks erinnert an den Mordversuch. Bismack überlebte diesen Angriff ebenso wie spätere Attentate und starb bekanntlich eines natürlichen Todes im heimischen Bett. Hätte die europäische Geschichte einen anderen Verlauf genommen, wenn Bismarck im Mai 1866 getötet worden wäre? Zumindest der Attentäter war davon überzeugt, erlebte diese Ereignisse dann aber nicht mehr mit, da er sich in Haft selbst richtete.

S. zu dem Attentat auch Julius H. Schoeps, Bismarck und sein Attentäter, Zürich-München 1998; und Markus Mühlnikel, "Fürst, sind Sie unverletzt?" Attentate im Kaiserreich 1871-1914, Paderborn 2014.

Veröffentlicht in Aktuelles
Dienstag, den 15. Mai 2012 um 05:32 Uhr

Wer schoß auf Bismarck?

Jede Betrachtung der Wirkungsgeschichte Otto von Bismarcks enthält den Hinweis auf die beeindruckende Fülle von Zeugnissen der Verehrung für den ersten Kanzler des deutschen Nationalstaates. Gleich ob Standbild, Turm, Säule, Straße oder dergleichen mehr. Dass seine Politik stets auch auf entschiedenen Widerstand breiter Kreise der Öffentlichkeit stieß, wird dabei nur allzu häufig vergessen - von der kritischen retrospektiven Betrachtung insbesondere seiner Innenpolitik in der Gegenwart zu schweigen. Beispielhaft für die Opposition gegen Bismarck steht das erste auf ihn verübte Attentat, das sich am 7. Mai diesen Jahres zum 146ten mal jährte. Täter war Ferdinand Cohen-Blind, Stiefsohn eines 1848er-Revolutionärs. Er sah im preußischen Ministerpräsidenten Bismarck, wie viele andere Liberale, einen skrupellosen Politiker, der bewusst auf den Krieg Preußens gegen Österreich zugesteuert sei: Laut Polizeibericht feuerte der 22jährige Cohen-Blind aus einer Entfernung von zehn Schritt drei Schüsse auf den Ministerpräsidenten. Als der zunächst unverletzt gebliebene Bismarck dem Täter die Pistole entwinden wollte, traf Blind sein Opfer mit zwei weiteren Schüssen. Von Bismarck festgehalten, wurde Blind verhaftet und beging noch im Polizeipräsidium Selbstmord. Die Tatwaffe ist im Übrigen, zusammen mit dem von Bismarck an jenem 7. Mai getragenen, mit Einschussloch versehenen Unterhemd, als besondere Kuriosität im Bismarck-Museum Friedrichsruh zu sehen. Der Bayerische Rundfunk widmete diesem historischen Ereignis ein "Kalenderblatt", das Sie hier nachhören können. Etwas belletristisch angehübscht, aber doch schön erzählt, finden wir.

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