Gretchenfrage an den Staat: Wie hältst Du es mit der Religion? Gemeinsame Tagung über „Europäische Kulturkämpfe und ihre gegenwärtige Bedeutung“ am 3./4. September in Frankfurt

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Mittwoch, den 12. August 2015 um 08:41 Uhr

Veranstaltet von der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh) gemeinsam mit dem Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (Universität Münster),dem Europäischen Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung (Triesen/Liechtenstein) und der Evangelische Akademie Frankfurt am Main

Entgegen einer langlebigen Legende war der „Kulturkampf“ genannte Konflikt zwischen Staat und Kirche weder auf Preußen noch auf die 1870er/1880er Jahre beschränkt. Er begann vielmehr bereits im Vormärz und reichte in einigen europäischen Ländern bis weit ins 20. Jahrhundert. Das Massaker von Srebrenica 1995 und die Attentate islamistischer Terroristen in Paris und Brüssel 2014/15 werfen die Frage auf, ob das „Zeitalter der Kulturkämpfe“ (Manuel Borutta) tatsächlich beendet ist.

Aus Anlass des 200. Geburtstags ihres Namensgebers veranstaltet die Otto-von-Bismarck-Stiftung mit den oben genannten Kooperationspartnern aus Theologie sowie Religions- und Sozialwissenschaften eine internationale Konferenz über das Thema „Europäische Kulturkämpfe und ihre gegenwärtige Bedeutung“. Ziel der Tagung ist es, die Auseinandersetzung zwischen den Nationalstaaten und Religionsgemeinschaften im 19. und 20. Jahrhundert an ausgewählten Beispielen aus interdisziplinärer Perspektive zu untersuchen und zugleich die heutigen staatlichen Religionspolitiken im europäischen Vergleich zu analysieren.

Tagungsgebühr: 25 Euro (deckt die Mahlzeiten)

Programm:

Donnerstag, 3. September 2015

14.00 Uhr
Dr. Thorsten Latzel (Evangelische Akademie Frankfurt): Begrüßung
Dr. André Ritter (Europäisches Institut Triesen/Liechtenstein): Einführung
14.15 Uhr
Prof. Dr. Hans-Christof Kraus (Universität Passau): Der Kulturkampf – ein eigenständiges Zeitalter der europäischen Geschichte?
Moderation: Dr. André Ritter

Sektion I: Schweiz/Italien
Moderation: Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh)
15.00 Uhr
Prof. Dr. Markus Ries (Universität Luzern): Kulturkämpfe als Treiber nationaler Integration in der Schweiz des 19. Jahrhunderts
15.45 Uhr:
Prof. Dr. René Pahud de Mortanges (Université de Fribourg/Universität Freiburg – Schweiz): Die Folgen des Kulturkampfs für das schweizerische Verfassungsrecht
16.30 Uhr: Kaffeepause
17.00 Uhr: Dr. Christiane Liermann (Villa Vigoni, Loveno di Menaggio): Kulurkampf in Italien: Ein Sonderfall unter den Sonderfällen
17.45 Uhr: Diskussion

18.15 Uhr: Abendessen

19.00 Uhr: Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (Berlin): Droht uns ein neuer Kulturkampf? Weltanschauungskonflikte als Herausforderungen der westlichen Gesellschaft

Freitag, 4. September 2015

Sektion II: Frankreich/Niederlande
Moderation Prof. Dr. Arnulf von Scheliha (Universität Münster)
9.00 Uhr: Prof. Dr. Winfried Becker (Universität Passau): Frankreichs Religionspolitik vom Napoleonischen Konkordat 1801 bis zur Trennung von Kirche und Staat 1905
9.45 Uhr: Dr. Marcel Albert OSB (Abtei Gerleve): Frankreichs Religionspolitik seit der Trennung von Kirche und Staat 1905
10.30 Uhr: Prof. Dr. Angela Berlis (Universität Bern): Die Religionspolitik in den Niederlanden seit 1795
11.15 Uhr: Diskussion

12.00 Uhr: Mittagessen

Sektion III: Deutschland
Moderation Dr. André Ritter
13.45 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Otto-von-Bismarck-Stiftung/Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg): „Nach Canossa gehen wir nicht“. Otto von Bismarck und der preußische Kulturkampf
14.30 Uhr: Prof. Dr. Arnulf von Scheliha (Universität Münster): Religionsfreiheit und staatliche Lenkung: Chancen und Grenzen gegenwärtiger Religionspolitik in Deutschland
15.15 Uhr: Prof. Dr. Claus Dierksmeier (Universität Tübingen): Religiöse Freiheit: Innenperspektive versus Außenansicht des Glaubens
16.00 Uhr: Diskussion

16.30 Uhr: Podiumsdiskussion
Moderation: Dr. Thorsten Latzel (Evaneglische Akademie Frankfurt)
Prof. Dr. Hanna Liss (Lehrstuhl für Bibel und jüdische Bibelauslegung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg); Prof. Dr. Bekim Agai (Lehrstuhl für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart der Universität Frankfurt am Main); Prof. Dr. Christoph Mandry (Lehrstuhl für Sozialethik und Praktische Theologie der Universität Saarbrücken); Dr. Reinhard Bingener (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

18.00 Uhr: Tagungsende

Kontakt

Martina Forstmann

Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften

0251/8322550

forstma@uni-muenster.de

s. auch die Ankündigungen auf den Seiten der Evangelischen Akademie und bei HSozuKult

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