Geschrieben von Dr. Maik Ohnezeit am Freitag, den 18. Dezember 2015 um 08:01 Uhr

Dass der Name des „Reichsgründers“ für allerlei Produkte des täglichen Bedarfs bis zum heutigen Tage genutzt wird, ist keine neue Erkenntnis. Motorräder, Rasiermesser, Tabakprodukte und anderes wurden schon zu Lebzeiten Otto von Bismarcks mit dessen Namen beworben. Auch an einigen Lebensmitteln ging der Name „Bismarck“ nicht spurlos vorbei. Der berühmt-berüchtigte „Bismarck-Hering“ zeugt ebenso davon wie ein „Bismarck-Salat“, das „Seezungenfilet à la Bismarck“ und das bekannte und schmackhafte Wasser aus dem Sachsenwald. Auch ein Kuchen, „Bismarck-Eiche“ genannt, wurde durch die Namensgebung „geadelt“.

So verwundert es nicht, dass auch Fleischgerichte nach dem überzeugten Gourmand Bismarck, dessen Tafel reichlich und mit herzhaften Speisen gedeckt war, benannt worden ist. Warum das so ist, erklärt uns die Zeitschrift „Adesso“ in ihrer Ausgabe 8/2015:

Da Otto von Bismarck sehr gern und reichlich Eier vertilgte, werden in der italienischen Küche bis heute eine Reihe von Speisen, insbesondere solche mit Fleisch, die mit Spiegeleiern kombiniert werden, „alla Bismarck“ genannt. Bei dem „Bistecca“ (Steak) alla Bismarck“ handelt es sich um ein in Butter oder Öl gebratenes Stück Rindfleisch, das mit zwei Spiegeleiern garniert wird. Das Fleisch soll ohne Knochen sein; es stammt für gewöhnlich aus der Lende des bedauernswerten Rindviehs. Handelt es sich um ein Filet, spricht man von einem „Filet alla Bismarck“ – wer hätte das gedacht?

Otto von Bismarck ist mittlerweile historisiert, doch ebenso wie der „Bismarck-Hering“ hat auch das „Steak à la Bismarck“ bis heute in italienischen wie deutschen Küchen überlebt. Na dann, guten Appetit!

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.