Über die 1893 in Schönhausen an der Elbe geborene Hannah von Bredow, geb. von Bismarck und viertälteste Enkelin des Kanzlers a.D., ist eine spannende Biographie erschienen.

Der Diplomat Reiner Möckelmann, als historischer Autor bisher vor allem ein Türkeikenner, widmet sich dem Leben der entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus.
Anders als weite Teile des deutschen Adels, auch in der engeren Verwandtschaft, lehnte Hannah von Bredow die NS-Diktatur ab, konnte sich aber auch nicht zu aktivem Widerstand oder einer Emigration entschließen.
Möckelmann bettet die 12 Jahre des Überdauerns des Dritten Reiches abgewogen und unaufgeregt in ein langes Leben zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik ein; Hannah von Bredow starb 1971 nach einem in Friedrichsruh erlittenen Sturz.
Er wertet private Dokumente aus und kann so aus bisher unbekannten Quellen schöpfen. Das lesenswerte Panorama des Lebens einer achtfachen Mutter aus einer der ersten Familien Deutschlands erweitert nicht nur die Bismarck-Forschung, sondern auch die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte insgesamt.

1 Antwort
  1. Reiner Möckelmann says:

    Verehrter Herr Dr. Morgenstern,
    haben Sie Dank für die Ankündigung meines Buchs. Auch dem kritischen Auge des jüngsten Sohns der Hannah von Bredow, der die Entwicklung meines Manuskripts eng begleitet hat, ist entgangen, dass seine Mutter nicht die älteste Enkelin vom Reichskanzler war. Das bedauerliche Versehen hoffe ich in nicht zu ferner Zukunft in einer zweiten Auflage korrigieren zu können. Ansonsten meine ich, dass Sie aus der Lektüre der unveröffentlichten Briefe und Tagebücher neue Erkenntnisse über diese außergewöhnliche Frau im Verband der Bismarcks gewinnen können. Besonders möchte ich Sie auf den Essay der HvB über das Phänomen Angst aus dem Jahre 1949 hinweisen.
    Beste Grüße
    Ihr Reiner Möckelmann

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