Neuerscheinung zur Familie BismarckGeschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 07. Mai 2013 um 09:37 UhrDie historische Literatur über Otto von Bismarck ist vielfältig und wächst beständig an. Neben Forschungen zur Politikgeschichte steht seit jeher auch der Mensch Bismarck im Zentrum von wissenschaftlichen und eher populäreren Darstellungen. Die Fülle der biographischen und sonstigen Literatur über Bismarck und seine Zeit ist auch für Experten nur schwer zu übersehen und die Otto-von-Bismarck-Stiftung kommt bei den Neuanschaffungen für ihre Bibliothek oft kaum hinterher. Nach der großen Bismarck-Biographie des amerikanischen Historikers Jonathan Steinberg aus dem letzten Jahr gilt es für uns nun schon wieder ein umfangreiches Werk in die Regale der Bibliothek einzuordnen, das sich mit der Person Bismarcks beschäftigt. Geschrieben hat es der Berliner Historiker Jochen Thies, der vor einigen Jahren mit einer Familienbiographie über die Moltkes hervorgetreten ist. Nun hat er die Bismarcks untersucht (Jochen Thies, Die Bismarcks. Eine deutsche Dynastie, München 2013) und kommt, so viel sei schon verraten, zu anregenden Neueinsichten, etwa in Bezug auf Bismarcks Kindheit oder die Talente seines Sohnes Herbert. Diesem sich an dem Vater reibenden, letztlich aber privat wie in seinen Ämtern in der Außenpolitik stets auf die Linie des "Alten" schwenkenden Mann, schreibt Thies große Talente zu. Ein weiteres Hauptaugenmerk legt Thies in seiner Familienbiographie auf die Lebenswege der Kinder und Enkel. Diese trugen den großen Namen ja bekanntlich nicht nur durch das von ihrem Vorfahren errichtete Kaiserreich, sondern mussten sich in den als Wirren empfundenen Zeitläuften der Weimarer Republik neu orientieren und während der nationalsozialistischen Herrschaft bewähren. Mit Sympathie, aber nicht ohne die jeweils angebrachte Kritik zeichnet Thies die Biographien dieser Bismarcks des 20. Jahrhunderts und kommt, wie auch bei den Moltkes besonders bei den oft zu unrecht im Schatten stehenden Frauen der Familie zu neuen Ergebnissen. Wie ließe sich eine Familie auch historisch verstehen, wenn nur 50 Prozent ihrer Mitglieder dargestellt würden? Mehr sei aber nicht vorweg erzählt, die spannende Lektüre soll sich für den Leser noch lohnen. Eine weitere Neuerscheinung gibt eher zu Stirnrunzeln Anlass, es sei denn, man sieht es mit Humor und sieht in dem Buch eines der seltenen Werke aus dem Grenzbereich zwischen kontrafaktischer Geschichtsschreibung und anzüglicher Groschenprosa. Wie auch immer, es verdeutlicht das anhaltende Interesse an der Person Otto von Bismarcks im In- und Ausland, in diesem Fall in Russland.
36. Internationaler Museumstag in Friedrichsruh am 12. Mai 2013Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Dienstag, den 07. Mai 2013 um 06:13 Uhr
Internationaler Museumstag in Friedrichsruh mit BismarckKids-Familientag und kleinem Bücher-Basar im Bismarck-Museum Sonntag, 12. Mai 2013, 11 bis 18 Uhr Der Internationale Museumstag 2013 ist auch für die Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh Anlass zum Feiern. Der Internationale Museumstag findet zum 36. Mal statt und steht unter dem Motto „Vergangenheit erinnern – Zukunft gestalten: Museen machen mit!“ Während die Erwachsenen die im Bismarck-Museum präsentierten Schätze erkunden, sind für die jungen Museumsgäste Mitmachaktionen im Museum wie ein Kinder-Suchspiel sowie Mal – und Bastelaktionen vorgesehen. Die Besucher können von 11 Uhr an in einigen aus der Stiftungsbibliothek aussortierten Kisten historischer Literatur stöbern und den kleinen Hunger mit einer Bratwurst stillen. Um 15 Uhr wird zudem eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung angeboten. Der ursprünglich für 11.00 Uhr vorgesehe Vortrag zu aktuellen Projekten und Perspektiven der Otto-von-Bismarck-Stiftung entfällt! Ein besonders herzlicher Dank geht an die Bergedorfer Zeitung, die Bismarck-Quelle, die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg und die Lübecker Nachrichten für die freundliche Unterstützung des Internationalen Museumstages in Friedrichsruh!
Noch zwei Tage bis zum BISMARCKIERUNGs-WorkshopGeschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 02. Mai 2013 um 06:29 UhrAm Samstag, dem 4. Mai 2013, findet in den Räumen der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh ein Workshop statt, bei dem unser Projekt BISMARCKIERUNG vorgestellt wird. Ziel der Veranstaltung ist es, möglichst viele Mitstreiter für unser Vorhaben zu gewinnen, auf einer von uns eingerichteten Webseite die Bismarckorte der Welt in einer google-maps-Karte zu markieren. An die Pins für die unzähligen Bismarck-straßen, -plätze, -denkmäler usw. sollen Bilder und Legenden angefügt werden. Nicht nur in Deutschland, auch im europäischen Ausland und auch weltweit wird dann sichtbar, wie sehr es den zwischen 1880 und etwa 1930 Lebenden ein recht unkritisches Bedürfnis war, an den Reichsgründer zu erinnern. Dass fast 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie in Deutschland noch immer zahlreiche Orte an den Monarchisten Bismarck erinnern, geht im Alltag oft unter. BISMARCKIERUNG soll dazu anregen, über diese Besonderheit nachzudenken. Helfen Sie mit, Bismarcks Erinnerung im öffentlichen Raum zu dokumentieren und informieren Sie sich über das Projekt BISMARCKIERUNG in unserem Workshop in Friedrichsruh. Beginn: 11 Uhr, neben der Vorstellung des Projekts wird es selbstverständlich auch eine Führung durch den Bismarck-Ort Friedrichsruh geben. Majestät gaben sich die Ehre: Kaiserlicher Staatsbesuch in FriedrichsruhGeschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 02. Mai 2013 um 06:09 UhrSonntag, 14. April 2013, 12 Uhr mittags: Staatsbesuch in der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Seine Majestät der Deutsche Kaiser und König von Preußen Wilhelm I. nebst Gattin Augusta und großem Gefolge treffen im alten Bahnhofsgebäude in Friedrichsruh ein. Gerade anwesende Besucher der Stiftung staunen nicht schlecht, als sie neben Pickelhauben und Uniformen ebenso zivil gewandete Personen bemerken, die ein Hauch „Belle Époque“ umgibt. Es sind Geschichtsdarsteller, die aus Hamburg und Umgebung kommen und sich vor dem „Saisonbeginn“ ihrer Auftritte einen umfassenden Überblick nicht nur über die Person Bismarcks, sondern über das Kaiserreiches generell verschaffen wollen. Das Kaiserpaar wird von Erhard Brandes - der dem echten Wilhelm I. zum verwechseln ähnlich sieht - und Sylvia Brandes-Nelz dargestellt, die im Bevensener Verein "Der Kaiser kommt" e.V. Mitglied sind. Als langjährige Geschichtsdarsteller, sogenannte "Reenactors", verfügen sie über fundiertes Wissen, mit dessen Hilfe sie bei Darstellungen ihre Rollen authentisch spielen können. Dass die Kaiserzeit nicht nur "Belle Époque" war, ist den Darstellern wohl bewusst, auch und gerade weil sie mehrheitlich Personen der oberen Gesellschaft spielen. In der Otto-von-Bismarck-Stiftung konnten sie ihr Wissen ergänzen und neue Aspekte des Themas "Kaiserreich" entdecken. Zudem konnte über die Stiftungsbibliothek weiterführende Fachliteratur empfohlen werden. Die Stiftung selbst wurde an diesem Sonntag durch die Darsteller quasi in die Vergangenheit gerückt und die Geschichte des Kaiserreiches und auch Bismarcks wurde geradezu "live" erlebbar.
von Konrad Schumacher
Schülerprojekttag in der Otto-von-Bismarck-Stiftung - Chemieprofil der Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe in FriedrichsruhGeschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Donnerstag, den 25. April 2013 um 08:19 Uhr
Nicht nur Geschichtsprofile der Oberstufe, sondern auch angehende Naturwissenschaftler interessieren sich für Otto von Bismarck. Die Klasse 12d (Chemieprofil) der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe beschäftigte sich am 10. April ausführlich mit Otto von Bismarck und seiner Zeit. So wurde die Dauerausstellung der Stiftung ebenso erkundet wie das Bismarck-Museum. Gerne angenommen wurde auch das Angebot, einen Blick in das Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung und auf ausgewählte Archivalien zu werfen. Die Transkription der Entlassungsurkunde Otto von Bismarcks rundete den Projekttag ab. Einen Erlebnisbericht der Schülerinnen und Schüler finden Sie auf der Homepage der Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe.
Die Reichskanzler des Kaiserreichs in einer informativen BildgalerieGeschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 11. April 2013 um 07:59 UhrDas Bundesarchiv besitzt wahre Schätze, das ist bekannt. Ein besonderer Bestand sind die Millionen Fotografien, deren Originale in den Magazinen in Berlin und Koblenz aufbewahrt werden und die seit einiger Zeit immer vollständiger über das Digitale Bildarchiv Bundesarchivs gefunden werden können. Die Bedienbarkeit hat sich in den letztenJahren erheblich verbessert. Aus einigen Teilbeständen sind Galerien zusammengestellt, die man durchblättern kann. Eine schöne, mit infoamtiven Texten versehene Galerie der Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs zeigt Otto von Bismarck und seine sieben Nachfolger Caprivi, Hohenlohe-Schillingsfürst, Bülow, Bethmann Hollweg, Michaelis, Hertling und zuletzt Prinz Max von Baden. Einzelne Schriftstücke ergänzen die Zusammenstellung. Zu jedem der Herren hätten auch andere Aufnahmen ausgewählt werden können, die verwendeten zeigen aber sehr einprägsam, wie sich das Erscheinungsbild der Reichskanzler änderte. Und zwar auch durch deren eigene Repräsentationsabsichten. Hochwillkommen ist in diesem Zusammenhang auch die Galerie der Weimarer Reichskanzler, die nur scheinbar die chronologische Fortsetzung der Bildfolge der kaiserzeitlichen Amtsträger ist. Tatsächlich zeigt sie einen völlig anderen Politkertypus, der seit Max von Baden dem Reichstag verantwortlich war. Vielen Dank liebes Bundesarchiv für diese informativen Zusammenstellungen! Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung „Industriewelt im Kaiserreich. Fotografien aus dem Historischen Archiv Krupp“Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Mittwoch, den 03. April 2013 um 13:09 UhrDie Otto-von-Bismarck-Stiftung lädt interessierte Besucherinnen und Besucher zu öffentlichen Führungen durch die Sonderausstellung „Industriewelt im Kaiserreich. Fotografien aus dem Historischen Archiv Krupp“ ein. Termine: Samstag, den 6. April 2013, 11.00 Uhr und Mittwoch, den 10. April 2013, 11.00 Uhr Ort: Otto-von-Bismarck-Stiftung, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh Referent: Lukas Kaiser, M.A., Kurator der Sonderausstellung „Industriewelt im Kaiserreich. Fotografien aus dem Historischen Archiv Krupp“.
Bismarcks ungebrochener Ruf als GenießerGeschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 25. März 2013 um 08:46 UhrOtto von Bismarcks Appetit war schon zu seinen Lebzeiten sprichwörtlich. Der Kanzler galt als ein großer Genießer, als ein dem Essen und auch dem Trinken zugeneigter Lebemann. Was an diesen Zuschreibungen stimmt, haben Bismarcks Biographen wiederholt untersucht. Ein Forschungsaufsatz über die ärtzliche Betreuung Bismarcks durch seinen Leibmedicus Schwenninger steht vor der Vollendung und in seiner Tendenz tritt er dem Bild vom hemmungslosen Gourmand nicht wesentlich entgegen, so viel sei verraten. Nach Bismarcks Tod verselbständigten sich die Geschichten über seinen Appetit, sein Trinkfreudigkeit und sein hypochondrisches Bereuen an den Tagen danach. Die Ess- und Trinkepisoden sind Teil des Bismarck-Mythos geworden. Schließlich passen sie nur allzu gut zu dem Bild vom starken, hochgewachsenen Gewaltmenschen, das die deutsche und internationale Öffentlichkeit sich gern von dem seinen König überflügelnden "Reichsgründer" machte. Ein wesentlicher Inhalt der medialen und politischen Marke Bismarck war also der Genuss. Es wundert daher nicht, dass diverse Hersteller von Speisen und Getränken an den Kanzler herantraten und ihn durch die Übersendung ihrer Produkte zur Genehmigung der Benutzung seines Namens bewegen wollten. Der durch Denkmäler und andere Ehrungen täglich mit dem Kult um seine Person Konfrontierte lehnte diese Bitten nicht grundsätzlich ab, soweit ging seine Bescheidenheit nicht. Ob er aber tatsächlich jedem Heringshändler oder Bierbrauer zurückschrieb, ist nicht nachweisbar. Einige Fälle lassen sich jedoch rekonstruieren. Ein Schriftwechsel kam etwa mit einem noch heute produzierenden Brauunternehmen in Köstritz zu Stande. Und seit dem Relaunch ihrer Website stellt auch eine bekannte Brauerei aus der Nähe Dresdens einen Bezug ihres Bieres zum Reichsgründer her. Bisher hatte das Unternehmen, das in seiner Werbung geschickt den Eindruck erweckt, sein Bier werde in der Semper-Oper oder im Schloss Pillnitz gebraut, nur damit geworben, Tafelgetränk des letzten sächsischen Königs gewesen zu sein. Nun soll auch Bismarck dem sächsischen Gerstensaft zugesprochen haben. Ob das stimmt? Wir wissen es nicht. Seine Indienstnahme zeigt jedenfalls, als wie wirksam der Name Bismarck noch immer eingeschätzt wird. Und dass nicht nur bei den Biertrinkern dieses Landes! |


Aktuelles
