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Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 27. März 2015 um 11:14 Uhr

Am 1. April 2015 wird an den 200. Geburtstag Otto von Bismarcks in Berlin feierlich erinnert, zunächst mit einer wissenschaftlichen Konferenz, am Abend dann mit einem Festakt, an dem Bundespräsident Gauck und Finanzminister Schäuble als Redner teilnehmen. Nach dem anschließenden Empfang heißt es für die Stiftunsgmitarbeiter einen (möglichst) kühlen Kopf zu bewahren, denn am nächsten Tag geht es früh über die Autobahn zurück zum Familientag und der eigentlichen Geburtstagsfeier in Friedrichsruh! (Wenn Schönhausen für Sie günstiger liegt, sind Sie dort natürlich mindestens so herzlich willkommen wie weiter nördlich im Sachsenwald.)

Also am 2. April auf zu Bismarck!!

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 25. März 2015 um 12:50 Uhr

In den letzten Wochen nimmt die Medienaufmerksamkeit für Otto von Bismarck immer mehr zu und eine der am häufigsten an uns gestellten Fragen ist die nach der gegenwärtigen Einschätzung Bismarcks. Wieso interessiert sich überhaupt irgendjemand für einen vor 200 Jahren geborenen Monarchisten? Was sagt uns Bismarck heute noch? Können sich Politiker noch etwas von ihm abschauen? Und wenn ja, was? Wie stehen die Deutschen zu Bismarck? Wie ist mit den vielen Bismarck-Denkmälern und -Türmen umzugehen? Ist er tatsächlich vollständig historisiert? Und zwar als die tatsächliche, 1898 gestorbene Person und als der danach bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wirksame Lieblingsmythos der Deutschen, in den unterschiedlichste nationale Vorstellungen gespiegelt wurden? Die Antworten sind vielgestaltig und für die bisher erfreulich ausgewogenen Pressestimmen sind wir ausgesprochen dankbar. Dass der mythisch verehrte Bismarck eben so wie seine reale Grundlage trotz gelegentlicher unkritischer Zuschreibungen (die es ja bei anderen Figuren der Geschichte auch gibt) gründlich historisiert sind, beweisen nun zwei schelmische Zeitschriften-Cover. Der alles andere als respektvolle Spiegel unter der spitzen Feder Rudolf Augsteins ging da 1965 zu Bismarcks 150. Geburtstag noch deutlich ehrfurchtsvoller zu Werke.

Von grafischer Ehrfurcht ist jedoch weder beim Stern, noch bei Cicero viel zu spüren. Wir meinen mit den Worten eines Berliner Bürgermeisters: Und das ist gut so! Kritische Beschäftigungen mit Bismarck fördern Erkenntnisse zu Tage und tragen dazu bei, auch die letzten Reste des Mythos zu schleifen. Den allerdings muss man kennen, um die Bildsprache der Cover zu verstehen. Dass die Redaktionen diese Tatsache bei Ihren Lesern voraussetzen, beweist, dass es den Bismarck-Mythos also doch noch gibt. Aber kein Grund zur Beunruhigung: er wird jeden Tag ein Stück mehr historisiert…

Wenn Sie testen wollen, wie mythisch oder entzaubert Ihr Wissen über Bismarck ist, dann schauen Sie doch mal hier nach.

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Freitag, den 20. März 2015 um 07:41 Uhr

Am vergangenen Dienstag machte der MDR auf den Lebensweg eines eigenwilligen Landeskindes aufmerksam. Zwar verkörpert Otto von Bismarck das Preußische schlechthin, geboren wurde er jedoch in der Provinz Sachsen, die ihren Namen nicht von ungefähr trug. Der Magazin-Beitrag behandelt aber weniger Bismarcks altmärkische Wurzeln, als vielmehr die Bismarck-Begeisterung der Mitteldeutschen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Diese bezog sich bekanntlich nicht auf die preußischen Facetten des Landjunkers, sondern auf die nationalen. Heute spielt diese etwas eindimensionale Zuschreibung keine Rolle mehr, die Mitteldeutschen haben den Reichsgründer ebenso historisiert wie es anderswo auch geschehen ist. Wie groß aber die mythische Verehrung in den Jahrzehnten nach Bismarcks Tod war bzw. wie hoch, dass zeigt u.a. der Bismarck-Turm in Weißenfels. Dessen jüngere Geschichte ist ein Musterbeispiel bürgerschaftlichen Engagements – ganz ohne politische Präferenzen und historische Verklärungen.

Zu Sendung geht es hier.

Sie wird auch wiederholt im Rahmen einer langen Bismarck-Nacht am 29. März ab 22.45 Uhr.

Viel Vergnügen!