Wer schon zu Lebzeiten als „eiserner Kanzler“ bezeichnet wird und selbst von „Eisen und Blut“ als jenen Mitteln spricht, mit denen „die großen Fragen der Zeit entschieden“ würden, der muss sich nicht wundern, wenn er posthum zum Namensgeber einer Heavy-Metal-Band wird.

Das haben sich offenbar fünf lärmfreudige Musiker aus dem norwegischen Bergen gedacht. Unter dem Namen  „Bismarck“ schrammeln sie eher gemütlich als laut vor sich hin.

Musikalisch ist das nach Auskunft der Fachpresse eher solide und keine Innovation. Die Einschätzung der textlichen Qualität mag beurteilen, wer hier einen Unterschied zwischen Englisch und irgendeiner anderen Sprache hört.

Aber ungeachtet solcher Finessen ist es amüsant, dass das alte Ehrregime des vormodernen Bismarck-Mythos‘, als alles mögliche nach dem Gründer des deutschen Kaiserreichs benannt wurde, hier einen späten Ausläufer hat. Klar heißt das Album dann auch bedeutungs- und metaphernschwer „Urkaft“. Uns gruselt’s!

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