Bismarck und Bakunin

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Donnerstag, den 12. März 2015 um 09:36 Uhr

Während bei uns im Bismarck-Trubel die Telefone heiß und die Email-Accounts überlaufen, wollen wir nicht übersehen, wo andernorts noch auf Bismarck aufmerksam gemacht wird. Aus der Fülle von Unternehmungen im In- und Ausland heute eine besondere Perle:

Nicht nur filmisch, sondern auch auf der Theaterbühne wird Bismarck in diesem Jahr zum Gegenstand historisch-künstlerischer Darstellungen. Und wenn die Berliner Volksbühne und die Singakademie zu Berlin dafür verantwortlich zeichnen, sind Brüche und unerwartete Spannungsbögen zu erwarten. Zum Beispiel bis zu Bakunin. Neben der großartigen Sophie Rois ist das Stück „Die Bismarck“ aber auch aus einem anderen Grund sehens- und vor allem hörenswert: Drei Chöre mit insgesamt 150 Stimmen, ein Streichquartett, Schlagzeug Flöte und Jagdhörner sorgen für eine außergewöhnliche Orchestrierung. Das findet auch der Deutschlandfunk bemerkenswert. Wir meinen: Bitte noch einmal aufführen!!!!

Mehr über das einmalige Oratorium hier… und hier…

Otto von Bismarck auf ARTE – Preview auf Gut Wittmoldt

Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Mittwoch, den 25. Februar 2015 um 12:11 Uhr

Am Freitag, den 20. Februar 2015 fanden sich zahlreiche Gäste auf Gut Wittmoldt bei Plön ein, um der Preview einer ZDF/ARTE-Koproduktion über Otto von Bismarcks letzte Jahre nach seiner Entlassung beizuwohnen. Peter Striebeck verkörpert in dem Doku-Drama „Bismarck – Härte und Empfindsamkeit“ eindringlich verschiedene charakterliche Facetten des gealterten Otto von Bismarck, der in Friedrichsruh seinem Mitarbeiter Lothar Bucher (gespielt von Steffen Scheumann) seine „Gedanken und Erinnerungen“ in die Feder diktiert. Bismarck lässt sein Leben und seine politischen Kämpfe Revue passieren und muss sich mehrmals von Bucher auf Diskrepanzen zwischen Bismarcks persönlichen Erinnerungen und den aktenkundigen historischen Fakten hinweisen lassen. Viele Filmszenen wurden auf Gut Wittmoldt gedreht.

Bevor die mit Spannung erwartete Preview begann, las der Hauptdarsteller, Peter Striebeck, aus dem am 21. Dezember 1846 verfassten Brautwerbebrief Otto von Bismarcks an seinen zukünftigen Schwiegervater, Heinrich von Putkamer. Striebeck bekannte, dass er von dem Gedanken, den „Reichsgründer“ verkörpern zu dürfen, sofort fasziniert gewesen sei. Im Anschluss an die Lesung lief der 52-minütige Film an. Dieser musste aufgrund der zahlreichen Gäste in zwei großen Räumen gezeigt werden.

Im Anschluss an die Preview fand eine Podiumsdiskussion statt, an der neben dem Hauptdarsteller Peter Striebeck auch der Regisseur der Dokumentation, Dr. Wilfried Hauke (dmfilm & tv produktion“), sowie das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, teilnahmen. Die schauspielerische Leistung Peter Striebecks fand im Publikum begeisterte Zustimmung.

Die Otto-von-Bismarck-Stiftung stand dem Filmteam während der Produktionsphase mit Rat, Tat und reichlich Bildmaterial aus dem Archiv der Stiftung sowie dem Bismarck-Museum gerne zur Verfügung. So fand auch die Otto-von-Bismarck-Stiftung samt Stiftungsarchiv Eingang in den Film, dessen eigentliche Premiere am folgenden Tag im Abendprogramm von ARTE erfolgte.

Zum Film in der Arte-Mediathek geht es hier

Bismarck von A bis Z. Diesmal: Z!

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Montag, den 23. Februar 2015 um 12:05 Uhr

Südlich von Berlin liegt der Ort Zossen, eine amtsfreie Stadt im Landkreis Teltow-Fläming. Als gute Preußen hatten die Zossener Brandenburger (s. links zu Luft und auf dem Boden) ihrem einstigen Ministerpräsidenten und nachmaligen Reichskanzler Otto von Bismarck ein Ehrung errichtet. Aber nicht in der Form eines Denkmals oder eines Bismarck-Turmes, sondern etwas dezenter als Plakette auf einem Findling. Auch diese Bismarck-Steine waren weit verbreitet und behielten auf dem Gebiet der DDR ihren Namen in der Umgangssprache auch dann noch bei, als er offiziell ungelitten war. Im Falles Zossens wurde die Plakette entfernt und nun ist es der Initiative von Thomas Krause aus Zossen zu verdanken, dass auf dem Stein wieder optisch an Bismarck erinnert wird. Krause hat weder Kosten noch Mühen gescheut und eine Replik der alten Aufschrift herstellen lassen, genauere Informationen gibt es hier.

Vermutlich ist Zossen damit wieder derjenige Ort mit einem Bismarck-Bezug, der am weitesten hinten im deutschen Alphabet liegt. Am anderen Ende der Skala dürfte es Aachen sein, wo es ein Hotel, eine Apotheke, einen Turm und eine Straße mit Bismarck im Namen gibt. Mindestens….

Dekoration Nr. 65, oder: Noch ein Orden… Der Königliche Hausorden von Hohenzollern, Großkomturkreuz mit Brillanten

Die Zahl in der Artikelüberschrift verweist nicht etwa auf die Inventarnummer des Exponats, sondern auf die fünfundsechzigste Auszeichnung, die Otto von Bismarck am 2. September 1873 – dem ersten „Sedantag“[1] – anlässlich der Einweihung der Siegessäule in Berlin durch Wilhelm I. für seine großen Verdienste um den preußischen Staat verliehen wurde.

Teller für den Sieg!

Mit den Kriegserklärungen an das Russische Reich (1. August 1914) und an Frankreich (3. August 1914) wurde auch das Deutsche Reich Teilnehmer an einem militärischen Kräftemessen, das noch mehr als vier Jahre dauern und an dessen Ende der Untergang von vier stolzen Imperien und eines ganzen Zeitalters stehen sollte.

Das Großkreuz des Sankt Stephans-Ordens mit Brillanten (Bruststern, Kleinod und Schulterband)

Zu den zahlreichen in- wie ausländischen Auszeichnungen Otto von Bismarcks gehört auch das Großkreuz mit Brillanten des St. Stephans-Ordens (vollständige Bezeichnung: Königlich Ungarischer Hoher Ritterorden vom Heiligen Stephan, dem Apostolischen König).

Die Mitrailleuse im Bismarck-Museum – seltenes Zeugnis aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Die Mitrailleuse „Le General Malus“ aus dem Jahr 1865 ist das wohl schwerste Ausstellungsobjekt im Bismarck-Museum. Das gusseiserne Schnellfeuergeschütz war ein Geschenk Wilhelms I. an seinen Kanzler Bismarck, welches er ihm Ende 1872 überreichte. Die Waffe gelangte als Beute aus dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) nach Deutschland.

Bismarck als Soldat

Geht man durch das Bismarck-Museum in Friedrichsruh, fällt im zweiten Raum der Blick auf eine Soldatenstatuette, die Bismarck von den Offizieren seines ehemaligen Bataillons zum 80. Geburtstag geschenkt bekam. Wenig ist bisher über seine Soldatenzeit bekannt.

Kaiser kontra Kanzler

Die politische Laufbahn Otto von Bismarcks schien mit seinem unfreiwilligen Entlassungsgesuch und der Annahme desselben durch Wilhelm II. am 20. März 1890[1] eigentlich beendet. 28 Jahre lang hatte der „Reichsgründer“ seine Machtposition an der Spitze – erst Preußens und später des Deutsches Kaiserreiches – behaupten können, musste sich dem jungen Kaiser im Kampf um diese jedoch geschlagen geben.[2]

Kunst für Demokratie – Auszeichnung für die Otto-von-Bismarck-Stiftung

Mit ihrer Idee zu dem Projekt „Kunst für Demokratie“, das Räume für demokratische Teilhabe eröffnet, zählt die Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen zu den 100 Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2013/14. Der Wettbewerb beruht auf einer Initiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft unter dem Titel „Deutschland – Land der Ideen“. Erstmals steht er im Zeichen eines Themas: „Ideen finden Stadt“. Gewürdigt werden Projekte, die richtungsweisend für die Städte und Gemeinden von morgen sind.

Aus rund 1.000 Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder Vereinen hat eine unabhängige 18-köpfige Jury unter Vorsitz von Professor Martin Roth, Direktor des Victoria and Albert Museum in London, und Professor Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln die 100 Preisträger in den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft ausgewählt. Auf www.ausgezeichnete-orte.de werden die Preisträger und ihre Ideen vorgestellt, zu denen in Sachsen-Anhalt mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen insgesamt zwei gehören.

Die Leiterin der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen, Dr. Andrea Hopp, und Museumspädagogin Katja Gosdek freuen sich über die Auszeichnung und danken allen, die sich Jahr für Jahr kreativ bzw. organisatorisch einbringen und so zum Erfolg von „Kunst für Demokratie“ beitragen.

Gefällt Ihnen das Projekt? Dann wählen Sie uns bis zum 20. Oktober 2013 zum Publikumssieger! Hier können Sie täglich für uns abstimmen:

www.land-der-ideen.de/ausgezeichnete-orte/preistraeger/kunst-f-r-demokratie .